Schwelmer Rauchmalz für Malt-Whisky
19.04.2010 | 18:15 Uhr 2010-04-19T18:15:00+0200
Schwelm. Wenn von Whisky die Rede ist, denkt man für gewöhnlich an Schottland, Irland oder auch Amerika. Doch ab sofort kann auch Schwelm im Zusammenhang mit dieser Spirituosen-Spezialität punkten – dank der Destillerie und Brennerei Habbel.
Denn der an der Stadtgrenze zu Gevelsberg gelegene Traditionsbetrieb will zum ersten Mal reinen Malt-Whisky herstellen. Und die Brauerei Schwelm liefert die dazu erforderliche Biersud-Basis.
Dazu hat Braumeister Olaf Orendi eigens ein besonders würziges Rauchmalz eingekauft, um damit gestern am Neumarkt ein würziges „Süppchen” zu kochen. In 14 Tagen sind aus dem fertigen Sud 800 Liter reiner Alkohol geworden, die dann im Freilichtmuseum Hagen destilliert werden.
Wer jetzt allerdings hofft, für Weihnachten das passende Geschenk für romantische Abende am Kamin gefunden zu haben, den muss Firmenchef Michael Habbel enttäuschen. Der Whisky muss noch in alten Eichefässern reifen. In frühestens drei Jahren wird es eine erste Verkostung und Flaschenabfüllung des reinen Malt-Whiskey Made in Sprockhövel/Schwelm geben. Das Gro der rund 3000 Flaschen soll erst in zwölf Jahren abgefüllt und in den Handel kommen. Die Kooperation der beiden Traditionsunternehmen ist also im wahrsten Sinne des Wortes eine Investition in die Zukunft.
Mit diesem Vorhaben erfüllt sich Habbel einen alten Wunsch, denn hier zu Lande einen derartigen Malt-Whisky herzustellen wurde erst durch die Harmonisierung der Monopolrechte innerhalb der EU möglich. „Bereits 1978 hatte ich bei den zuständigen Zollämtern einen Antrag gestellt, zu 100 Prozent aus Malz brennen zu dürfen”, so Michael Habbel. Doch dieser sei mit Hinweis auf die Verletzung bestehender Monopolrechte abgelehnt worden.
0mitdiskutieren