Das aktuelle Wetter Oberhausen 11°C
Wirtschaft

Geborener Genossenschaftler

28.06.2012 | 13:14 Uhr
Geborener Genossenschaftler
Bankchef Hans Weber ist im Ruhestand.

Oberhausen. Fast ein Viertel Jahrhundert stand Hans Weber an der Spitze der Volksbank Rhein-Ruhr und ihrer Vorgänger. Den letzten Arbeitstag hat der 62-jährige überzeugte Anhänger des Genossenschaftsgedankens nun hinter sich.

„Wir waren eine Raiffeisen-Familie“

Kein Wunder eigentlich: Schon Vater und Großvater des 1950 in im 400-Seelen-Dorf geborenen Weber führten die örtlichen Raiffeisenbanken, er selbst begann seine Karriere mit einer Lehre bei der Raiffeisenbank, zwei Brüder arbeiteten bei der Raiffeisen-Warenzentrale: „Wir waren eine Raiffeisen-Familie“, blickt der Ex-Bank-Chef zurück.

Der weitere Aufstieg war zugleich eine permanente Annäherung an Duisburg: Weber war von 1966 bis 1988 bei der WGZ-Bank tätig, der Zentralbank der Volksbanken und Raiffeisenbanken, erst in Koblenz, dann in Köln, schließlich in Düsseldorf. Und dort fiel er dem WGZ-Chef auf, der wohnte in Duisburg und dort wurde bei der damaligen Vereinsbank Duisburg ein stellvertretender Vorstand gesucht. Am 29. Februar 1988 trat Weber seinen Dienst an.

Schritt für Schritt nach oben

Und die Karriere ging weiter: 1990 ordentliches Vorstandsmitglied, 2006 Vorstandsvorsitzender. Und die Aufgaben waren seinerzeit nicht einfach. Die Vereinsbank schloss sich den Volksbanken in Meiderich und Ruhrort zusammen, es folgte die Fusion mit der Schwesterbank in Oberhausen und Mülheim, 2000 hatte die Volksbank Rhein-Ruhr ihre heutige Form gefunden.

288 Mitarbeiter in 21 Filialen gehören dazu, in Duisburg, Oberhausen, Mülheim und Lintorf. Die letzten Jahre bescherten der Bank mit Hauptsitz an der Düsseldorfer Straße in Duisburg das beste und zweitbeste Ergebnis der Bankgeschichte.

Denn in Zeiten wackelnder Kreditinstitute und staatlicher Schutzschirme während der Finanzkrise 2008/2009 standen die genossenschaftlichen Banken wie die Musterknaben da, nachdem man sie zuvor in der schillernden Branche eher belächelt hatte. Weber: „Wir waren vorher immer als etwas verstaubte, konservative Banker angesehen.“

Geld bleibt in der Region

Und zwar wegen eines Geschäftsprinzips, das Hans Weber schlicht als „solides Wirtschaften“ bezeichnet. Geld werde in der Region eingesammelt und auch in der Region verliehen: „Wir kennen den Kunden, wir sind auf Augenhöhe mit unseren Geschäftspartnern.“

Weichen für die Zukunft sind gestellt

Für die Zeit nach Hans Weber hat der Bankchef auch schon die Weichen gestellt. Der Aufbau „guter, qualifizierter“ Nachfolger sei Aufgabe eines verantwortungsbewussten Unternehmers, sagt er. Seine V­orstandskollegen Carsten Soltau und Thomas Diederichs ­übernehmen mit einem weiteren, noch vom Aufsichtsrat zu kürenden Volksbank-Manager das Ruder.

Willi Mohrs



Kommentare
Aus dem Ressort
Ein weiblicher Tausendsassa
Menschen
Angelika Brixa ist eine ansteckend dynamische Frau. Über die Liebe fand sie zum Handwerk. Dort ging sie keiner Herausforderung aus dem Weg. Nebenbei managte sie noch die fünfköpfige Familie. Heute leitet die 54-Jährige zusammen mit ihrem Sohn Christian den Familienbetrieb in Oberhausen-Lirich.
Lyzeum in Oberhausen hat einen neuen Eigentümer
Problemhäuser
Die Delou Beteiligungs GmbH aus Greven hat nach längerem Hin und Her nun doch den Zuschlag für das seit 14 Jahren leerstehende frühere Lyzeum an der Elsa-Brändström-Straße im Rathausviertel Oberhausen erhalten. Details zu Verkaufsumme und Vorhaben sind bisher unbekannt.
Oberhausener in Essen mit 41 Gramm Drogen erwischt
Drogen
In der Bauchtasche eines 30-jährigen Mannes aus Oberhausen fanden Bundespolizisten am Mittwochnachmittag 37 Gramm Amphetamine, vier Gramm Ecstasy und 1025 Euro Bargeld. Der Mann war den Beamten am Bahnhof Essen-West aufgefallen, weil er sich verdächtig verhielt. Jetzt ermittelt die Polizei.
Oberhausen braucht 200 neue Unterkünfte für Flüchtlinge
Asylbewerber
Die Sitzung des letzten Sozialausschusses endete mit dem Appell, privaten Wohnraum für Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen. Sozialamtsleiter Achim Kawicki hatte zuvor dargelegt, dass 200 zusätzliche Unterkunftsplätze gebraucht würden. Es sollen daher zusätzliche Wohncontainer aufgestellt werden.
Duisburger Telefonseelsorge besteht seit 40 Jahren
Soziales
Die Telefonseelsorge Duisburg Mülheim Oberhausen besteht seit 40 Jahren. In dieser Zeit wurden 720.000 Anrufe beantwortet, 20.000 allein im letzten Jahr. 120 Ehrenamtliche leisten den Dienst. Sie werden regelmäßig geschult. Jüngster Trend: Immer mehr Menschen bereiten Armut und Arbeitslosigkeit...
Fotos und Videos
Rot frisst Blau mit 6:0
Bildgalerie
Niederrheinpokal
City als Partymeile
Bildgalerie
Musik-Sommer-Nacht