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Wilde Müllkippe ein Ärgernis

26.11.2009 | 20:35 Uhr
Wilde Müllkippe ein Ärgernis

Altena. Wenn es um Müll geht, haben viele Leute ihre eigene Ansicht. Sie haben meist ein gesundes Verhältnis zur Umwelt entwickelt, werfen von Kindesbeinen an den Abfall in das dafür vorgesehen Behältnis. Andere Zeitgenossen sind offenbar ohne Problembewusstsein was Abfall angeht.

Michael Sonntag vom Außendienst des Ordnungsamtes kann ein Lied davon singen. Der obere Teil des Hegenscheider Weges zieht Menschen, die sich ihrer überdrüssigen Materialien entledigen wollen, magisch an. Da hatte die Kindertagesstätte Thomas Morus kaputte Stühle zur Entsorgung angemeldet. Prompt kamen über Nacht ein Solarium, Schrankteile, Leuchtstofflampen und anderer Problemmüll dazu.

In die Container, die eigentlich für Papier und Müll aus dem Kindergarten gedacht sind, füllte ein Altenaer Bauschutt, nachdem er renoviert hatte. Dumm gelaufen, denn im Farbeimer steckte ein Brief mit Adresse.

In Nachbarschaft des Kindergartens befinden sich Wohnungen für die Obdachlosen der Stadt. Michael Sonntag kennt sie alle. Die meisten pflegen guten Kontakt mit der Behörde. Die Bewohner der Schlichtwohnungen sind hier schon jahrelang und stören niemanden, wollen aber auch nicht gestört werden.

Da sie allesamt über wenig Mittel verfügen, sammeln sie unbelastetes Holz, zum Beispiel von den Dachstühlen der Abbruchhäuser. Die Obdachlosen, allesamt Männer, ordnen das Abbruchholz, sortieren und stapeln es vor der Unterkunft. Für Mario Buchheim und Heinz Schmitz heißt das: Feuerung zum Kochen und eine warme Stube im Winter. Außerdem sind sie dadurch autark und müssen nicht die Stadt um Hilfe bitten. In tagelanger Arbeit haben sie ihr Feuerholz sortiert. Dafür haben sie die Erlaubnis.

Allerdings kommen immer wieder in der Nacht Fahrzeuge vorgefahren und kippen belastetes Holz, wie lackierte Türen und Bauelemente vor die Unterkünfte. Zum Leidwesen der Bewohner und der Behörde gleichermaßen. Als die Männer eine Abbruchfirma um das Holz aus dem Dachstuhl eines Abrisshauses baten, kippte ein Laster gleich einen Container mit 30 Kubikmeter den Abhang hinunter – mit allem Unrat nebst Teerpappe. Die Männer vom Hegenscheider Weg benötigten Tage, um Brauchbares von Unbrauchbarem zu trennen. Den größten Teil des Abfalls hat die Abbruchfirma dann auch wieder abgeholt.

Hier soll demnächst ein Zaun mit Schildern aufgestellt werden, die illegale Müllentsorgung verbieten. Außerdem wird die Örtlichkeit besser überwacht. Auf wilde Entsorger kommen drastische Strafen zu.

Altenaer, die sauberes Holz loswerden wollen, können sich beim Ordnungsamt 209335 oder 209328 melden.

Rudi Rust



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