Misshandelte Kinder suchen Gehör
12.05.2009 | 17:42 Uhr 2009-05-12T17:42:00+0200Die Freie Arbeitsgruppe Johanna-Helenen-Heim zeigt sich enttäuscht, dass speziell den Gräueltaten an behinderten Kindern am „Runden Tisch Heimkinder” in Berlin keine besondere Beachtung zukommen soll.
Letzte Hoffnung der Arbeitsgruppe: Die Einrichtung eines solchen „Runden Tisches Heimkinder” auf Länderebene - unter erklärter Einbeziehung der Misshandlungen von behinderten Kindern.
„Man sperrt die Hilflosesten der Gesellschaft, behinderte und Schulkinder, die im Alter ihr Recht einfordern, vom ,Runden Tisch' aus”, so Helmut Jacob. Er ist Vorsitzender der Arbeitsgruppe, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Zustände im Johanna-Helenen-Heim der unmittelbaren Nachkriegsjahre zu benennen und den Opfern beizustehen.
Von Zwangsfütterungen, Tritten und Schlägen, aber auch von sexuellen Übergriffen auf behinderte Kinder ist in dem Zwischenbericht zweier Historiker die Rede, die im Auftrag der heutigen Evangelischen Stiftung Volmarstein die Heimwirklichkeit in der Zeit der Orthopädischen Anstalten Volmarstein erforschen.
Der „Runde Tisch”, der in Berlin vom Bundestag aufgestellt wurde, werde sich seinem Auftrag gemäß „ausschließlich mit der damaligen Heimerziehung befassen können”, zitiert die Freie Arbeitsgruppe aus einem Antwortschreiben aus Berlin. Überraschend kommt das für die Arbeitsgruppe aber nicht.
Seit langem hätten die behinderten Heimopfer einen engagierten Vertreter, der sich intensiv für ihre Rechte einsetze, so Helmut Jacob. Gemeint ist der Psychologe und Theologe Dierk Schäfer. „Er wurde mit dem gleichen Schreiben auch abserviert”, so der Gruppensprecher.
Ohne Angst bis
zum Lebensende
Die Vermutung von Helmut Jacob: „Offensichtlich ist Schäfer für die Rechtsnachfolger der Einrichtungen, die damals so viel Unheil angerichtet haben, zu unbequem.” So fordert Schäfer etwa einen Opferentschädigungsfonds.
Damit die misshandelten Kinder aus Behinderteneinrichtungen doch noch entsprechendes Gehör finden, hat die freie Arbeitsgruppe bereits Regina van Dinther angeschrieben. Die Landtagspräsidentin soll einen „Runden Tisch Heimkinder” für Nordrhein-Westfalen einrichten. Ziel dieses Tisches müsse es sein, Assistenz für behinderte Menschen bis zum Lebensende abzusichern, „damit die Opfer von damals ohne Angst ihren Lebensabend verbringen können.”
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22:41
Wenn der Runde Tisch sich den Verbrechen an körperbehinderte Menschen in besonderer Weise annimmt, müssen wir uns fragen, wieso sie es nicht machen. In der Gegenwart könnten wir ja annehmen dass in der heutigen Zeit eine Geleichstellung von körperlich behinderten Menschen statt findet. Wir wissen alle, dass es nicht so ist und schon gar nicht in der damaligen Zeit so war. Hier zählen die Verbrechen an körperbehinderte Menschen doppelt. Einmal die seelischen Traumata und dann die körperlichen Behinderungen. Es bleibt doch tatsächlich zu überlegen, ob nicht bei entsprechender qualifizierter medizinischen Behandlung die körperlichen Einschränkungen ein grenzbarer gewesen wären, wenn es da nicht diese Grausamkeiten gegeben hätte. Da hat nun ein kleines Mädchen schon mit sieben Jahre die Nachttöpfe der anderen Kinder säubern müssen, auch schwerst - körperlich behinderte andere Kinder helfen müssen und zum allen Übel hat man ihr extreme Gewalt angetan. Sie hat nichts bekommen, weder Gotteslohn noch irgendetwas dass annähernd etwas mit Menschlichkeit und Zuwendung im Zusammenhang steht. Man hat sie gezwungen ihr Erbrochens zu Essen und ihr dabei das Nasenbein gebrochen. Soll en nun alle diese Schandtaten der damaligen Diakonissen, die das Kreuz auf der Brust und den Teufel im Nacken hatten in irgendeiner nicht nachvollziehbaren Entscheidung des Runden Tisches ignoriert werden?
Ich kann nur hoffen, dass endlich einmal zur Kenntnis genommen wird, dass da Menschen auf Hilfe warten, die ihnen das Leben ein wenig erträglich machen. Das ist doch nicht zu viel verlangt!!
Wacht endlich mal da am Runden Tisch auf und fangt an Euch Gedanken zu machen, wie das weitere Procedere nun sein soll, bevor Ihr zur Unmenschlichkeit verkommt.
Oerni
00:52
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