Jugend gegen Jamaika-Sparpläne
17.03.2010 | 16:26 Uhr 2010-03-17T16:26:00+0100
Das war eine machtvolle Demonstration der Mädchen und Jungen der Grundschule Kirchende, der Jugendlichen und Kinder des Jugendzentrums „MiTTendriN”, der Senioren aus Ende und vieler AWo-Mitglieder:
Sie alle demonstrierten am Dienstagnachmittag auf dem Rathausvorplatz gegen die Sparpläne von CDU, Grünen, und FDP - der Jamaika-Koalition im Rat.
Der Zeitpunkt war passend gewählt: Als die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses vor dem Ratssaal eintrafen, mussten sie sich ihren Weg durch eine dichte Menschentraube bahnen, vorbei an Transparenten und Plakaten: „Kein MiTTendriN - macht das Sinn?”, „Kinder und Jugendliche sind in Herdecke nichts wert”, „Wir lieben unsere Grundschule Kirchende” oder in Anspielung auf die Pisa-Studie (Politiker im Sparwahn am falschen Ende) war da zu lesen.
Und dass gleichermaßen Senioren und Jugendliche auf die Straße gingen, um für den Erhalt ihrer Schule und ihres Treffpunktes zu demonstrieren, das verunsicherte die Politiker schon: Einige suchten den direkten Weg in den Ratssaal, andere schauten sich das Treiben lieber von oben auf der Terrasse an. Zu den wenigen, die den direkten Kontakt mit der Jugend suchten, gehörte Bürgermeisterin Katja Strauss-Köster, die um Verständnis für die Jamaika-Sparpläne warb.
Sie stieß jedoch auf taube Ohren, und da waren sich Jung und Alt eben einig: Das „MiTTendriN” muss bleiben. „Ich gehe da seit 13 Jahren hin”, so der 18-jährige Rene Weber. „Das ist wie ein zweites Zuhause für uns, die Mitarbeiter sind richtig gut und helfen uns auch bei der Jobsuche,” beschrieb Jordan Reckrühm die Zukunft „seines” Jugendzentrums, unterstützt von der Seniorin Lisa Böhm: „Wir wünschen uns betreute Jugendliche und zufriedene Senioren.”
Senioren brauchen mehr
„als ein Wohnzimmer”
Und darum ging es am Dienstag ja auch: Die Senioren fürchten um die Zukunft ihres Treffpunkts, wenn demnächst das Begegnungszentrum Westende abgerissen wird. Ob die Stadt die Räumlichkeiten des ehemaligen Lebensmittelmarktes am West-ender Weg von der HGWG anmietet, ist mehr als ungewiss. Die Politik hat den Senioren zwar zugesichert, dass sie auch in Zukunft nicht auf der Straße stehen, doch weitergehende Antworten gibt es nicht. Wer kommt als Träger in Frager (soll die AWo ausgebootet werden, weil „Jamaika” eine Ausschreibung anstrebt?), bedenkt die Politik, dass die Senioren mehr als nur „ein größeres Wohnzimmer brauchen”, wie ein besorgte Seniorin formulierte. Konkreter wurde Borghilde Heide, Leiterin des AWo-Altenclubs: „Auf unseren Feiern begrüßen wir immer bis zu 100 Gäste.”
Ja, und dann verlagerte sich die Demonstration direkt in den Ratssaal. Nachdem Bürgermeisterin Katja Strauss-Köster tapfer an der „Sie”-Anrede für alle Anwesenden festhielt und, bitte schön, das Einrollen der großen Transparente einforderte (was man auch brav befolgte),wurde die Sitzung für gut 20 Minuten unterbrochen, um Fragen aus dem Publikum zuzulassen.
„Sollen wir etwa alle nach Herdecke ins Jugendzentrum fahren”, fragte ein Jugendlicher ziemlich verzweifelt. Andere wollten wissen, warum den ins „MiTTendrin” gerade über 100 000 Euro investiert worden seien: „Um es jetzt abzureißen?” Und Jan Schaberick von den Jusos fragte unter lautem Beifall: „Wie kommt man nur auf die idee, als Erstes bei den Kindern und Jugendlichen zu sparen?”
Und wie man politisch gekonnt agiert, das stellte der 13-jährige Julian Kike unter Beweis, als er übers Mikrofon die Bürgermeisterin fragte: „Wir haben über 1 160 Unterschriften für den den Erhalt des Jugendzentrums gesammelt - darf ich die Ihnen mal übergeben?” Keine Frage, das durfte Julian - unter intensivem Blitzlichtgewitter.
„Wir sind Ihre Zukunft,
wir sorgen für sie”
Als die Bürgermeisterin dann etwas vom „wirkungsorientierten Haushalt” erzählten wollte, um herauszufinden, „was wir uns noch erlauben können”, wurde das vom Nachwuchs an die Adresse aller Politiker glatt ausgekontert: „Wir sind Ihre Zukunft, wir müssen für Sie sorgen, wenn Sie mal alt sind.”
