Tragische Liebe: Romeo und Julia
01.02.2010 | 21:12 Uhr 2010-02-01T21:12:00+0100
Neuenrade. Eine ganz große Liebesgeschichte, deren Ausgang jeder kennt - und doch war die Spannung im Kaisergarten greifbar - Stille bis zum letzten Akt.
Jeder Blick im gut gefüllten Saal war auf die Bühne gerichtet. Dramatische Kämpfe der verfeindeten Familien, mitreißende Liebesszenen, Musik und Tanz - es war ein Augen- und Ohrenschmaus.
Die Darbietung der Shakespeare Company aus Berlin war ein Volltreffer. „Wir wollen mit dem Stück auch das junge Publikum erreichen und zeigen, wie spannend das Stück ist, das ist uns gelungen”, freute sich Christian Leonard schon in der Pause. Der Gründer der Company übersetzte das Stück und inszenierte es auch. So ein zugängliches und aufgeschlossenes Publikum wie in Neuenrade hatte das Ensemble mit einem Werdohler Techniker in seinen Reihen selten zuvor erlebt.
Und dabei kommen die Schauspieler schon bundesweit herum. Neben dem monatlichen Auftritt „zu Hause” in Berlin stehen im Jahr rund 25 Gastspiele auf dem Plan. „Und wenn man dann in so einem tollen Saal, wie hier in Neuenrade spielen kann, dann macht es gleich noch mehr Spaß. Unsere Schauspieler müssen singen können und unterschiedliche Instrumente beherrschen um das Publikum zu erreichen. Da ist es natürlich schön, wenn man mit so einer grandiosen Resonanz belohnt wird”, erklärte Leonard, auch wenn es diesmal nicht ganz ausverkauft war.
„Das liegt vermutlich an den Straßenverhältnissen”, war Monika Arens von der Kulturabteilung aber zufrieden, denn viele leere Plätze blieben nicht.
Im ersten Teil des Theaterstücks kam die Komödie im alten Verona ein wenig zum Tragen. Die Charaktere präsentierten sich und ermöglichten dem Publikum so, eine Bindung aufzubauen. Die Tatsache, dass die Bühne teilweise auf den ganzen Zuschauerraum ausgeweitet wurde, kam dem sicherlich entgegen.
Romeo und Julia - eigentlich eine Tragödie. Nach der Pause nahm diese ihren Lauf. Die Tragik der Liebesgeschichte wurde rührend inszeniert. Josef Brockhagen hatte in der Begrüßung eine Sternstunde des Theaters angekündigt. Das war sie in der Tat. Ergreifend vor allem das tragische Finale mit dem Tod des Liebespaares.
Christian Leonard hatte bei der gut zweistündigen Inszenierung nichts dem Zufall überlassen. Besonderes auch bei der Musik: Der Komponist Hans Leo Haßler wurde, wie Shakespeare, im Jahr 1564 geboren. „Man erlebt bei uns Musik aus der Shakespeare-Zeit”, so Leonard.
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