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Kriminalität

Räuber stellte sich am Valentinstag

29.05.2012 | 18:34 Uhr
Räuber stellte sich am Valentinstag
Dieser Supermarkt wurde überfallen. Foto: Volker Speckenwirth

Schwelm  Maskiert und mit einem Messer bewaffnet überfielen zwei Männer im Februar einen Supermarkt in Schwelm. Einer stellte sich aus Liebe.

. Maskiert und mit einem Messer bewaffnet überfielen zwei Männer im Februar einen Supermarkt in Schwelm. Sie erbeuteten über 16 000 Euro. Einer der mutmaßlichen Täter steht seit gestern vor dem Hagener Landgericht. Neben ihm auf der Anklagebank sitzt eine frühere Angestellte des Geschäfts. Sie soll ihn mit wertvollen Informationen versorgt haben.

Angestellte mit Messer bedroht

Über eine Tür zum Lager verschafften sich die Täter am frühen Morgen des 6. Februar Zutritt zu den Räumlichkeiten des Supermarktes an der Bahnhofstraße, trafen auf eine Angestellte. Einer der Täter hielt drohend ein Messer in der Hand. Beide forderten den Schlüssel für den Tresor und erbeuteten 16 567 Euro, die sie in einem Rucksack verstauten. Ihr traumatisiertes Opfer ließen sie gefesselt zurück.

Ihre Informationen über örtliche Details, Alarmanlagen und den günstigsten Zeitpunkt für einen Überfall erhielten sie offenbar von einer ehemaligen Angestellten – der mitangeklagten 22-Jährigen aus Ennepetal.

Gestern begann der Prozess gegen einen 21-jähriger Bochumer, und die 22-jährige Ennepetalerin. Das Duo auf der Anklagebank wirkt angespannt. Der Angeklagte äußert sich zuerst zu den Vorwürfen und offenbart nicht nur seine eigene Beteiligung. Er benennt seinen mutmaßlichen Mittäter und äußert sich zur Rolle der Mitangeklagten. Deren Freund, so seine Version, sei Ende 2011 mit der Idee, den Supermarkt zu überfallen, an ihn herangetreten. Bereits vor Ort hätten sie den Plan verworfen. Dann hätte ihn die Ennepetalerin aufgefordert, den Überfall trotzdem zu begehen. „Sie gab mir alle Informationen“, beteuert er und erklärt an anderer Stelle, sie habe auch einen Anteil gefordert – und das offenbar sogar über Facebook. Schließlich habe er einen Fußball-Kumpel gefragt, ob der die Tat mit ihm begehen wolle. Der habe zugesagt. Von dem Messer, das der dabeigehabt habe, habe er im Vorfeld nichts gewusst. Nach der Tat hätten sie die Beute geteilt. Und: Die Mitangeklagte habe immer wieder ihren Anteil gefordert. Er selbst habe sich später seiner Freundin offenbart. Die habe als Erste die Polizei verständigt. „Am Valentinstag habe ich mich gestellt.“ Die Mitangeklagte mutmaßliche Informantin bestätigte seine Version im Wesentlichen. Allerdings verwehrte sie sich gegen den Vorwurf, ihn zu der Tat angestiftet zu haben.

Anrufer will Zeugin einschüchtern

Das Opfer, die 33-jährige Angestellte aus Schwelm, befindet sich in Behandlung. Sie leidet unter einer Posttraumatischen Belastungsstörung, kämpft mit Ängsten und befürchtete zunächst sogar, ihre Kollegen könnten sie für eine Komplizin halten. Am Samstag, so berichtet sie, erhielt sie einen anonymen Anruf. Eine murmelnde Stimme warnte sie davor, vor Gericht auszusagen. Sie erscheint dennoch im Zeugenstand.

Sylvia Mönnig



Kommentare
30.05.2012
14:43
Räuber stellte sich am Valentinstag
von OPA2 | #1

Was wäre bloß noch alles passiert, wenn es keinen Valentinstag gäbe ? Man stelle sich nur vor, der arme Kerl hätte mit seinem Geständnis bis zum Ostermontag warten müssen.
Oder werden manchmal etwa etwas merkwürdige Zusammenhänge beschrieben.

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