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Trotz Finanzspritze

Rußfilter lassen viele Autofahrer links liegen

26.11.2009 | 18:26 Uhr

Schwerte. Ein teures Geschenk mutet offensichtlich für viele Dieselfahrzeug-Besitzer der Zuschuss an, wenn sie Rußpartikelfilter nachrüsten lassen. 330 Euro erhalten die Autofahrer.

Allerdings ist die Finanzspritze befristet. Bis zum 31. Dezember muss die Installation über die Bühne gegangen sein. Doch trotz der immer knapper werdenden Zeit ist „die Nachfrage recht schleppend”, weiß Dr. Peter Meintz, Sprecher des ADAC in Dortmund. Seine Beobachtung bestätigt das Gros der heimischen Autohäuser. „Wir haben sogar alle in Frage kommenden Autobesitzer angeschrieben”, berichtet Kai Schlieper, Chef des gleichnamigen Nissan- und Daihatsu-Handels an der Hagener Straße. Doch die Resonanz lasse zu wünschen übrig. „Verhalten” sei die Nachfrage, heißt es bei Peugeot auf der Binnerheide. Und auch bei Hengstenberg und Nolte sieht das Bild nicht anders aus.

„Die Kunden rechnen sich natürlich genau aus, was ein solcher Filter unter dem Strich für sie kosten würde”, sagt Michael Kater, Teiledienstleiter bei Hengstenberg. Die Ausgaben seien je nach Fahrzeug nun mal sehr unterschiedlich. Bei dem einen Modell kosten sie 500 oder 600 Euro. Wenn man dann den Zuschuss und den Steuerrabatt addiert, kann es sich durchaus rechnen, so Kater. Aber bei Ausgaben von 1200 oder 1300 Euro winken die Kunden ab, so die Erfahrung des Fachmanns.

Noch problematischer stelle sich, berichtet Peter Meintz, die Situation für die Besitzer dar, deren Wagen mehr als 80 000 Kilometer auf dem Tacho haben oder die älter als sechs Jahre sind. „In den Fällen muss der Katalysator nahezu komplett ersetzt werden”.

Doch bei der Umfrage der WR gab es auch Autohäuser, die von einem spürbaren Interesse in der Kundschaft sprechen. So berichtete Sandy Pflug-Wehrlich (Autohaus Pflug), dass Ford den Umbau finanziell fördere. Dadurch sei ein solches Unterfangen für die Autobesitzer durchaus interessant. Nach Darstellung von Pflug-Wehrlich ist das Problem derzeit aber ganz anders gelagert: Für eine Vielzahl von Autotypen gebe es überhaupt keine Filter mehr. Man habe schon einige Wünsche von Kunden nicht erfüllen können und finde das auch sehr bedauerlich. Solche Schwierigkeiten sind auch Bernd Koch, Teiledienst-Spezialist im Autohaus Gering nicht unbekannt. „Wir wissen von Lieferengpässen, die zwar nicht alle Wagen, aber doch einige betreffen”, sagt Koch. Für welche Mazda-Modelle noch Filter zu haben seien, das lasse sich allerdings sehr schnell mit einen paar Klicks per PC herausfinden.

Apropos: ADAC-Sprecher Mainz weist auf den Service des Automobilclubs hin, wonach mit einem Telefonanruf geklärt werden könne, welche genauen Kosten auf den jeweiligen Kunden zukommen, wenn er sich jetzt noch, auf den letzten Metern, für einen Rußfilter entscheidet.

Auf diejenigen, die einen Einbau aus finanziellen Erwägungen ablehnen, kommt allerdings im nächsten Jahr ein Handicap zu: Denn sie verfügen dann nicht über die grüne Umweltplakette. Für 2010 haben aber einige Städte bereits angekündigt, die Durchfahrt all den Wagen zu verbieten, die entweder die gelbe oder die rote Plakette haben. Aber noch sind diese Kommunen ganz eindeutig in der Minderzahl.

Theo Körner

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