Leitplanken in der Kurve: "Das wird heftig"
20.08.2009 | 18:30 Uhr 2009-08-20T18:30:00+0200
Ergste. Die Nachricht ist noch nicht lange auf dem Markt, gleichwohl schon wieder hochumstritten: Voraussichtlich in der zweiten September-Woche soll an der B 236 zwischen Ortsausgang Ergste und Michaelisweg in der so genannten Applauskurve eine Leitplanke angebracht werden.
Der Bundesverband der Motorradfahrer (BVDM) kündigt bereits Widerstand an.
Bekanntlich zählte die betreffende Kurve zum letzten, noch unerledigten Teil des von der Unfallkommission beschlossenen Maßnahmenpakets gegen das Unfallgeschehen auf der Letmather Straße. Zuvor hatte es ein abgestuftes Verfahren von Geschwindigkeitsbeschränkungen über die Anlage von Rüttelschwellen bis hin zu einem Wochenend-Fahrverbot für Zweiradfahrer gegeben. Übrig blieb bis jetzt der Rückbau beziehungsweise der Einbau technischer Sperren zur Beseitigung der Aufstellfläche in der Kurve, in der bis dato von Zeit zu Zeit andere Motorradfahrer Bikern bei waghalsigen Manövern Beifall spenden.
Am Montag nahm ein Vertreter der inzwischen für diese Strecke zuständigen Straßen.NRW-Regionalniederlassung Ruhr in Bochum Kontakt mit der hiesigen Straßenverkehrsbehörde auf. Das Vorhaben der Straßenbauer: Die betonierte Kurve soll „renaturiert” werden. Soll heißen, Beton und festgefahrener Schotter kommen raus, Erde rein, dazu in die Böschung gezogene Leitplanken mit Unterfahrschutz.
Renaturierung und Halteverbot
Offen bleibt die Zuwegung für den landwirtschaftlichen Betrieb. Die Zufahrt wird mit einem absoluten Haltverbot versehen. „Dann handelt es sich um ruhenden Verkehr, den können wir überwachen”, sagt Siegfried Kuhn von der Schwerter Straßenverkehrsabteilung und begrüßt die Maßnahme: „Wir brauchten da endlich eine Lösung.”
Ein paar Zimmer weiter im Rathaus, bei Bürgermeister-Fahrer Michael Wilczynski, löst das Vorhaben dagegen Kopfschütteln aus. Mal ganz abgesehen davon, dass das Mitglied der Gespann- und Motorradfreunde Sauerland sowie des Bundesverbands der Motorradfahrer grundsätzlich die „Beseitigung der Applauskurve nicht als zwingend nötig” ansieht: „Damit könnten wir noch leben, aber an der Stelle Leitplanken zu bauen, das ist hochgefährlich.” Anderswo gebe es Bestrebungen, in Kurvenbereichen ohne Alleebäume oder andere Hindernisse bestehende Leitplanken sogar abzubauen: „Und hier schafft man eine neue Gefahr”, hält Wilczynski das Vorhaben für absurd. Er hat Kontakt zum BVDM aufgenommen, der wiederum mit der Landesbehörde sprechen will. Bleiben Gespräche fruchtlos, dann „werden wir dagegen angehen”, kündigt Wilczynski an. Denn wenn es in der Applauskurve nach Installation der Leitplanken wirklich einmal zum Unfall kommen sollte, dann hätte das „schlimmere Folgen als bisher”, ist der Schwerter sicher. Das gelte auch für Autofahrer, die bei den derzeitigen Verhältnissen schlimmstenfalls in die Böschung rutschen und langsam abgebremst würden: „Mit Leitplanken wird das heftiger.”
15:13
es regt mich halt auf, wie viele von anderen den Einsatz als Hilfssheriff fordern und dies vielleicht auch selbst sind. Sie sollten mal bei den Behörden nachfragen, die Anzeigen dieser selbsternannten Politessen u. ä. nerven dort ungemein.
