Magie des Kreises verzauberte
18.10.2009 | 18:35 Uhr 2009-10-18T18:35:00+0200Schwerte. Mit einem Paukenschlag der leisen Töne starteten die 49. Schwerter Kleinkunstwochen: Das Trio „Tr'espace” verzauberte das Publikum in der Rohrmeisterei mit der Magie des Kreises.
In unendlicher Harmonie verschmelzen Artisten, Objekte und Musik in ihren Bewegungen auf der Bühne, dreht sich bei dem Stück „Le Cercle” alles um und mit dem Diabolo, einem uralten chinesischen Geschicklichkeitsspiel, dem Protagonisten dieser beeindruckenden, perfekten Inszenierung.
Scheinbar schwerelos rotieren ein oder mehrere Doppelkreisel auf der Schnur, fliegen – getragen von den Klängen des Kontrabasses – durch die Luft, beschreiben spektakuläre Figuren, kreisen und drehen sich unablässig – mal anmutig, dann wieder so rasant, dass das Auge kaum folgen kann. Um dann, wie von Zauberhand geführt, immer wieder zur Schnur zurückzukehren.
Selbst kleine Patzer in der außergewöhnlichen Choreographie, die an modernes Tanztheater à la Pina Bausch erinnert, bringen die drei Artisten Petronella von Zerboni, Roman Müller und Mischa Blau nicht aus dem Rhythmus, wirken vielmehr wie eingebaut, wenn das Spiel mit dem Kreis von Neuem beginnt.
Jonglage und Tanz verschmelzen miteinander: Bestechend immer wieder dabei die ideenreiche Variationen des Themas, der Kreis, den das außergewöhnliche Trio mit technischer Präzision darbietet. Im Wechselspiel von Schatten und Licht taucht der Zuschauer in eine traumhafte Atmosphäre ein, lässt sich tragen von den knarzigen Tönen des Kontrabasses, der in den virtuosen Händen von Mischa Blau viel mehr ist als nur ein Musikinstrument: Als Jonglage-Objekt wird er gleichermaßen Akteur. Mit tosendem Applaus honorierte das Publikum die poetische Darbietung des Trios Tr'espace, das sich zu harmonischen Spieluhr-Sequenzen von „La vie en rose” verabschiedete.
0mitdiskutieren