Zug für Schwelmer Brauerei noch nicht abgefahren
03.02.2010 | 18:58 Uhr 2010-02-03T18:58:00+0100
Schwelm. Für die in Insolvenz befindliche Privatbrauerei Schwelm ist der Zug noch längst nicht abgefahren. „Wir verhandeln weiter mit einem Investor, der das operative Geschäft weiterführen möchte. Auch Dr. Lohbeck hat dem zugestimmt”, sagt Insolvenzverwalter Manfred Gottschalk.
Damit reagierte der Rechtsanwalt aus Herdecke auf eine Veröffentlichung in einem Anzeigenblatt, in der von einem „endgültigen Aus” des Traditionsbetriebs nach 180 Jahren zu lesen war. „Die Brauerei ist nicht endgültig am Ende. Es geht weiter, wir stellen das Geschäft nicht ein.” Verhandelt werde weiter mit einem türkischstämmigen Investor mit deutschem Pass und in engem Kontakt mit der Stadt Schwelm und dem Bürgermeister.
Allerdings bestätigte der Insolvenzverwalter für Januar einen Einbruch des Geschäftsergebnisses - in einem für Brauereien traitionell schwachen Geschäftsmonat. Knapp 3200 Hektoliter Bier und damit ca. 30 Prozent mehr als in dem zuvor genannten Bericht habe das Unternehmen im ersten Monat des Jahres umsetzen können.
Für den Unternehmer Lohbeck selbst scheint das Bierbraukapitel in Schwelm allerdings abgeschlossen zu sein. Den Schlussstrich unter eine mögliche Fortführung der Brauerei in eigener Regie über eine Transfergesellschaft habe er gesetzt, nachdem er erfahren musste, dass die Mitarbeiter eine Sanierung mit den Altgesellschaftern abgelehnt hätten, ist in dem anfänglich erwähnten Artikel nachzulesen.
Damit ist die Arbeit für den Insolvenzverwalter nicht einfacher geworden. Am 17. Februar soll es eine Gläubigerversammlung geben. „Pass Investment” hatte sein Interesse an der Brauerei-Immobilie bekundet (wir berichteten).
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