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Geborener Genossenschaftler

27.06.2012 | 18:09 Uhr
Geborener Genossenschaftler
Bankchef Hans Weber ist im Ruhestand.

Oberhausen. Fast ein Viertel Jahrhundert stand Hans Weber an der Spitze der Volksbank Rhein-Ruhr und ihrer Vorgänger. Den letzten Arbeitstag hat der 62-jährige überzeugte Anhänger des Genossenschaftsgedankens nun hinter sich.

„Wir waren eine Raiffeisen-Familie“

Kein Wunder eigentlich: Schon Vater und Großvater des 1950 in im 400-Seelen-Dorf geborenen Weber führten die örtlichen Raiffeisenbanken, er selbst begann seine Karriere mit einer Lehre bei der Raiffeisenbank, zwei Brüder arbeiteten bei der Raiffeisen-Warenzentrale: „Wir waren eine Raiffeisen-Familie“, blickt der Ex-Bank-Chef zurück.

Der weitere Aufstieg war zugleich eine permanente Annäherung an Duisburg: Weber war von 1966 bis 1988 bei der WGZ-Bank tätig, der Zentralbank der Volksbanken und Raiffeisenbanken, erst in Koblenz, dann in Köln, schließlich in Düsseldorf. Und dort fiel er dem WGZ-Chef auf, der wohnte in Duisburg und dort wurde bei der damaligen Vereinsbank Duisburg ein stellvertretender Vorstand gesucht. Am 29. Februar 1988 trat Weber seinen Dienst an.

Schritt für Schritt nach oben

Und die Karriere ging weiter: 1990 ordentliches Vorstandsmitglied, 2006 Vorstandsvorsitzender. Und die Aufgaben waren seinerzeit nicht einfach. Die Vereinsbank schloss sich den Volksbanken in Meiderich und Ruhrort zusammen, es folgte die Fusion mit der Schwesterbank in Oberhausen und Mülheim, 2000 hatte die Volksbank Rhein-Ruhr ihre heutige Form gefunden.

288 Mitarbeiter in 21 Filialen gehören dazu, in Duisburg, Oberhausen, Mülheim und Lintorf. Die letzten Jahre bescherten der Bank mit Hauptsitz an der Düsseldorfer Straße in Duisburg das beste und zweitbeste Ergebnis der Bankgeschichte.

Denn in Zeiten wackelnder Kreditinstitute und staatlicher Schutzschirme während der Finanzkrise 2008/2009 standen die genossenschaftlichen Banken wie die Musterknaben da, nachdem man sie zuvor in der schillernden Branche eher belächelt hatte. Weber: „Wir waren vorher immer als etwas verstaubte, konservative Banker angesehen.“

Geld bleibt in der Region

Und zwar wegen eines Geschäftsprinzips, das Hans Weber schlicht als „solides Wirtschaften“ bezeichnet. Geld werde in der Region eingesammelt und auch in der Region verliehen: „Wir kennen den Kunden, wir sind auf Augenhöhe mit unseren Geschäftspartnern.“

Weichen für die Zukunft sind gestellt

Für die Zeit nach Hans Weber hat der Bankchef auch schon die Weichen gestellt. Der Aufbau „guter, qualifizierter“ Nachfolger sei Aufgabe eines verantwortungsbewussten Unternehmers, sagt er. Seine V­orstandskollegen Carsten Soltau und Thomas Diederichs ­übernehmen mit einem weiteren, noch vom Aufsichtsrat zu kürenden Volksbank-Manager das Ruder.

Willi Mohrs

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