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50-Jähriges: Jubiläums-Inszenierung „Mein Freund Harvey”...

Großes Theater mit Kleinem Studio

11.11.2007 | 18:10 Uhr
Großes Theater mit Kleinem Studio

Neuenrade. (luhe) Wer kennt sie nicht, die Geschichte vom unsichtbaren Hasen Harvey? Die Komödie, in dessen Hauptrolle dieser schlüpft, „Mein Freund Harvey“ von Mary Chase, wurde am Samstagabend vom Kleinen Studio Neuenrade im Kaisergartensaal aufgeführt.

Doch bevor die Zuhörer diese amüsante Geschichte miterleben konnten, bedurfte es noch etwas Geduld, denn Bürgermeister Sasse begrüßte das Publikum und würdigte bereits vorab sowohl seitens der Stadt Neuenrade als auch der Volkshochschule Lennetal das Kleine Studio und dessen Leiter und Gründer Hans Dickel anlässlich des 50-jährigen Jubiläums.  „Aber die Blumen gibt es erst am Schluss, das macht die Schauspieler jetzt ja nur nervös und die denken doch jetzt schon: hoffentlich hört der bald auf zu reden“ führte K.-P. Sasse aus, um auch selbst auf seine aktive Laufbahn in dieser Gruppe zurückzublicken und abzuschließen, dass das „Wesentliche für die Augen unsichtbar“ sei, wie in diesem Stück. Dann war es aber so weit. Der Vorhang öffnete sich und was die Zuhörer im fast ausverkauften Saal erwartete, war großes Theater. Elwood P. Dowd, gespielt von Hans Dickel, steht im Mittelpunkt dieses Stückes, soweit für das Auge ersichtlich. Er bildet sich aber ein, einen Freund zu haben: Einen 1,80 Meter großen, weißen Hasen namens Harvey, der somit die eigentliche Hauptrolle spielt. Aus diesem Grund soll er auch ins Sanatorium.  Hier kommt es aber zu Irrungen und Wirrungen mit dem Ergebnis, dass zwischenzeitlich seine Schwester, Veta Louise Simmons (Heike Dickel), aufgenommen wird. Denn sie schreibt etwaige Fantasien nur Elwoods zu, um von sich abzulenken. „Der älteste Trick der Welt bei solchen Patienten“ wie Dr. Sanderson (Peter Stein) diagnostizierte. Äußerst amüsant mit Passagen wie „Jeden Tag werden so viele Menschen überfahren, warum kann das nicht mal Elwood passieren“, einer tollen, nahezu professionellen Darstellung sämtlicher Mitspieler und insbesondere mit einer nahezu stoischen sauerländer Bierruhe von Dickel, die die Beteiligten ein ums andere Mal zur Weißglut trieb, nahm das Werk seinen Verlauf, mit dem Ergebnis, dass am Ende nahezu jeder an Harvey glaubte. Nach rauschendem Applaus am Ende der gut dreistündigen Aufführung bat Dr. Chumley in Person von Günter Hammecke das Publikum noch einen Moment um Aufmerksamkeit. Auch Hammecke würdigte Dickel, der „auf manches geschimpft“, bei dem man aber auch „viel gelernt“ habe. Seine Frau wäre da nicht ausgenommen worden, verriet er schmunzelnd. Blumen hätte weiterhin „das wunderbare Publikum verdient, aber so viele Sträuße haben wir nicht. Das schafft nur Harvey“, dankte Hammecke diesem und der kurzfristig eingesprungenen Souffleuse und übergab dann einem sichtlich gerührten Hans Dickel einen Frühstückskorb und Blumen für die Gattin. Und so gab es dann auch noch die vorab versprochenen Sträuße durch Bürgermeister Sasse und Kulturamtsmitarbeiterin Monika Arens. In den weiteren Rollen spielten am Samstagabend im Kaisergartensaal: Wally Roccotelli-Skora, Bernd und Regine Rüschenberg, Christiane Klüter, Christel Hammecke, Peter Kropp und Heinz Löhnhardt.

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