Vor Weihnachten wird entwaffnet
10.12.2009 | 19:17 Uhr 2009-12-10T19:17:00+0100Was es nicht alles unter den Dächern im Ennepe-Ruhr-Kreis gibt. Eine Mutter erschien mit ihrem Sohn bei der Kreispolizeibehörde in Schwelm und brachte ein 1,40 Meter langes Fantasy-Schwert aus Metall mit: Kein harmloses Spielzeug, eine Waffe, die gefährlich ist.
„Vor Weihnachten räumt der eine oder andere seinen Dachboden auf. Dabei kann dann die Waffe zum Vorschein kommen, an die er vielleicht gar nicht mehr gedacht hat. Zum Beispiel ein altes Luftgewehr, das bereits einige Zeit ausgedient hat”, erklärt sich Bernd Seifert - bei der Polzeiverwaltung in Schwelm zuständig für die Abgabe - den Andrang derjenigen in den letzten Tagen, die ein Messer, eine Pistole oder eben auch ein Schwert abgeben möchten.
Und es gibt auch noch einen weiteren Grund, der in den letzten Tagen des alten Jahres zur Eile treibt. Am 31. Dezember läuft die durch das geänderte Waffengesetz eingeführte Amnestiefrist für die Abgabe von illegalen Waffen ab. Danach haben die Beamten keine Wahl mehr. Bis zu fünf Jahre Haft drohen im nächsten Jahr einem Waffenbesitzer, der dafür keine Erlaubnis hat.
Von der Möglichkeit, sich freiwillig und straffrei zu entwaffnen, haben inzwischen Hunderte von Bürgern im Ennepe-Ruhr-Kreis Gebrauch gemacht. Rund 500 bis 600 Messer, Pistolen oder Gewehre seien abgeben worden. Nicht alle hatten ihre Besitzer illegal im Haus. „Es waren auch Schreckschusspistolen dabei”, so Seifert.
Wer vor dem Ende der Amnestiefrist seine Waffe abgeben möchte, der sollte sich allerdings vorher informieren. Sonst kann er aus Versehen wegen des Tragens einer Waffe Schwierigkeiten bekommen. Das Waffengesetz fordert nämlich inzwischen den Transport in verschlossenen Behältern. Das kann ein Kofferraum oder auch ein verschlossener Aktenkoffer sein. Wer zum Beispiel von einem Passanten dabei beobachtet wird, wie er mit dem Haus kommt und eine Waffe auf den Beifahrersitz legt, wird für das Missverständnis, das er damit verursacht hat, bestraft. Solche Fälle hat es bereits gegeben. „Damit das vermieden wird, kann jeder Bürger im Ennepe-Ruhr-Kreis natürlich anrufen, bevor seine Waffe abgibt, und sich bei uns informieren. In komplizierten Fällen kommen unsere Beamtinnen und Beamten auch gerne vorbei und holen die Waffen ab”, so der Fachgebietsleiter für Waffenrecht.
Weitere Informationen bei der Kreispolizeibehörde unter der Telefonnummer
0 23 36 /91 66 1101
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