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Dr. Udo Pappert erfüllte sich ganz persönlichen Lebenstraum...

Schiffsarzt auf einem Traumschiff

07.12.2007 | 18:13 Uhr

Holzwickede. Im September/Oktober mussten die Patienten in seiner Praxis an der Poststraße auf ihren Herrn Doktor verzichten: Udo Pappert erfüllte sich einen Lebenstraum:

Sechs Wochen lang kreuzte er auf dem Clubschiff AIDAcara im östlichen Mittelmeer – als Schiffsarzt. „Ein echtes Traumschiff”, schwärmt er.

Auf das man allerdings nur als Passagier leicht kommt, nicht als Schiffsarzt: Vier Aida-Traumschiffe hat die Reederei, ein fünftes ist in Bau. „Auf jedem Schiff müssen immer zwei Ärzte an Bord sein”, erläutert Udo Pappert. Die müssen notfalls auch mal irgendwo auf der Welt eingeflogen werden. „Denn sonst darf ein Schiff nicht auslaufen.”

Die acht Arbeitsplätze als Schiffarzt sind äußerst begehrt: Jedes Jahr gehen ein paar hundert Bewerbungenbei der Reederei ein. „Die kann sich ihre Ärzte aussuchen”, bestätigt Pappert, der auch ein wenig Stolz darauf ist, dass man ihn angefragt hat für eine Reise. „Denn es kommen nur ganz wenige Ärzte dafür in Deutschland in Frage”, weiß er. Ein Traumschiffsarzt muss sehr erfahren sein und umfassendste Qualifikationen nachweisen: internistische, chirurgische Ausbildung, Kenntnisse in Notfallmedizin, Röntgenschein und vieles mehr. Pappert musste lediglich eine anspruchsvolle Schulung in Schiffssicherheitstechnik vor der Reise absolvieren, die jedem Berufsfeuerwehrmann zur Ehre gereichen würde. „Seitdem kann ich jeden Feuerlöscher bedienen”, lacht er. Freiwillig hat der 47-Jährige Mediziner auch noch einen „Crash-Kurs” in Zahnmedizin bei befreundeten Zahnärztin gemacht, so dass er auch kleine zahnmedizinische Eingriffe an Bord durchführen konnte. Die ebenfalls geforderte Seefestigkeit war für den verheirateten Vater von drei Kindern (4, 10 und 12 Jahre) gar kein Problem: „Ich war als junger Mann bei der Bundesmarine.”  An Bord der AIDAcara fand der Holzwickeder Arzt ein modernes, kleines Hospital mit sieben Betten, Intensivzimmer (mit Beatmungsmöglichkeiten), Isolierzimmer und einem OP-Tisch vor. Was den Mediziner Pappert reizt: „Die Arbeit an Bord ist sehr anspruchsvoll. Man ist da alles auf einmal: Praxis-, Krankenhaus- und Notfallarzt.” In den sechs Wochen an Bord hat der 47-Jährige Arzt etliche Knochenbrüche behandeln, Platz- und Schnittwunden nähen und auch einen Passagier mit Magen-Blutung ausfliegen lassen müssen: 150 bis 300 Patienten pro Woche – bei ruhiger See. „An Bord sind übrigens alle Passagiere Privatpatienten”, erklärt er. „Aber man kann sich vorher zusatzversichern lassen.”  Auch einen seiner eigenen Patienten aus Holzwickede traf Dr. Pappert an Bord. „Der fand das natürlich ganz klasse.” Jeweils in 24-Stunden-Schichten wechselten sich beide Schiffsärzte an Bord ab.  „In der Freizeit ist es wirklich ein Traumschiff”, schwärmt der Holzwickeder Arzt und Sportfan: „Es gibtdie größte Fitness- und Wellnesslandschaft der Welt an Bord.” Von Golf bis zum Mountainbike ist fast jede Sportart möglich. „Und auch das Show- und Unterhaltungsprogramm ist gigantisch. Wir hatten zum Beispiel auch Ingo Appelt an Bord.” Bei seinen Landgängen hat der Holzwickeder die Pyramiden, Istanbul, Santorini, Athen und vieles mehr im östlichen Mittelmeerraum zu sehen bekommen.  Und selbst ein erfahrener Arzt wie er, war überrascht, wieviel mehr Status doch eine weiße Uniform verschafft: „Einige haben mich sogar mit dem Kapitän verwechselt”, lacht er. „Ständig wird man angesprochen oder etwas gefragt vond en Passagieren. Das war schon toll.” Seit er gleich zu Beginn bei einer der beliebten Schiffsrallys die Frage eines kleinen Jungen nicht beantworten konnte, hatte der 47-Jährige immer einen Spickzettel parat mit den Schiffsdaten. Seine Patienten in der Praxis an der Poststraße fanden es übrigens klasse, dass ihr „Doc” Sascha Hehn als Traumschiffer Konkurrenz machte. Allerdings: Über Weihnachten und Silvester sollte Udo Pappert schon wieder eine Reise auf einem Aida-Schiff antreten. Er sagte ab. Aus Rücksicht auf seine Familie und die Praxis. „Ich liebe meine Familie und habe auch Spaß an meiner Praxis. ” Beides würde Udo Pappert auch für ein Traumschiff nicht vernachlässigen oder aufgeben wollen.

Peter Gräber



Kommentare
08.01.2008
17:51
Schiffsarzt auf einem Traumschiff
von Dr.med.H.-Wolfgang Regner,Schaftreibweg 58, 55131 Mainz | #1

Sehr geehret Herr Kollege,
mein ganzes Interesse gilt derzeit eine Tätigkeit als Schiffsarzt auzuüben!
Meine schriftliche Bewerbung lieg (fertig) vor!
Ist es Ihne möglich mir Ansprechpartner zu nennen?
Besten Dank für Ihre Mühewaltung.

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