"Freie Fahrt gilt nicht für Wahnsinnige"
13.06.2007 | 09:25 Uhr 2007-06-13T09:25:08+0200Ergste. (kowi) Es tut sich was auf der B 236 zwischen Ortsausgang Ergste und dem Letmather Schälk: Mit Vertretern des Polizeipräsidiums Hagen nahmen die ersten Behördenvertreter Kontakt zur dortigen Bürgerinitiative auf.
Am Dienstagabend war Ortstermin: Werner Feldhaus, Leiter der Direktion Verkehr des Polizeipräsidiums Hagen, und Horst-Peter Grunwald, Leiter der Polizeiwache Hohenlimburg, teilen in groben Zügen die Beweggründe der Bürgerinitiative, deren Mitglieder sich für eine Wochen-end- und Feiertagssperrung des Straßenabschnitts aussprechen. Nicht ohne Grund: Allein auf dem Hagener Abschnitt, dem kurvenreichsten und gefährlichsten Teilstück, hat es in den zurückliegenden Tagen drei Unfälle gegeben. Ein lebensgefährlich Verletzter, zwei Schwer- und zwei Leichtverletzte waren dabei die Bilanz. Vor diesem Hintergrund räumt Grunwald ein, dass die Einführung von Geschwindigkeitsbegrenzungen nicht viel gebracht habe. Die Anwohner leben in Angst: "Sich über die Straße zu bewegen, ist aus unserer Sicht lebensgefährlich." Von der Lärmbelästigung ganz zu schweigen.
Der Leiter der Hohenlimburger Wache erinnert sich an die Verkehrsbesprechung, die der Einrichtung von Tempolimits vorausging. "Wir haben schon damals mehr gewollt, aber das war leider nicht durchsetzbar." Deutlich geworden sei etwa vor Jahresfrist aber, dass die Geschwindigkeitsbegrenzung nur der erste Schritt sein sollte. Wenn sich keine entscheidende Besserung einstellt, dann, so die Hagener damals wie heute, müsse man über weitergehende Maßnahmen nachdenken. In der Zwischenzeit seien die Polizeibehörden Hagens sowie des Kreises Unna und des Märkischen Kreises aufklärerisch, aber auch repressiv durch Kontrollen und Radareinsätze tätig geworden. "Wir sind allerdings personell nicht dazu in der Lage, hier ständig Präsenz zu zeigen", bedauert Grunwald.
Die zeitweise Sperrung einer Bundesstraße stellt nach Grunwalds Ansicht zwar einen enormen Eingriff dar, gleichwohl könne es in diesem Fall nicht nach dem Motto "freie Fahrt für freie Bürger" gehen. "Das kann nicht für Wahnsinnige gelten, die weder an sich noch an andere denken", findet Grunwald deutliche Worte.
Bei den Hagener Ordnungshütern ist man jedenfalls bereit, gemeinsam mit der Bürgerinitiative und den anderen beteiligten Behörden eine Lösung des Problems zu suchen.
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