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Harald de Vries ist ein echter Umsteiger

Fit zum Job: Täglich per Rad nach Hagen

17.07.2009 | 18:02 Uhr

Harald de Vries hat exakt diese Strecke im vergangenen Jahr zurückgelegt – und zwar nicht mit dem Auto oder dem Flugzeug, sondern mit dem Rad. Jeden Tag fährt der 56-Jährige von seinem Haus in der Nette zur Arbeitsstätte beim Hagener Umweltamt. Täglich 58 Kilometer – bei Hitze, Regen und Schnee.

Harald de Vries hat seit jeher ein ganz besonderes Verhältnis zur Natur. Nach der Schule sollte er der Familientradition entsprechend eine Lehre im Metallbereich absolvieren.

Doch da spielte die Lehrerin des Jugendlichen nicht mit. „Sie sagte zu meinen Eltern”, erinnert sich der Altenaer, „dass es nicht sein kann, dass Harald, der die Natur doch so liebt, in einer Fabrik arbeitet”. Der Vater ließ sich tatsächlich breitschlagen, schaute sich mit dem Filius einen Garten- und Landschaftsbau-Betrieb an – und sofort wusste Harald: „Das ist es!” Später folgte ein Studium der Landespflege, in dem sich de Vries auf die Landschaftsplanung spezialisierte und 1981 schließlich beim Hagener Umweltamt seinen Dienst antrat.

Doch nicht nur beruflich, sondern auch privat spielt die Ökologie eine gewichtige Rolle in seinem Leben. „Es kommt mir so großartig vor, was es da draußen alles gibt und man lernt nie aus. Ich kenne jetzt vielleicht 0,00001 Prozent von der Natur.”

Und das ist schon eine ganze Menge, denn es gibt kaum Pflanzen oder Tiere in seinem Garten, die der 56-Jährige nicht bestimmen kann.

Doch die Natur bereitet ihm neben viel Freude auch so manche Sorge. „Das größte Problem ist die Luftverschmutzung. Und das Schlimme daran: Die Konsequenzen bleiben aus.” Deshalb fragte sich Harald de Vries eines Tages, was er selbst für die Umwelt tun könne und fand 2006 eine Lösung: Er stieg vom Motorrad- auf den Fahrradsattel um.

Trotz der 120 Kilo, die er damals auf die Waage brachte, stellte er fest, dass 29 Kilometer zur Arbeit und 29 Kilometer zurück in die Nette durchaus zu schaffen sind. Und noch etwas fiel ihm auf: „Das ist die einzige Zeit des Tages, in der man wirklich in Ruhe über Gott und die Welt nachdenken kann. Wenn ich abends nach Hause komme, bin ich nicht müde; das Gegenteil ist der Fall: Ich habe jedes Mal das Gefühl, dass es mir etwas gegeben hat.”

Die Kondition bereitete ihm keine Probleme, nur ein Körperteil spielte auf Dauer nicht mit: „”

Doch dieses Problem meisterte der Altenaer 2007, indem er sich einen modernen, Po schonenden Sattel zulegte und geradezu süchtig nach den täglichen Radtouren wurde. Auto und Motorrad hat er inzwischen verkauft, allmorgendlich startet er um 5.30 Uhr in Altena, um über Nachrodt, Letmathe und Hohenlimburg das Hagener Rathaus anzusteuern. Zwischen 60 und 75 Minuten nehmen die 29 Kilometer in Anspruch, auf denen nicht selten Lastwagen im Zentimeterabstand an ihm vorbeibrausen.

Zurück geht's oft über das Nahmertal, Brenscheid und Sassenscheid in die Burgstadt. Vom Sattel aus hört er die Vögel singen und genießt den Ausblick auf Wälder und Wiesen. „Wenn ich dann oben auf dem Kopf angekommen bin, mache ich ein Päuschen und rauche eine Pfeife. Das ist für mich wie ein Kurzurlaub.”

Michael Schuh

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Kommentare
18.07.2009
14:41
Fit zum Job: Täglich per Rad nach Hagen
von knoetterkopp | #1

Wenn ich gehässig wäre würde ich sagen kein Problem der sitzt sich ja den ganzen Tag im Rathaus in Hagen den Allerwertesten platt. Da kann ja Bewegung nicht schaden. Da ich aber nicht gehässig bin sage ich nur: Hut ab !!

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