Und dann Leit(d)planken zu installieren, um eine Kurve speziell für Motorradfahrer zu entschärfen, das ist schon paradox. Es wird der Tag kommen, an dem ein Motorradfahrer mit dem Hals auf der Oberkante der Leitplanke langrutscht und vielleicht geköpft wird, der sonst nur aufs Feld gesegelt wäre. Und bevor jetzt wieder alle schreiben, die sind ja selbst Schuld (diese menschenverachtende Äußerung wäre auch noch Einigen zuzutrauen): Die Leitplanken sollen grundsätzlich auch für die selbstverschuldeten Unfälle da sein. Das sind Gurt und Airbag im Auto ja auch.
Jeder Unfall ist zuviel, aber wenn die Handvoll Unfälle von oben alle sind, dann müßte die A2 für LKW schon lange gesperrt sein.
Außerdem habe ich auch noch nicht gehört, das Strecken von illegalen Autorennen, die es ja auch gibt, für alle Autofahrer gesperrt wurden.
11:53
@ Franz, klasse Aussagen. Danke
11:10
Motorradfahrer sollen RASER zur Vernunft zu bringen.
Für alle, die es immer noch nicht wussten. Verkehrserziehung und -kontrollen sind keine Sache von Privatpersonen. Tun sie es, ist es ganz schnell Nötigung. Da gibt es doch z.B. diesen Rentner, der Autofahrer anhält, da sie seiner Ansicht nach seine Anliegerstrasse unberechtigt durchfahren.
Das ist Nötigung, also eine Straftat! Man ist für den Rest des Lebens vorbestraft.
Wie Leitplanken jemanden vom Rasen abhalten sollen, verstehe ich nicht. Denn sie wirken ja erst, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist. Und zwar besonders verheerend für Motorradfahrer. Oder sollen sie sagen, fahr lieber vorsichtig, sonst bringt die Leitplanke dich um
Leitplanken verhindern keinen Unfall, sondern sie verschlimmern die Unfallfolgen ausschließlich für Motorradfahrer! Autofahrer (aber die fahren ja eh’ immer vorsichtig, z.B. 260 Beteiligte bei Massenkarambolage auf A2) laufen ja keine Gefahr, persönlich dagegenzuklatschen. Würden sie nicht eine Tonne Blech um sich verbaut haben, sondern, vorn auf der Motorhaube nicht angeschnallt und ohne Airbag sitzen (also die Situation eines Motorradfahrers), die Beine vor dem Kühlergrill baumelnd , könnten sie sich auch weniger mit einer Leitplanke anfreunden.
Deswegen fragt man sich schon, ob man uns hier eigentlich verarschen will oder selbst nicht mehr klar denken kann.
22:10
http://www.ruhrnachrichten.de/lokales/shlo/Schwerte-Unfallstelle-Schaelk-Keine-Sperrung-in-Sicht;art937,308082
ist der korrekte Link sorry
22:08
@ Pete 2009,
Danke für diese Steilvorlage ;-)
Du schreibstIm übrigen müssen wir der Tatsache ins Gesicht sehen, dass nicht die Strecke an sich gefährlich ist, sondern dass diese Unfälle in der Regel nur durch vorsätzlich falsche Fahrweise geschehen
Also ist die Sperrung mit der Begründung: Die Strecke ist für den gemeinen Motorradfahrer gefährlich! Schlichtweg gelogen!
Natürlich lassen sich Menschen die schnell unterwegs sein wollen, ob im Auto oder auf dem Krad, nicht unbedingt von diesen Plakaten wirklich abhalten.
