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Zum Abschied ein Fest

26.06.2012 | 12:20 Uhr
Zum Abschied ein Fest
Beim Schulfest kann man auch die neue Burg bestaunen, an der die Kinder der Tackenbergschule mit ihren Betreuern des Offenen Ganztags über ein Jahr gewerkelt haben.

Oberhausen. Kaum war die Tackenbergschule eröffnet, da platzte sie auch schon aus allen Nähten: 1910 weihte Bürgermeister Eugen zur Nieden die Volksschule ein, 393 Kinder sollten in sechs Klassen unterrichtet werden. Das reichte allerdings längst nicht aus: Bereits 1911 kam eine siebte Klasse hinzu – weil im Schulgebäude dafür kein Platz war, musste kurzerhand eine Baracke für die Kinder errichtet werden.

Raumnot ist heute, 102 Jahre nach der Einweihung, kein Thema mehr an der Tackenbergschule. Leider, sagen Eltern und Kinder: Denn die Gemeinschaftsgrundschule gehört zu den zehn Bildungsstätten in dieser Stadt, die in den kommenden Jahren aufgegeben werden. Mit dem Schuljahr 2014/2015 wird die Tackenbergschule laut Ratsbeschluss auslaufen und schließen - trotz des langanhaltenden Protests der Kinder und Eltern. Das diesjährige Schulfest, eine alle vier Jahre wiederkehrende Veranstaltung am Tackenberg , wird aus diesem Grund die letzte Feier dieser Art sein.

Anders als in den Vorjahren geht das Schulfest deshalb bis in die späten Abendstunden. An der Dinnendahlstraße bauen die Eltern, die die regelmäßige Feier organisieren, ein Festzelt auf, in dem Konzerte stattfinden. Den Eltern wolle sie für ihr Engagement im Voraus danken, sagt Brigita Trzeczak, seit fünf Jahren Leiterin der Grundschule: „Über die Jahre hat sich eine sehr enge Zusammenarbeit zwischen Eltern und Lehrern entwickelt.“ Ein Beispiel dafür sei der Förderverein, der u.a. den Kunstraum neu eingerichtet hatte.

Besondere Einladung an ehemalige Schüler und Lehrer

Besonders wolle sie auch ehemalige Schüler und Lehrer zum Fest am Samstag einladen. „Wir wollen den Kontakt zu unseren ehemaligen Schülern nicht verlieren. So ein Fest bietet eine gute Chance, sich auszutauschen.“ Eine Feier sei es auch wirklich und kein erneuter Protest. Die Schließung der Schule, so Trzeczak, habe man akzeptiert.

Das Jubiläumsfest findet allerdings mit zweijähriger Verzögerung statt – eigentlich hätte der Geburtstag 2010 angestanden. Weil vor zwei Jahren laut Schulkonzept aber kein Fest, sondern das ebenfalls vierjährig stattfindende Zirkusprojekt auf dem Programm statt, hatte sich das Jubiläum verschoben.

Schwerpunkt: Bewegung und Gesundheit

Das Zirkusprojekt gehört zum Bewegungs-Schwerpunkt der Tackenbergschule, die heute von 151 Kindern besucht wird. Seit 2003 haben sportliche Angebote einen hohen Stellenwert an der Grundschule. Zweimal ist sie als bewegungsfreundliche Schule von der Landesregierung ausgezeichnet worden, eng kooperiert die Einrichtung mit der Sporthochschule Köln. Auch belegen die Tackenbergschüler seit 2003 beim Sportabzeichenwettbewerb der Oberhausener Grundschulen den ungeschlagenen ersten Platz.

Die Raumnot beschäftigte die Tackenbergschule übrigens über Jahrzehnte: 1919 standen für 629 Schüler nur sechs schuleigene Räume zur Verfügung, das gesamte Kollegium unter dem ersten Schulrektor Trouet forderte einen Erweiterungsbau. 1920 wurde eine zweite Baracke aufgebaut. Nach dem Krieg teilen sich drei Volksschulen die Räume der Pestalozzischule, Für 700 Kinder gab es zwei Toiletten. Erst 1950, Maria Büttgen ist nun Rektorin, wird die Schule gründlich überholt. Doch das reichte immer noch nicht: 1960, zum 50-jährigen Bestehen der Schule, konstatierte man: „343 Kinder, acht Klassen, sechs eigene Klassenräume.“ 1989 wurde die Tackenbergschule verkleinert und 1997 in die Räume der ehemaligen Pestalozzischule verlegt. Heute verfügt die Schule dort über elf Klassenräume, einen Gruppenraum und eine Aula.

Zu ihrem Schulfest lädt die Tackenbergschule am kommenden Samstag, 30. Juni, ab 10.30 Uhr ein. Im Festzelt auf dem Schulgelände wird zum Einstieg ein Gottesdienst gehalten.

Auf dem Programm steht anschließend u.a. eine Trommelgruppe (11 Uhr) sowie Vorführungen von Tanz-, Theater- und Sportgruppen. Das benachbarte Schulmuseum können Kinder und Erwachsene bei zwei Führungen (11.30 Uhr und 13 Uhr) besuchen. Um 15 Uhr spielt eine Bläsergruppe, gemeinsam werden Luftballons steigen gelassen.

Ab 18.30 Uhr startet das Abendprogramm im Festzelt. Die Musikgruppe „OB 42“ der evangelischen Kirche, Partner im Offenen Ganztag, steht ab 19.30 Uhr, die Gruppe „Novum Six“ ab 21 Uhr auf der Bühne. Eintrittskarten kosten 5 Euro im Vorverkauf (Dinnendahlstraße 8).

An zwei Tombolas können Besucher teilnehmen. Vormittags für Kinder, abends für Erwachsene.

Stephanie Weltmann



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