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Am Ender Gemeinschaftskrankenhaus wird für die Apotheke...

Aus dem Garten frisch in die Tube

15.08.2008 | 16:47 Uhr
Aus dem Garten frisch in die Tube

Die Apotheke der Gemeinschaftsklinik macht sich einen Teil ihrer Medizin selbst: Gleich kiloweise wird die Ringelblume geerntet.

Direkt nach der Ernte wird die Calendula in der Krankenhausapotheke verarbeitet. Gisela Göbel ist Apothekerin und betreut den Wild- und Heilkräutergarten der Klinik seit nunmehr 18 Jahren. „Das läuft dann so ab”, erklärt sie die Verarbeitung der Calendula: „Apotheker Joachim Rothermund erntet morgens die Calendula-Pflanzen, in der Apotheke werden etwaige Regenwürmer, Schnecken und welke Blätter aussortiert, dann gewalzt. Dieser Pflanzenbrei kommt in die Tinkturenpresse. So gewinnen wir den Pflanzensaft, der mit Alkohol angesetzt wird, um den Gärprozess zu unterbinden. Nach zehn Tagen wird dann abfiltriert. Am Ende bleibt eine klare, grünlich-gefärbte Essenz, die zu Medikamenten verarbeitet werden kann.” So wird aus der Calendula zusammen mit Echinacea eine im Gemeinschaftskrankenhaus viel verwendete Salbe hergestellt. Gisela Göbel weiter: „Wickel, Einreibungen und Massagen werden alle mit ätherischen Ölen aus Heilkräutern gemacht. Die stellen wir in unserer Apotheke her. So dürfen sich die Patienten aussuchen, mit welcher Emulsion (Thymian, Fichtennadel, Lavendel) sie gewaschen werden wollen. Das ist ein Qualitätsmerkmal der kultivierten Pflege. Der Patient wird nicht nur einfach so schnell wie möglich mit Wasser gewaschen, sondern gepflegt. Gerade Schwerkranke schätzen das. Und die Pflegenden schätzen, wenn sie etwas für die Patienten tun können.”

Schaugarten fürLaien und Fachleute 

  Gisela Göbel erklärt, dass der Wild- und Heilkräutergarten weit mehr ist als eine Pflanzenproduktionsstätte: „Er ist ein Schaugarten für Interessierte und Laien.” Medizinstudenten, Apotheker in der Ausbildung, Pflegende, Ärzte und Patienten können hier die Pflanzen sehen, aus denen Medikamente, Tinkturen, Öle hergestellt werden. „Oft freuen sich auch Patienten, wenn sie die Kräuter sehen, deren Namen sie aus ihrer Behandlung kennen”, weiß Gisela Göbel. „Außerdem bietet der Garten einen ebenso schönen wie informativen Spazierweg. Für viele Patienten ist er erreichbar: Er ist ebenerdig und rollstuhlfreundlich, Bänke laden zum Erholen ein. So können Patienten nach einer Operation den Garten aus ihrem Fenster sehen und sich sagen: Wenn ich da erstmal hinkomme, dann geht's mir besser.” Die Pflanzen wachsen in einem mageren, Wasser führenden Lehmboden und bekommen viel Sonne. Dieses Jahr ist die Vegetation besonders üppig, weil es oft geregnet hat. Auch Insekten wissen den Wild- und Heilkräutergarten zuschätzen, überall summen und brummen sie zwischen den Pflanzen. „Der Garten ist eine Bienenweide”, so Gisela Göbel.

Helfende Händeweiter gesucht 

 Viel Arbeit macht der Garten, denn natürlich werden keine Chemikalien zur Unkrautvernichtung eingesetzt. „Deshalb wünschen wir uns ehrenamtliche Helfer. Menschen, die Lust haben, an der frischen Luft tätig zu sein”, erklärt sie. Botanisches Interesse ist natürlich von Vorteil, aber keine notwendige Vorraussetzung.



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