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Prof. Dr. Rita Süßmuth...

Lust auf lebenslanges Lernen

14.03.2010 | 17:51 Uhr
Lust auf lebenslanges Lernen

Ennepetal. Fast zehn Minuten benötigte der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Ennepetal-Breckerfeld, Oliver Teske, in seiner freundlichen Begrüßung, um die Ämter der Wissenschaftlerin, ehemaligen Ministerin und ehemaligen Bundestagspräsidentin Prof. Dr. Rita Süßmuth aufzuzählen.

Vieles hatte Oliver Teske schon weggelassen. Seine Worte machten die über 200 Besucher des 8. Frühjahrsempfangs in der Sparkassenhalle in Milspe gespannt auf den Vortrag der hochkarätigen Referentin.

Thema der CDU-Politikerin war der demografische Wandel. Viele der Zuhörer hörten sicherlich nichts Unbekanntes, aber sie hatten es wohl noch nie so einfach, so menschlich und so interessant vorgetragen bekommen. Rita Süßmuth nannte nur wenige Zahlen und verteilte auch in Nebensätzen - aber nicht versteckt - Kritik an die Politik. Da hörte man den Satz: „Deutschland ist ein Einwanderungsland, aber ohne Einwanderer!" Sie mahnte. „Wir müssen den Mut haben, die Wahrheit zu sagen, nicht auf irgendwelche Wahlen schielen. Die Menschen wollen die Wahrheit wissen!" Zehn Millionen Menschen weniger würden in Zukunft (Jahr 2020) in Deutschland leben. So gelte es (nicht nur darum), sich den Migranten zuzuwenden, aber auch die älteren Menschen in unserem Lande miteinzubeziehen. Das Wissen der Älteren sei ein Schatz, den man heben müsse. Sie sprach sich vehement und charmant für ein lebenslanges Lernen aus. „Das macht mir auch Freude!" Immer wieder nannte Rita Süßmuth kleine Beispiele: „Ladet die Mütter in die Schulen ein, singt und spielt mit ihnen Theater und kocht zusammen. Sie werden sehen, wie die Kinder davon profitieren!" Die Erziehungswissenschaftlerin ist sich sicher, dass man mit Zuwendung und Hilfen auch die jungen Menschen erreichen kann, die schon als abgeschrieben gelten.

Prof. Süßmuth, die ja auch Frauenministerin war, appellierte mit klaren Worten, junge Menschen mit ihren Fragen nicht ohne Antwort zu lassen. „Die Politik alleine kann es nicht!" sagte sie. Süßmuth stellte nicht nur den Istzustand der Gesellschaft fest. Sie machte Mut zur Tat. „Es gibt unzählige gute Aktionen in unserem Lande!" Sie sprach sich für kleine Einheiten aus, würdigte das Lokale und sagte: „Die Menschen brauchen Heimat und Aufgaben!" Weiterbildung sei das A und O. Lust auf Lernen - lebenslang, die Zukunft gestalten in einer Zivilgesellschaft.

Zukunft braucht Menschen, die sich engagieren

„Die Zukunft braucht Menschen, die sich engagieren!" Zu dem Leben gehöre aber auch Arbeitsplatzsicherheit und ein auskömmliches Einkommen. „Mit Angst kann man die Zukunft nicht gestalten!" Die Familie bleibe, wenn sich auch die Lebensformen verändern, ist ihre Aussage. „Zusammenarbeit vor Ort!" sei ein Weg in die Zukunft. Dazu gehöre, die Zugänge zur Bildung so zu öffnen, dass davon wirklich alle Menschen auch profitieren könnten.

Wohl zur Freude der Verantwortlichen der Sparkasse sagte sie: „Geld ist wichtig, aber Geld ist für Menschen!" Oliver Teske und Co. fühlten sich damit bestätigt.

Charmant überreichte später der Sparkassenchef der zierlichen großen Dame einen Blumenstrauß. Zuvor gab es mehr als herzlichen Beifall. Rita Süßmuths Worte hatten die Menschen erreicht.

Zu Beginn der Veranstaltung begrüßte auch Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen die Gäste . Er betonte, dass die Stadt Ennepetal sich den Herausforderungen des demografischen Wandels stelle. Eine Strategie habe er, sagte Wiggenhagen und verwies auf die wissenschaftliche Untersuchung seines Referenten Cosimo Palomba, ohne dessen Namen zu nennen. HJS

DerWesten

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Kommentare
15.03.2010
17:07
Lust auf lebenslanges Lernen
von Enfuchs | #2

Freiwillige vor! Wollen Sie der Erste sein, der geht?
Einer von uns hat hier was falsch verstanden.

15.03.2010
16:55
Lust auf lebenslanges Lernen
von Josef Weingarten | #1

10.000.000 sprich 10 Millionen Menschen weniger in Deutschland im Jahre 2020. Das hört sich phantastisch an. Weniger Menschen bedeutet: Mehr Lebensqualität.

Denn die Bevölkerungszahl muß drastisch reduziert werden, weil gerade Europa mit seiner Bevölkerungsdichte vielen Entwicklungsländern gegenüber kaum nachsteht. Nur ein Rückgang der Bevölkerung bzw. die Lösung des Überbevölkerungsproblems kann auf Dauer ausreichende Lebensverhältnisse gewährleisten.

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