Elfjährigen "wehte" der Knaller in Container
07.01.2010 | 17:21 Uhr 2010-01-07T17:21:00+0100Schwerte. Nein, „hirnlose Rowdys”, wie wir vermutet hatten, waren es nicht, die vorgestern den Papiercontainer vor dem Stadtbad angesteckt hatten. Es waren zwei elfjährige Jungen, denen nach eigenen Angaben ein Feuerwerkskörper vom Wind in den Schlitz des Metallbehälters „geweht” worden war.
Ein Zeuge hatte die beiden beobachtet. Die machten sich aber anschließend, wie die Mutter des einen Knaben gestern berichtete, nicht einfach aus dem Staub, sondern hätten noch krampfhaft versucht, mit Schnee das aufkommende Feuer zu löschen. Und sie hielten auch die Stellung, bis die Polizei eintraf, ihre Personalien aufnahm und sie anschließend nach Hause brachte.
Die Folgen waren beträchtlich. Zwei Einsätze der hauptamtlichen Wache, die den Brand erst ablöschte und – als es nicht zu qualmen aufhörte – dann noch einmal mit Schaum nachhalf, veranschlagte man bei der Feuerwehr mit 554 €.
Teurer aber dürfte der dritte Einsatz werden. Wie berichtet hatte der immer noch nachwirkende Qualm zum Alarm im Medical-Center schräg gegenüber geführt. Hier ließ die Wehr die Sirenen gellen und rückte vorsichtshalber mit großer Besetzung aus. Ein solcher Einsatz, so Stadtsprecher Carsten Morgenthal, kann schon mal 3000 bis 4000 Euro kosten. Ob dafür aber nun die beiden Jungs oder deren Eltern zur Kasse gebeten werden können, steht noch dahin.
Generell sind Kinder erst ab 14 Jahren strafmündig. Die Frage, ob sie eventuell finanziell zur Rechenschaft gezogen werden können, hänge, so Jurist Morgenthal, bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 7 bis 18 Jahren u.a. davon ab, ob man davon ausgehen kann, dass die jungen Menschen die Folgen ihrer Tat tatsächlich einschätzen konnten. Schließlich gibt es noch die Aufsichtspflicht, die Eltern verletzen könnten. Aber konkret kann man aufgeweckte Elfjährige auch nicht im Keller anketten.
Und so wird sich am Ende wohl wieder die öffentliche Hand die Kosten ans Bein binden müssen.
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