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Stromsparhelfer sind unterwegs

18.03.2010 | 16:37 Uhr

Sie besuchen Haushalte, um zu gucken, wo sich Energie einsparen lässt. Sie tauschen Glühbirnen aus, bauen neue Perlatoren in Wasserhähne ein oder erhöhen die Kühlschranktemperatur um ein Grad. Stromsparhelfer nennt sich dieser Job, Teil eines neuen Projekts im EN-Kreis. Die Caritas tut dreifach Gute

Denn die Stromsparhelfer sind Langzeitarbeitslose, die nun eine sinnvolle Aufgabe haben. Sie besuchen nur einkommensschwache Haushalte, für die der Service kostenlos ist. Und umweltfreundlich ist die ganze Sache sowieso.

Dass sie nicht neu ist, schadet deshalb nicht. 2005 – seit es Hartz IV gibt – habe die Caritas Frankfurt den Stromsparcheck eingeführt, erklärt Thomas Koslowski vom Caritasverband Hagen, mit dem die Wittener Caritas nun kooperiert. 2007 startete das Projekt bundesweit an über 70 Standorten. Und nun eben seit Januar auch im EN-Kreis – wobei sich das „Basislager“, wie Hartmut Claes von der Caritas Witten es nennt, an der Hauptstraße befindet.

Qualifiziert für

den neuen Einsatz

Die potentiellen Stromsparhelfer bewerben sich direkt bei der Caritas. Sie sollten eine gewisse Außenwirkung haben und kontaktfreudig sein. In 60 bis 100 Stunden werden sie für ihren Einsatz – den Lohn finanziert die Jobagentur – qualifiziert und dann kann es losgehen.

Um überhaupt erstmal Haushalte zu finden, die ihren Energieverbrauch prüfen lassen wollen, bieten die Stromsparhelfer gezielt Infoveranstaltungen an in Vereinen, die Hartz-IV-Bezieher betreuen. Natürlich liegen auch Flyer aus. Aber, sagt Holger Vorwerk (31), das bringe nicht ganz so viel. Denn die Leute seien schon misstrauisch – weil sie Angst haben, kontrolliert zu werden, und weil man heute so selten noch etwas umsonst bekommt.

Vorwerk ist einer von elf Helfern, die in den letzten Wochen schon 58 Haushalte im EN-Kreis besucht haben. Er kommt aus Gevelsberg, ebenso wie Antonio Afonso (40) und Andrea Strömsdörfer (37). Kollege Carsten Hoffmann (31) dagegen stammt aus Ennepetal. Ein Wittener ist auch dabei, doch der werde gerade in Hagen geschult, weiß Thomas Koslowski.

Immer zu zweit tauchen die Stromsparhelfer bei den Familien, die sich gemeldet haben, auf. Beim ersten Besuch inspizieren sie jedes Zimmer, prüfen jede Lampe, jede Heizung. Im Durchschnitt dauert das eine Stunde. Die Werte geben sie in eine Datenbank ein und gucken dann, wo und wie Energie gespart werden kann. Er habe schon Kunden gehabt, bei denen überall 100-Watt-Birnen leuchteten, oder die bis zu drei Gefriertruhen hatten, sagt Hoffmann. Lose Kabel und Sicherungskästen sind dagegen tabu für die Helfer.

Helfern macht

neuer Job viel Spaß

Beim zweiten Besuch bauen sie die notwendigen, ökologisch sinnvollen Geräte ein. Etwa 70 Euro pro Haushalt kosten die und werden vom Bundesverband der Energie- und Klimaschutzagenturen finanziert. Bis zu 150 Euro günstiger werde die Strom-, Wasser- und Heizkostenabrechnung für die Betroffenen pro Jahr, sagt Thomas Koslowski. Und betont: „Daran ist kein Haken. Wir tun nur Gutes.“ Bei Alleinstehenden könne das zusätzlich auch mal ein längeres Gespräch sein.

Den Helfern macht ihr neuer Job jedenfalls Spaß. „Da gibt's nichts zu quengeln“, sagt Holger Vorwerk.

Und Stromsparhelfer Antonio Afonso ergänzt: „Die Arbeit ist vielfältig. Man ist viel unterwegs und lernt neue Leute kennen.“

Annette Kreikenbohm

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