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Hunde in der Schule

Geduldiger Lehrer auf vier Pfoten

18.12.2009 | 07:30 Uhr
Geduldiger Lehrer auf vier Pfoten

Schnute will jedes Kind mal streicheln. Kein Wunder: Gerade mal zehn Wochen alt ist der Welpe, hat ein dichtes, warmes Fell und ist einfach nur lieb. Pädagogin Nina Busbach brachte ihn gestern mit in die Grundschule.

Dort ist Kasimir voll in das pädagogische Konzept mit eingebunden. Er ist der Papa von Schnute, vier Jahre alt und ein ganz besonders wesensguter Hund der Rasse Elo. Nina Busbach hat Lehramt mit dem Schwerpunkt Sport studiert. Früh interessierte sie sich im Rahmen ihrer Ausbildung für den Einsatz von Hunden im Klassenzimmer.

Durch deren Anwesenheit entsteht eine lockere, freundliche Atmosphäre, hat sie festgestellt. Verbale und körperliche Agressionen gehen deutlich zurück – gerade bei Kindern mit emotionalem und sozialem Förderbedarf. „Zurückhaltende Schüler öffnen sich und auffällige Kinder lassen sich dank des Hundes wesentlich einfacher in den Unterrichtsablauf integrieren”, weiß Nina Busbach.

Seit dem Frühjahr setzt sie ihren Kasimir auch in der Grundschule in Wiblingwerde ein. Das Konzept beruht auf zwei Säulen: Der vierjährige Hund der Rasse Elo begleitet den Fachunterricht im Klassenverband, oder er kommt im Bereich der Einzel- und Gruppenförderung zum Einsatz. Gerade im Umgang mit verhaltensauffälligen Kindern erweist er sich als ein guter therapeutischer Begleiter.

„Ein leseschwaches Kind kann dem Hund in aller Ruhe etwas erzählen, denn der hört immer gut zu”, nennt Nina Busbach ein Beispiel. Kinder offenbaren Kasimir ihre Gefühle, Ängste, Sorgen und Freuden. Dabei müssen sie nicht mit unerwarteten und vielleicht verletztenden Reaktionen rechnen, denn der Hund ist immer ein Freund. Er ist wertfrei und verhält sich auch so.

Natürlich müssen die Kinder Rücksicht auf ihren tierischen Unterrichtsbegleiter nehmen. „Es gibt klare Regeln im Umgang mit dem Hund”, betont Nina Busbach. Das Tier muss Rückzugsmöglichkeiten haben und Ruhephasen einhalten. Die artgerechte Haltung ist für die hundebegeisterte Lehrerin selbstverständlich.

Um Kasimir optimal in den Unterricht einzubinden, besucht seine Besitzerin Seminare bei Cole Canido in Iserlohn. Außerdem informiert sie sich beim Arbeitskreis Schulhunde. Der Hund teilt beispielsweise Aufgabenblätter an die Kinder aus. Die trägt er in einer Tasche auf dem Rücken. Ruhig verharrt er an jedem Tisch und wartet, bis jedes Kind sein Blatt entnommen hat.

Die Grundschule Wiblingwerde mit ihrer engagierten Leiterin Anja Ihme war landesweit unter den ersten 40 Schulen, die sich an ein solches Projekt gewagt haben. „Inzwischen machen schon sehr viel mehr Schulen mit”, weiß Nina Busbach. Auch die junge Pädagogin ist mit ihrem Hund noch in zwei weiteren Schulen in Nachrodt und in Altena tätig.

Klaus Schliek

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