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Beratungsstelle

Zahl der Sorgenkinder wird immer größer

03.03.2010 | 18:20 Uhr

Bergkamen. Die Zahl der Kinder und Jugendlichen nimmt zusehends ab, nicht aber die Sorgen und Nöte, die manchmal mit ihnen verbunden sind. Deshalb kümmerte sich die „Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern” 2009 um die Probleme von 640 jungen Leuten. So viele waren es noch nie,.

Franz-Josef Kanz, der Leiter der gemeinsamen Beratungsstelle der Städte Bergkamen und Kamen, stellte erst ganz aktuell am vergangenen Montag den Jahresbericht 2009 fertig. Seit zehn Jahren beobachtet der Psychologe einen stetig wachsenden Anstieg der Klientenzahlen. Die wesentlichen Gründe dafür ändern sich allerdings nicht.

Probleme möglichst früh angehen

Immer wieder führte Kanz in den vergangenen Jahren die schwierige wirtschaftliche Situation in beiden Städten an. Die belastet nicht nur die Familien, sondern sorgt auch durch die immer geringer werdende Chance auf einen Ausbildungsplatz für Perspektivlosigkeit bei den Jugendlichen.

Ausgangspunkt für Störungen sind aber oft auch die Eltern selbst. Etwa die Hälfte der 640 Kinder und Jugendlichen, die die Beratungsstelle 2009 betreute, stammten aus Einelternfamilien oder aus Familien, die sich nach einer vorausgegangenen Trennung neu zusammengesetzt hatten, erklärte Kanz am Dienstagabend dem Jugendhilfehausschuss, dem er den neuen Jahresbericht ganz frisch präsentierte.

Wenn Schwierigkeiten auftreten, sollten die Eltern so früh wie nur möglich zur Beratungsstelle kommen. „Probleme lassen sich im Alter bis zu sechs Jahren relativ schnell und einfach beheben”, betonte Kanz. Bei Jugendlichen sei dies wesentlich schwieriger.

Sehr nah dran an den Problemfällen im frühen Kindesalter ist die Beratungsstelle in fünf Bergkamener und Kamener Familienszentren, mit denen inzwischen Kooperationsverträge abgeschlossen wurden. Einmal im Monat gibt es in diesen Einrichtungen eine offene Sprechstunde vor Ort, zwei Mal im Jahr wird den Eltern ein Informationsabend angeboten.

Offene Sprechstunden gibt es aber auch jeden Donnerstag von 10 bis 11.30 Uhr in den Räumen der Beratungsstelle am Zentrumsplatz. Recht zeitnah gibt es bei einfachen „Fällen” bis zu drei weitere Gesprächstermine. „Das ist völlig kostenlos wie alle Angebote der Beratungsstelle. Wo gibt es das woanders?”, meinte Kanz. Werde es schwieriger und langwieriger, müsse zurzeit eine Wartezeit von bis zu acht Wochen in Kauf genommen werden.

Sehr besucht sind übrigens die Gruppenangebote der Beratungsstelle. Dazu gehört zum Beispiel die „Trauergruppe”, in der zurzeit elf Kinder den Tod eines Elternteils psychisch verarbeiten.

Weitere Informationen über die Beratungsstelle im Internet: www.beratungsstelle-bergkamen.de

Heino BAUES



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