Und zu dem Vorwurf erst kümmern wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist: am 14 Juli 2008 wurde noch berichtet: Unfallstelle Schälk: Keine Sperrung in Sicht
n.de/lokales/shlo/Schwerte-Unfa llstelle-Schaelk-Keine-Sperrung -in-Sicht;art937,308082>http:/ /www.ruhrnachrichten.de/lokales /shlo/Schwerte-Unfallstelle-Sch aelk-Keine-Sperrung-in-Sicht;ar t937,308082
11:45
@ 14 und @ 15
Durchgezogene Linie mit Hütchen
Eine insoweit gute Idee, doch müsste dann die komplette Strecke vom Schälk bis Hiddemann oder zumindest von Schälk bis Michaeleisweg durchgängig damit ausgerüstet werden. Die bestehenden Überholverbote werden heutzutage nämlich großzügig missachtet.
Ob der durchgezogene Streifen nun einfach oder doppelt ausgeführt ist dürfte da sicher keinen Unterschied machen.
Hinzu kommt das bei den Kreuzungen das abbiegende Fahrzeug gerne schon mal überholt wird (ist ja auch unverzeichlich, dass der abbremst zu abbiegen) und dann zwangsläufig in Abbiegespuren der Gegenseite gefahren wird (Michaelisweg / Tiefendorf). Die Frage ist natürlich auch, welche Auswirkungen diese Maßnahme hat wenn man wirklich mal ausweichen muss (Wildwechsel auf der gesamten Strecke und da laufen tatsächlich Wildschweine und Reh von einem Wald in den anderen). Stellen dann diese Teile nicht eine weitere Gefahr dar?
Ganz abgeshen von den Kosten einer solchen Aktion.
Im übrigen müssen wir der Tatsache ins Gesicht sehen, dass nicht die Strecke an sich gefährlich ist, sondern dass diese Unfälle in der Regel nur durch vorsätzlich falsche Fahrweise geschehen und da stellt sich doch die Frage ob man dafür so einen Aufwand betreiben muss oder ob es nicht ausreicht die Strecke einfach mal ein paar Monate lang für Motoradfahrer zu sperren bis sich dieser Renn-Tourismus gelegt hat. Die Wochenenden zeigen da ja schon positive Wirkung.
Das das natürlich das Problem verlagert ist klar, aber alle Maßnahmen haben den Sinn den Renntourismus und das ist das eigentliche Problem, von dort zu vertreiben.
Was die Banner angeht, glaube ich kaum das die Fraktion, die da zum Rennen hinfährt sich von den Bannern beinflussen lässt, diese Teile werten die Strecke doch für die noch auf. Je gefährlicher desto besser!
14:09
ach herje geht die debatte mit den rasern hier jetzt wieder von vorne los....
langsam wirds nervig immer wieder diese vorurteile zu wiederlegen!
habt ihr mal darüber nachgedacht das es auch noch andere lösungen gibt????
die bauliche maßnahme mit den leitplanbken ist das letzte und kontraproduktiv!!!
teil und vollsperrungen sind die asozialste form... weil sie das problem nur verlagern!
es kann und darf nur eine lösung geben:
doppelt durchgezogene linie mit hütchen in der mitte.... erfordert zwangsläufig eine geringere kurvengeschwindigkeit für biker!
keine oberkörper mehr in der gegenfahrbahn, kein kurven-schneiden der pkw´s etc. = weniger unfälle !
rüttelschwellen verursachen mehr lärm und mindern das risiko nicht sondern steigern es noch!
leitplanken ebenso....
14:03
@ Pete:
Leidplanken sind nun mal gefährlich.
Da ich in einem Rechtsstaat lebe und nicht die Polizei oder Staatsanwaltschaft bin, habe ich keine rechtliche Handhabe irgendetwas gegen die Motorradfahrer zu unternehmen.
Zu den schweren Unfällen dieses Jahr.
Nr 1 Hagener Stadtgebiet Unfall mit leichten Blessuren. Aber Fahrer hatte gar keinen Führerschein für das Fahrzeug. Somit auch keine Ahnung was er da bewegt.
