Rail & Fly Tickets nur auf Umwegen
16.03.2009 | 20:14 Uhr 2009-03-16T20:14:00+0100Nach dem „Schalter-Beamten” sind auch seine elektronischen Kollegen vom Altenaer Bahnhofsgelände verschwunden. Tickets gibt es seitdem im Abellio-Zugabteil - aber nicht für alles und jeden.
Insbesondere Kunden mit „rail & fly-Tickets" schauen seitdem in die Röhre. Eine WR-Leserin stand jetzt ratlos am Altenaer Bahnhof. Am Gleis blickte sie nur noch auf einen Betonflicken im Pflaster. Sie hatte eine Flugreise gebucht - einschließlich Bahnfahrt zum Airport. Sie sollte eine Ticketnummer am Fahrkartenautomaten eingeben und bekomme dann ihre Fahrkarte - so hieß es in den Erläuterungen.
Anne-Katrin Axt, Sprecherin der Abellio in Essen, gesteht: An den Automaten in den Abellio-Zügen gibt es diese Rail & Fly-Tickets nicht. Die Reiseveranstalter hätten eine Rahmenvereinbarung mit der Deutsche Bahn AG getroffen. Das bedeutet: Die einmal gezogenen Karten seien natürlich auch in den Abellio-Zügen gültig. Aber der Vertrieb erfolge ausschließlich über die bahneigenen Verkaufsstellen oder -Automaten. „Uns wurde die Vertriebshoheit nicht zugestanden", erklärt Anne-Katrin Axt.
Kein Ticket mehr nach Hintertupfingen
Auch in anderen Fällen kann es zu Problemen kommen: Der Automat in den Zügen spuckt alle Nahziele des NRW-Tarifes und die wichtigsten Fernverkehrsziele der Bahn-AG aus. Wer aber nach Hintertupfingen statt München reisen will, der muss unterwegs nachlösen. Da das Durchlösen in der Regel billiger ist als zwei getrennte Tickets, wird der Bahnreisende auch finanziell abgestraft.
„Wir kämpfen an verschiedenen Fronten", sieht auch Ulli Beele vom Zweckverband Ruhr-Lippe (ZRL) das Problem. Sieben verschiedene Unternehmen fahren inzwischen allein im Gebiet des ZRL über die Gleise. Er versteht, dass die zuständige Bahn-Tochter keine Infrastruktur für andere Unternehmen aufrecht erhalten will. „An das Problem Rail & Fly hat wohl keiner gedacht", vermutet Ulli Beele.
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