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Vorwurf: Operations-Pfusch

Schmerzen wie bei einem Messerstich

14.05.2008 | 22:00 Uhr

Unna/Bergkamen. Ein paar Wochen, und alles sollte erledigt sein. Inzwischen plagt sich Michaela Boes ein geschlagenes halbes Jahr mit dem schmerzenden, schief stehenden großen Zeh ihres rechten Fußes herum. Schuld, sagt sie, sei . . .

. . . das evangelische Krankenhaus in Unna.

Rückblende: Im November 2007 stellt sich die Bergkamenerin mit dem lädierten Zeh im Krankenhaus vor. Ein Schiefstand des Gelenks wird festgestellt. Der Chirurg will Knochenmasse abtragen, den Zeh verkürzen; es würden Drähte eingesetzt, die kämen nach ein paar Wochen wieder raus – Fall erledigt. Ende November wird operiert – „aufgewacht bin ich mit Drainage und Gips”.

Acht Wochen lang starke Medikamente

Der Zeh sei immer noch schief gewesen – vor allem aber: „Ich hatte Schmerzen.” Mit einem Fußentlastungsschuh, einer Gehhilfe und einem Rollstuhl wird Michaela Boes entlassen – sechs Tage nach der OP. Die Sache wurde und wurde nicht besser. Im Gegenteil: Paracetamol schlug als Schmerzmittel nicht mehr an. Der Hausarzt verschrieb etwas Stärkeres, acht Wochen lang. Michaela Boes ging zu einem ambulanten Chirurgen – jenem, der ihr den Eingriff am Zeh empfohlen hatte. „Der hat sich das angeguckt und gesagt: Diese Operation hat nichts gebracht.” Und heute? „Wenn ich irgendwo vor stoße, zieht das wie ein Messerstich.”

Das Unnaer Krankenhaus wollte sich zu der Angelegenheit nicht äußern. „Ein schwebendes Verfahren können wir nicht kommentieren”, sagte eine Mitarbeiterin der Geschäftsführung auf Nachfrage. Der Schriftverkehr läuft: Michaela Boes hat eine Anwaltskanzlei konsultiert. Eine Entschuldigung möchte sie – „die sollen zugeben, dass sie was verkehrt gemacht haben”. Zudem geht es um Schmerzensgeld – und um Erstattung von Haushaltsführungskosten. Im Haus der Boes' leben vier Kinder.

Mit dem evangelischen Krankenhaus Unna mag sich Michaela Boes, gelernte Krankenschwester, seit der OP direkt nicht mehr einlassen. Mit dem frisch operierten Fuß habe sie dort allein auf die Toilette gehen sollen, erzählt sie. Sechs Monate danach kann sie mit Mühe ihrem 17 Monate alten Sohn Adrian auf den Fersen bleiben, wenn der spielen will – „der lacht, weil ich nicht hinterher komme”. Für den kommenden Dienstag hat die 34-Jährige einen neuen Operationstermin – diesmal im Kamener Hellmig-Krankenhaus. Dort soll der Zeh mit einer Schraube fixiert werden. Es werde kompliziert, habe man ihr in Kamen gesagt.

Andreas Milk



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