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60 Jahre Goten-Pfadfinder

Stammesurkunde bleibt verschwunden

19.05.2010 | 18:32 Uhr
Stammesurkunde bleibt verschwunden

Unna. Eine zufällige Begegnung bei Regenwetter irgendwo vor Paderborn – so begann am 15. Mai 1948 die Geschichte des Pfadfinderstammes DPSG „Goten” Unna.

Unna. Eine zufällige Begegnung bei Regenwetter irgendwo vor Paderborn – so begann am 15. Mai 1948 die Geschichte des Pfadfinderstammes DPSG „Goten” Unna. Am Pfingstwochenende feiert der Stamm nun seinen 60. Geburtstag, denn erst 1950 gab es die lang ersehnte Stammesurkunde. Wo die allerdings geblieben ist, das vermag bei den Goten heute niemand mehr zu sagen. Sie ist verschwunden.

Eine Jungschar-Gruppe der katholischen Jugend befand sich damals, am Samstag vor Pfingsten 1948, mit dem Fahrrad auf dem Weg in eine Jugendherberge in Paderborn. Es regnete in Strömen, als die Jungen von einer Person angehalten wurden. Es war ein Pfadfinder aus Hamm, der auf seine Gruppe wartete und die Unnaer in ihr Lager einlud, um vor dem Regen Unterschlupf zu finden.

Die Gruppe aus Unna erfuhr viel über die Pfadfinder, war beeindruckt von den Geschichten der Hammer, nahm in der Folgezeit an Aktivitäten in Hamm teil und machte sogar Prüfungen. Es folgte die Idee, eine Gruppe in Unna zu gründen. Und die kam zunächst ab 1948 im Piusheim unter, wo heute das Rathaus steht. „1957 sind wir in den Nordturm der Katharinenkirche eingezogen”, erinnert sich Antonius Buller, seit 1955 bei den Pfadfindern und heute Mitglied des Fördervereins. Das Problem: „Es mussten eine Decke und ein Fußboden eingezogen werden, und die Materialien wurden durch den anderen Turm hochgezogen.” Einmal, so der 68-Jährige, sei ein auf einem Stuhl befestigter Sack Zement abgestürzt. „Das war eine Staubwolke.”

„Wer der Arbeit wegen zu spät zu den Heimabenden kam, dem wurde der Schlüssel an einem Taschentuch vom Turm aus zugeworfen, doch mancher Schlüssel blieb an der Statue von Petrus Canisius hängen”, erzählt Antonius Buller. Seit 1961 sind die Goten im Pfadfinderheim an der Mozartstraße untergebracht. Es ist das Jahr, in dem die Pfadfinder 2 000 Karten für ein großes Seifenkistenrennen verkaufen konnten – sie säumten die gesamte Platanenallee.

1965 folgte die erste Auslandsreise der Pfadfinder nach Frankreich, wo sie eine 14 Meter lange Brücke über einen Fluss bauten. „Es war ein Völker verbindendes Symbol, denn die Pfadfinder agieren weltweit”, sagt Buller, „und es war eine technische Meisterleistung.”

Seit damals, führt der ehemalige Grundschullehrer aus, hat sich viel verändert: „Isomatten statt Stroh, Camping und Feuer nur noch auf gesetzlich erlaubten Flächen statt beim Bauern.” Doch der Zusammenhalt, die Ideale und die Ziele blieben: Selbstentscheidung, Selbstbestimmung und Mitbestimmung. Und ein jeder, der mit Herz Pfadfinder ist, weiß: „Einmal Pfadfinder, immer Pfadfinder.”

Info: www.dpsg-unna.de

Ingo Schmidt



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