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Virtuelles Mobbing endet in realer Schlägerei

02.11.2009 | 17:44 Uhr

Unna. Über das Internet neue Freunde finden, für viele gehört das inzwischen zum Alltag. Oft werden die Plattformen aber auch für Mobbing missbraucht.

In einem Fall endete der virtuelle Streit zweier Jugendlicher aus Fröndenberg mit einem Unnaer jetzt mit einer ganz realen Prügelei –und einem Strafverfahren.

Der 19-jährige Mario T. und der 17-jährige Guiseppe B. (alle Namen geändert) aus Fröndenberg mussten sich gestern wegen gefährlicher Körperverletzung vor dem Unnaer Jugendschöffengericht verantworten.

Sie sollen am 9. Februar dieses Jahres einen 17-jährigen Jugendlichen aus Unna zusammengeschlagen haben. Mit dem Auto fuhren die beiden Angeklagten mit einem weiteren Bekannten auf der Unnaer Mozartstraße, als sie ihren Internetfeind, den 17-Jährigen und noch zwei andere Jugendliche, sahen. Guiseppe B. wies den Fahrer des Wagens an, anzuhalten, stieg aus und ging auf die drei Jugendlichen los. Anschließend soll er gemeinsam mit Mario T. den 17-Jährigen zusammengeschlagen haben.

Die Attacke auf den anderen Jugendlichen gab B. sofort zu. Er habe den Unnaer angegriffen, weil er ihn über einen längeren Zeitraum permanent gemobbt habe, sagte er. „Seit über einem Jahr werde ich über das Internet bedroht und immer wieder angegriffen.” Davon wollte der Unnaer allerdings nichts wissen. Es sei ihm zwar bekannt, dass es solche Vorfälle gegeben habe, beteiligt habe er sich aber nie, so der 17-Jährige.

Unklar blieb auch, wie die Schlägerei genau abgelaufen ist. Der Unnaer behauptete, mit einem Schlagstock geprügelt worden zu sein, was die Angeklagten abstritten. Die Fröndenberger gaben zu, die Prügelei zwar begonnen zu haben, anschließend hätten sie sich allerdings nur noch gegen den 17-Jährigen und seine zwei Begleiter verteidigt. Eine Entscheidung fällte die Kammer gestern noch nicht, sondern vertagte die Verhandlung auf den 20. November. Dann sollen noch die zwei Begleiter des Unnaers aussagen.

Sarah Wiggermann



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