Das aktuelle Wetter Oberhausen 9°C
Städtisches Personal

Der Nachwuchs winkt ab

17.06.2012 | 10:00 Uhr
Der Nachwuchs winkt ab
Protest mit bitterer Note: Im Streit um den von der Bezirksregierung verfügten Ausbildungsstopp bei der Stadt gab es einst Demonstrationen im Rathaus. Heute bekommt Oberhausen die erkämpften Stellen nicht besetzt.

Oberhausen.  Im Wettbewerb um gute Auszubildende zieht Oberhausen zunehmend den Kürzeren.

Zwischen Oberhausen und der Bezirksregierung gab es in den vergangenen Jahren viele Auseinandersetzungen, aber bei kaum einem Thema waren sie so heftig wie in Sachen Ausbildung bei der Stadt. Düsseldorf verhängte Stopps und kassierte Ratsbeschlüsse, doch auch der Oberbürgermeister und die seinen gingen in dieser symbolträchtigen Frage auf Konfrontationskurs. Man werde, so die Botschaft, für die Ausbildungsplätze kämpfen. Inzwischen ist der Spielraum wieder größer. Bittere Ironie: Die Stellen, die die Stadt nun anbieten darf, bekommt sie nicht besetzt.

Angekratztes Image

Eigentlich sollten zum 1. September 23 Nachwuchskräfte in Oberhausen ihren Dienst antreten – zehn Anwärter für den gehobenen Beamtendienst, zwölf angehende Verwaltungsfachangestellte und ein Vermessungstechniker. Doch für vier dieser Stellen fanden sich keine geeigneten Bewerber. Zwar gab es nach einem umfangreichen Auswahlverfahren eine Liste mit Wunschkandidaten sowie eine Reserveliste, am Ende aber hatten sich viele der jungen Männer und Frauen offenbar anders orientiert. Auch die Arbeitsagentur konnte nicht aushelfen.

Kann es sein, dass Oberhausens angekratztes Image sich inzwischen auch auf seinen Ruf als Arbeitgeber ausgewirkt hat? „Das will ich nicht ausschließen“, sagt Personaldezernent Jürgen Schmidt, der die ganze Situation sehr bedauerlich findet. Er habe ja sogar Verständnis für die jungen Leute. Denn letztlich ist es nicht bloß das Image, sondern sind es handfeste Standortfaktoren, die Oberhausen im Wettbewerb um guten Nachwuchs gegenüber anderen Kommunen schlecht aussehen lassen.

Junge Leute brauchen eine Chance

„Andere Städte können bei Ausbildungsbeginn eine Übernahme garantieren. Das können wir nicht.“ Auch dass es in der Oberhausener Verwaltung manchen Beförderungsstau gibt, dürfte sich unter den Berufsanfängern herumgesprochen haben. Dass die Qualität der Oberhausener Ausbildung als solche ein schlechtes Renommee habe, glaubt Schmidt dagegen nicht.

Was die aktuelle Besetzungsrunde angeht, so werden die städtischen Personalverantwortlichen dem Rat vorschlagen, die vier vakanten Stellen zurückzunehmen. „Nicht zuletzt wegen der Vorschläge zur Reduktion des Personals im Rahmen der Haushaltskonsolidierung“, sagt Schmidt, der sich allerdings bewusst ist, dass diese Einsparung der Stadt auf Dauer nicht hilft. „Wir müssen dafür sorgen, dass wir jungen Leuten in gewissem Umfang eine Chance bieten, sonst sind wir hier irgendwann alle im gleichen Alter.“

Man wolle in der nächsten Zeit die Augen offenhalten, was sich auf dem Bewerbermarkt tut, und die jetzt nicht vergebenen Ausbildungsplätze möglicherweise im kommenden Jahr zusätzlich ausschreiben. „Für diese Stellen haben wir bei der Bezirksregierung schließlich gekämpft.“

Helen Sibum



Kommentare
17.06.2012
13:13
Wer bei einer der verschuldeten Städte eine Ausbildung beginnt, kann auch Bergmann lernen.
von Schantall | #3

Wie verstahlt muss man sein? Eine Übernahme ist doch völlig unwahrscheinlich.

Aber im Ernst: Muss man Büroschlaf extra lernen??

1 Antwort
Der Nachwuchs winkt ab
von Rondus | #3-1

Bei diesem gewählten Namen ist die Qualität des Kommentars kein Wunder:::

17.06.2012
11:09
Der Nachwuchs winkt ab -kein Wunder
von Stukkadierta | #2

Wer möchte denn schon in einer Verwaltung ausgebildet werden, dessen oberster Dienstherr die eigene Stadt vorführt und der Lächerlichkeit preisgibt? Einen solchen Ausbildungsbetrieb kann man nicht mehr ernst nehmen.

17.06.2012
10:27
Der Nachwuchs winkt ab
von Ruhrius | #1

Seht das Positive und nutzt das Geld zum Haushaltssparen!

Aus dem Ressort
Auf der Jagd nach wilden Müllkippen in Oberhausen
Umwelt
1045-mal mussten die WBO-Mitarbeiter bereits ausrücken, um solche Dreckecken zu beseitigen. Manchmal wird der Umweltsünder geschnappt.
40 Jahre fit wie ein Turnschuh
Vereine
Die Frauengymnastikgruppe des Radsportvereins Adler schwört auf wöchentliche Bewegung. Nicht nur Gymnastik, auch Ausflüge und Feste schweißen die Frauen zusammen.
Oberhausener entscheiden über Spendenvergabe der Volksbank
Soziale Förderung
Zum 150. Geburtstag hat sich die Volksbank Rhein-Ruhr in Oberhausen etwas ganz Besonderes ausgedacht: Initiativen können sich, wie üblich, um Geld aus dem Spendentopf der Bank bewerben — aber nicht die Bank allein entscheidet über die Vergabe, sondern die Bürger.
Warten auf besseres Wetter
10 Jahre Montagsdemo
Vor zehn Jahren begannen die Montagsdemonstrationen - auch in Oberhausen. Von anfangs 200 Teilnehmern sind noch rund zehn übrig. Sie lassen sich aber nicht beirren und fordern weiterhin: „Weg mit Hartz IV.“ Die älteren Menschen erreichen sie noch immer mit ihrer Botschaft. Bei den Jüngeren haben sie...
Offene Bühnen bereichern dieMusikszene in Oberhausen
Szene
Im Resonanzwerk startet im September eine Open Stage. Auch in Altenberg gibt’s Jam Sessions. Jeder ist willkommen, ob Zuhörer oder Musiker. Die technische Grundausstattung auf der Bühne ist vorhanden, Musiker können sofort loslegen oder passende Mitstreiter suchen.
Fotos und Videos
Rot frisst Blau mit 6:0
Bildgalerie
Niederrheinpokal
City als Partymeile
Bildgalerie
Musik-Sommer-Nacht