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600 Kilo Rauschgift im Auto

23.02.2012 | 06:00 Uhr
600 Kilo Rauschgift im Auto

Oberhausen. Ziemlich unglaublich, was sich da in der Nacht von Montag auf Dienstag auf der Mülheimer Straße ereignete. Da stoppten Polizeibeamte einen 25-jährigen Niederländer, weil er bei Rot über eine Ampel gefahren war. Und was hatte der 25-Jährige im Auto: 600 Kilogramm einer Droge, die sich Khat nennt. „Der Wagen war bis zum Dach mit Kath vollgepackt“, sagt Michael Mende, Leiter des auch für Drogendelikte zuständigen Kriminalkommissariates 12.

Aber nicht nur, dass das Auto voll mit dem Betäubungsmittel war, der Fahrer selber war „völlig zugekifft“. Ein Drogentest reagierte bei dem Mann positiv auf Cannabis . „Deshalb hat er bestimmt auch am Autobahnkreuz Oberhausen die Abfahrt verpasst und ist auf der A 516 gelandet“, schätzt Mende. Pech für den Niederländer. Ein Glücksfall für die Polizei, die damit die bisher größte Menge Kath überhaupt in der Stadt sicher stellen konnte.

"In Oberhausen spielt Khat keine Rolle"

Khat, eine Alltagsdroge in Ostafrika mit stimulierender Wirkung, enthält Cathinon und fällt in Deutschland unter das Betäubungsmittelgesetz. „In Oberhausen spielt die Droge überhaupt keine Rolle“, erklärt Mende. Europäer nähmen kein Khat, sagt er. Das sei eine Droge der Ostafrikaner. Und so war auch der Niederländer auf dem Weg nach Dänemark. „Wahrscheinlich, um dort eine größere Gruppe Ostafrikaner zu beliefern“, schätzt Mende. Er erzählt, dass der Oberhausener Polizei schon einmal ein Khat-Kurier ins Netz ging. Der ebenfalls bloß auf der Durchreise gewesen sei.

Welchen Wert das Khat hat, kann Mende schlecht sagen. Bei Wikipedia ist zwar nachzulesen, der Stoff werden in Dänemark auf dem Schwarzmarkt mit 60 Euro pro Kilogramm gehandelt. „Es könnte aber auch wesentlich teurer sein“, überlegt Mende.

Niederländer wurde dem Haftrichter vorgeführt

Das Khat im Auto des 25-Jährigen war in 62 Jutesäcken verpackt. Die Blätter des Khat-Strauchs, die von den Konsumenten gekaut werden, vertrocknen schnell und verlieren dann ihre Wirkung. „Damit sie feucht bleiben, werden sie in Bananenblätter eingebunden“, sagt Mende. Wegen der raschen Verderblichkeit der Droge müsste auch die Polizei ganz schnell Proben nehmen, um den Wirkstoffgehalt exakt feststellen zu können. Der spielt wiederum beim Strafmaß eine Rolle.

Der Niederländer, der behauptete, von dem Inhalt der Säcke nichts gewusst zu haben, wurde vorläufig festgenommen und am Mittwoch dem Haftrichter vorgeführt. Bei ihren weiteren Ermittlungen setzt die Oberhausener Polizei nun auch auf die Amtshilfe der niederländischen Kollegen.

Andrea Micke


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