Krass vs. Soulfingers
28.12.2009 | 11:29 Uhr 2009-12-28T11:29+0100Wer wird Schwertes Rock-Bürgermeister? Zur Wahl standen Soulfingers-Frontmann Raoul Vandetta und K.R.A.S.S.-Sänger Jens Wilper.
Wahlparty am zweiten Weihnachtstag in der Rohrmeisterei. Und über eine solche grandiose Wahlbeteiligung würde sich so manche politische Partei freuen. Rappelvoll die Halle 3, kaum ein Durchkommen im Foyer und eine lange Menschenschlange begehrte geduldig Einlass.
Von Veranstalterseite wurden 900 Wählerinnen und Wähler angegeben. Ausgezählt wurden allerdings 1060 Stimmen – und nicht alle Anwesenden hatten abgestimmt. Abgestimmt wurde über Schwertes Rock-Bürgermeister 2009. Zur Wahl standen Soulfingers Frontman Raoul Vandetta alias Theo Spanke und Jens Wilper, Sänger der vor über zehn Jahren als Boygroup gegründeten Brand Krass.
Die Mischung aus Boxkampfatmosphäre und Live-Musik mit großer Show und Spektakel begann mit halbstündiger Verspätung. Die Bühne aufgeteilt in eine blaue Ecke für die Truppe um Rocklegende Theo Spanke und in eine rote Ecke für die krassen Jungs, die mit weiblicher Verstärkung antraten. Jens Wilper ließ sich auf Händen durch die tobende Menschenmasse auf die Bühne tragen, die Soulfingers betraten die Bretter, die die Welt bedeuten, durch ein Herzchen-Häuschen. Unter den Augen des Ringrichters Chris Müller wurden Wimpel ausgetauscht und verbal der Wahlkampf eingeleitet.
Dann wummerten die ersten Bässe. „I'm a soulman”, shoutet Raoul Vandetta mit souligem Bass ins Mikro und heizte seinen Fans so richtig ein. Mit „Flip, flop and fly”, „6-3-4-5-7-8-9”, einem „Minnie the Moocher” und „I feel good” brachten der stimmgewaltige Vandetta und seine exquisiten Musiker alle Semester zum Zappeln. Die gestandenen Männer und Frauen mit 25-jähriger erfolgreicher Bühnenerfahrung zelebrierten Blues, Funk und Soul vom Feinsten.
Und dann Krass, der zweite Headliner und Herausforderer. Vor der Bühne vollzog sich ein Generationswechsel. In gewohnter krasser Manier stimmten sie die Massen mit ihrem Stück „Wir brauchen Krass” auf die Wahlschlacht ein. Dann erklangen Oldies wie „We are the champignons”, ein Michael Jackson Medley oder der Beatles Hit „Let it be”. Die exzellenten Musiker um Sänger Wilper versprühten Charme, fegten energiegeladen über die Bühne und hatten ihre Fans fest im Griff.
Im zehnminütigem Wechsel spielten die Bands ihre Repertoires. Zwischendrin immer Störmanöver seitens der pausierenden Truppe. So lasen die Krassen während des Soulfinger-Auftritts gelangweilt Zeitung und spielten Federball auf der Bühne: There's no business like show business! Gemessen mit einem Schallpegelmesser, dem sogenannten Applausometer hieß es nach vier Durchgängen – einer ging unentschieden aus – zwei zu eins für Krass. Doch die Königskrone wurde noch nicht verteilt. Zu dem musikalischen Abstimmungsergebnis, kamen noch die eingangs abgegebenen Voten. Ja, und wer hätte das gedacht: Unentschieden ging es aus. Wie sie das allerdings geschafft haben, blieb ein wenig rätselhaft. Aber ernst gemeint war die Sache eh nicht. Es sollte ein Riesenspaß und eine Riesenfete werden und das ist den Bands und den Veranstaltern gelungen.