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Graffiti-Kunst

Hier treiben es Jugendliche bunt

13.06.2012 | 18:28 Uhr
Hier treiben es Jugendliche bunt
Zur offiziellen Einweihung der Graffiti-Wand startete auch ein Graffiti-Workshop. Fotos: Ralph Bodemer

Schwerte. Mit Egon Schrezenmaiers Spende treibt die Jugend es bunt. Das ist ganz im Sinne des Unternehmers, der auch mal während der Vorbeifahrt stoppt, um zu gucken, was die Kunst macht. Die von ihm spendierte Graffiti-Wand wird bereits seit Jahresende derart gut genutzt, dass er am Montagnachmittag zur offiziellen Einweihung gleich versprach, eine zweite zu bezahlen.

„Eine zum Üben, eine zum Stehenlassen“, so der Vorschlag von Schrezenmaier. Das freute Peter Blaschke und seine Jugendarbeits-Kollegen sehr. Der Streetworker, in der Ruhrstadt Quarterback genannt, hatte zur Feier auf dem Mehrgenerationen-Spielplatz an der Ruhrstraße zwei Bleche Erdbeerkuchen besorgt – und zwei Dosen Sprühsahne. Da der Wetterbericht eher an eine verregnete Veranstaltung und damit an eine ohne Lackkunst-Vorführung denken ließ, handelte er nach der Streetworker-Erfahrung: „Es gibt immer eine Lösung.“ So verzierte ein junger Sprayer sehr fantasievoll die roten Erdbeeren mit weißer Sahne.

Dass es dann doch trocken blieb, machte die mehr als ein Dutzend Jungen und männliche Jugendliche glücklich. So konnte gleich der Workshop namens Spray and Stay (sprühe und bleibe) starten, geleitet von den beiden Sozialpädagogen und Graffiti-Künstlern Stefan Krutza und Benedikt Sonnabend. Die beiden hatten nicht nur gute Tipps parat, sondern auch gefüllte Spraydosen. Die weiblichen Festgäste, egal welchen Alters, guckten lediglich zu.

Schneller Abbau ist Bedingung

Bezahlte die Firma Schrezenmaier das Material – etwa 800 Euro –, sägte und schraubte die Belegschaft des städtischen Bauhofs die etwa 2,50 mal sechs Meter große Wand zusammen. „Bauweise und Größe sind dem Welttheater geschuldet“, so Blaschke. Für dieses dreitägige Großereignis muss sie ohne große Umstände zu demontieren sein.

Der Workshop Spray and Stay ist für Jugendliche bis 21 Jahre gedacht. Jeder kann mitmachen, egal, ob er Anfänger ist oder schon sehr geübt. Nicht nur die Praxis wird geübt, auch über die Theorie erfahren die Teilnehmer einiges.

Ausstellung ist geplant

An welchem Tag und an welchen Wochenenden unter fachlicher Leitung die Kunst geprobt wird, machen die Jugendlichen mit den Pädagogen aus. Weil die Wand von allen benutzt werden darf und soll, ist die frisch gesprühte Kunst nicht für die Ewigkeit. So wird jedes Bild fotografiert, damit zum Ende des Jahres eine Ausstellung zusammengestellt werden kann.

Geplant ist außerdem, so heißt es in der Beschreibung, dass die Jugendlichen einem Wohncontainer für Schwerte-Ost Farbe geben, ein VSI-Fahrzeug einmalig machen und den neuen Spielmobilanhänger der Stadt ihre Sprühschrift verleihen.

Susanne Schulte


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