17:32
Die so oft angesprochene Charmeoffensive kommt ja bei der Aebtissin auch schon nicht mehr vor. Ist der vielgepriesene schon verblüht???
15:25
herdecke - im land des lächelns... da kann einem wirklich jeder bissen im halse stecken bleiben
offensive sparvorschläge beinhalten dann doch wohl auch offenes dafür-eintreten und keine geheime wahl..
hochfeine absichtserklärungen als mittel zum pr-zweck scheinen wohl kaum das papier wert gewesen zu sein, auf dem sie abgelegt waren. ja, so scheint sie auszusehen, die offene spaßgesellschaft: erst nen beschluss und dann wird geguckt und vielleicht erlebt man dann sein blaues wunder, ganz ohne parteibezug.
was hab ich da mal gelesen wenn das kind in den brunnen gefallen ist, deckt man den brunnen zu - armes kind
armutszeugnis in herdecke und das bürgerbeteiligende miteinander
12:22
die bürgermeisterin gab zu das sie die vielen offenen fragen zum fehlenden konzept, über das gelände und das fehlende konzept für die jugendlichen und kinder nicht beantworten kann.
warum enthält sie sich dann bei dem grundsatzbeschluss?
wie kann der vorsitzende des jugendhilfeausschuss sich gegen die jugend einsetzten. und dann so feige sein und eine geheime wahl fordern.
warum sind die anderen jamaikaner so feige und hinterfragen ihr handeln nicht. wann waren zuletzt soviele menschen bei einer ratssitzung wie am dienstag oder donnerstag?
schön das weder herr gerigk, noch frau strauss-köster ihr lächeln verlieren....
12:14
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00:02
super herr brand da haben sie was schönes beschlossen heute. wo sind denn ihre wichtigen kommentare. schweigen sie? warum? Ich könnte auf Ihre sinnlose Politik kotzen! ich wähle die Jamaika Diktadur nicht mehr!
@ kim q. wieter so.... ich finde dich sehr süß. deine politik ist gut
18:31
Wo wohnen die meisten Bürger ,in Ende oder Stadtmitte. Mann sollte überlegen was in anderen Stadtteilen geschlossen werden kann.Bei den alten Bürgermeistern Knauer sowie Koch wäre diese Diskusion nicht erst aufgekommen.
16:26
Schade, dass sich der Herdecker Bürger weiterhin hinter einem Pseudonym versteckt!
Die Fotos sind gestern Abend unmittelbar vor dem Schließen entstanden. Kein Wunder, dass keine Kinder und Jugendlichen mehr zu sehen sind. Leider mussten wir die Seite genauso unprofessionell und spontan aus dem Boden stampfen, wie Jamaika seine Kahlschlagpläne auf den Tisch gebracht hat!
15:38
Also die Bilder sind echt schwach auf der Homepage. Wenn man sich die Bilder anschaut, bekommt man ja den Eindruck, dass niemand ins Juze gehen würden...
14:21
Die Website ist super. Jetzt können sich ja alle ein Bild von der Einrichtung machen, auch die, die den Weg bis jetzt noch nicht dorthin gefunden haben. Schade eigentlich!
Kurzer Auszug aus Herdecke kann mehr Das Wahlprogramm der UNABHÄNGIGEN Bürgermeisterin für Herdecke (Damals Bürgermeisterkandidatin) Dr. Katja Strauss-Köster : 3. Jugendliche fördern und fordern.
Das Wohnumfeld und alle dazu gehörenden Einrichtungen und Angebote sind
von zentraler Bedeutung für das Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen.
In enger Zusammenarbeit mit freien Trägern muss die Stadt in allen Ortsteilen
dafür Sorge tragen, dass junge Menschen entsprechende Angebote vorfinden,
z.B.:
· Freizeitangebote für Jugendliche erweitern
· Öffnungszeiten der Häuser der offenen Tür („Jugendzentren“) ausweiten
· Einführung eines Stadtjugendrings als Lobby von Jugendlichen
gegenüber der Öffentlichkeit, Verwaltung und Politik, um die
Rahmenbedingungen für die Jugend zu sichern und zu gestalten
· Berufsorientierung fördern und fordern
· ÖPNV-Nachtbussystem optimal an den Bedürfnissen der Jugendlichen
ausrichten
Und jetzt!
13:51
Seniorenzentrum Herdecke Ende:
wenn man sich die Bilanz- und Vermögenslage der AWO Organisation näher betrachtet, darf man feststellen, daß die AWO bei ihrer gesellschaftspolit. Tätigkeit sehr viel Geld bewegt.
Die Vermögenlage ist nicht unaktraktiv. In den nächsten 3 Jahren hat die Stadt Herdecke finanzielle Probleme. In den letzten 30 Jahren sind der AWO in Herdecke unentgeltlich Strukturen und Immobilien zur Verfügung gestellt worden. Dies sollte die AWO bedenken und für einen Zeitraum von 3 Jahren aus der Vermögenslage der AWO die Aufwände finanzieren.