Sandkastenspiele
04.04.2008 | 18:27 Uhr 2008-04-04T18:27:24+0200Von Klaus Görzel Manchmal bleibt ein übler Beigeschmack, wenn Kinder bei Demonstrationen aufgefahren werden - und sei es in eigener Sache. ...
... "Wo sollen wir dann spielen?", steht auf dem Plakat, das der Steppke außer den Eltern mit in den Jugendhilfeausschuss gebracht hat. Lesen kann er das noch nicht. Aber gefragt hätte er sich das bestimmt, wäre der Spielplatz Robert-Koch-Straße tatsächlich abgebaut worden. Kein Nachgeschmack also. Paradebeispiel für Politik
Mit zwei Altersgenossen haben die Eltern ihn extra in die zweite Stuhlreihe der Zuschauerecke im kleinen Stadtsaal gesetzt. So kann die Rasselbande nicht gleich rumlaufen, wenn es ihr langweilig wird. Als die Eltern dann endlich erleichtert zur Kenntnis nehmen können, dass die Schließung des Kinderspielplatzes vom Tisch ist, hat das Trio längst das Stadtsaalfoyer zum Spielplatz gemacht. Kinder brauchen Bewegung.
Bewegung gibt es natürlich auch auf andere Art. Im Denken beispielsweise, oder im Fortlauf von Verhandlungen. Beides hat dazu geführt, dass aus dem Kampf für Sandkastenspiele am Loh ein Paradebeispiel dafür geworden ist, wie Politik aussehen sollte.
Dazu zählt, dass Ausschussmitglieder eigene Vorschläge für überdenkbar halten. Dazu zählt aber auch die Einsicht, dass man als Elternteil etwas dafür tun muss, damit die eigenen Kinder ein kleines Abenteuerland vor der Haustür behalten.
Der Jugendhilfeausschuss hat auf einen Rückbau des Spielplatzes Robert-Koch-Straße verzichtet, er hat aber daran festgehalten, dass ein Beitrag zur Senkung der städtischen Kosten nötig ist. Die Eltern haben den Verzicht auf den Rückbau erreicht, müssen dafür aber einen verlässlichen Anteil an der Pflege und womöglich auch an den Kosten übernehmen. So sehen echte Kompromisse aus.
Manchmal ist es gar nicht so schlecht, wenn beim Sandburgenbauen gleich zwei die schönsten Bauten haben.(WR-Bild: Nora)
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