NR 2 Unfall mit PKW in Höhe Lückheide auf Schwerter Stadtgebiet. Ist wohl noch nicht ganz klar wer schuld hat, aber meines Wissens (Ich bin nicht allwissend) hat der Motorradfahrer gewendet und wurde durch das Auto getroffen.
NR 3 Der schwerste dieses Jahr. Ein Kradfahrer hat aus unbekannten Gründen in der Kurve gebremst, fuhr dadurch geradeaus in die Leidplanken (Bein amputiert) Ein zweiter Kradfahrer aus der Gegenrichtung verlor beim Ausweichmanöver die Kontrolle und fuhr ebenfalls in die Leidplanke (leichtere Verletzungen)
NR 4 Der letzte Unfall ist auf eine festgegangene Kupplung zurückzuführen, Hinterrad hat blockiert und Krad kam zu Fall. Mittlere Verletzung.
Die Sache mit dem Hinweisschild auf Unfallschwerpunkt: Wie lange war das Schild denn da? Hat meines Wissens nicht sehr lange gedauert bis es von offizieller Seite demontiert wurde.
Rüttelschwellen waren sehr wohl ein Erfolg (wenn auch kontraproduktiv) Denn die Unfälle ereigneten sich nicht mehr in den Bereichen wo sie aufgebracht sind. Dafür an anderer Stelle.
Kontrollen: Sind aufgrund der Personalknappheit bei der Polizei eben etwas kurz gekommen.
Es ist schon seltsam, wir mussten uns Transparente besorgen ( vom Bundesverkehrsministerium!) und wollten diese quasi als Bandenwerbung an die Leidplanken anbringen.
Dies wurde von Straßen NRW untersagt. Verkehrswacht Unna stellt nun sehr große Tafeln (2,00x1,50) auf.Ähnlich denen an der Autobahn.
Die Leidplankenprotektoren sind fast alle defekt oder fehlen, aber Straßen NRW wird erst nach Aufforderung tätig und will demnächst ausbessern.
Doppelte durchgezogene Mittellinien würden zumindest ortsunkundige und Fahranfänger warnen, das die Strecke vorsichtig zu befahren ist.
Generelles Überholverbot ist auch zwingend auf der gesamten Strecke!
in Kurvenbereichen und vor den Kreuzungen müssen diese Bischofshütchen aufgebracht werden. In allen Kreuzungsbereichen muss das Tempo auf 50 festgesetzt werden, soweit noch nicht geschehen. Etc etc
12:35
#9
Und welche Maßnahmen wären das denn?
Wir hatten bis dato:
Hinweisschilder auf Unfallschwerpunkt = ohne Erfolg
Rüttelschwellen = ohne Erfolg
Kontrollen = Nur Erfolg während der Kontrollzeit Teilsperrung = Nur Erfolg während der Sperrung
Also bleibt wahrscheinlich nur die Vollsperrung um
vollen Erfolg zu haben. Mir ist klar, das das den vernünftigen Motorradfahrer verärgert, aber es ist nicht die Schuld der Anwohner, sondern einzig und alleine die dieser Raser und Lärmverursacher, das sollte man nicht vergessen. Auch die Unfallzahlen sprechen für sich. Und bisher haben ja noch nicht mal die vernünftigen Motorradfahrer es geschafft die von dort fernzuhalten. Das sollte doch schon zu denken geben.
12:08
Ist schon korrekt, dass die Applauskurve nun abgeschafft wird. Ist schon eine skurile Situation, die sich einem an einem schönen Freitagnachmittag dort bietet. Man wundert sich schon über den Sinn, den dieses Meeting von Motorradfahrern gerade an dieser Stelle macht. Es kommen da durchaus Assoziationen zum Nürburgring auf. Das Argument, dass Leitplanken eine große Unfallgefahr darstellen, ist nicht angebracht., da die Kurve gut voraussehbar ist und bei moderat angemessener Geschwindigkeit gut gemeistert werden kann, ohne Gefahr zu laufen, aus der Kurve zu fliegen.