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Wegen einer Gesetzesänderung

Platzmangel in der Lebenshiilfe

23.12.2009 | 05:30 Uhr

Unna. Die Lebenshilfe – ein Verein, der zwei Wohnstätten für geistig Behinderte betreibt – muss aufgrund eines neuen Gesetzes einen Teil ihrer Heimbewohner vor die Tür setzen.

 Und das ist nur eines der Probleme, die die einstige Elterninitiative hat. Einige der Bewohner haben bald das Renten-Alter erreicht.

Noch leben insgesamt 58 Menschen in den beiden Heimen an der Martinstraße und im Schützenhof. Das neue Wohn- und Teilhabe-Gesetz NRW soll eigentlich die Lebensbedingungen der Bewohner in Betreuungseinrichtungen verbessern. Bei der Unnaer Lebenshilfe quartiert es die Bewohner hingegen aus. Der Grund: 80 Prozent der Räume müssen künftig Einzelzimmer sein. „Das ist an und für sich etwas Gutes, denn Dank der neuen Medizin leben auch unsere Klienten länger – und niemand möchte beispielsweise 40 Jahre zu zweit auf engstem Raum wohnen müssen”, sagt Claus Brumberg, Vorsitzender der Lebenshilfe. Es herrsche aber schon jetzt enorme Platznot, An- oder Umbau seien am Standort Schützenhof nicht mehr möglich. Während sich dort bislang oft zwei Bewohner einen Raum teilten, gibt es also künftig mehr Behinderte als Räume. „Hinzu kommt, dass der ganze Kreis Unna ohnehin mit 130 fehlenden Betreuungsplätzen unterversorgt ist.” Ein weiteres Gebäude bauen, wäre die einfachste Lösung, ist aber verboten – die Zahl der stationären Betreuungsplätze darf im Kreis Unna nicht erhöht werden.

Denn rechnerisch freie Plätze, die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) bezahlt, gebe es in anderen Kreisen. Dortige Einrichtungen müssten Überkapazitäten erst abbauen. Weil sie dann weniger Geld für die bleibenden Plätze bekämen und wirtschaftlichen Schaden erleiden, hätten nur sie das Recht, neue stationäre Plätze in den unterversorgten Regionen zu schaffen.

Einziger Lichtblick für die Lebenshilfe ist somit die Säule der ambulanten Betreuung, die vom LWL besonders gefördert wird. So will der Verein auf dem Gebiet der ehemaligen Hellwegkaserne Gebäude für ambulant betreute Wohngemeinschaften anmieten, um den reduzierten Platz in den beiden Anlagen und den steigenden Bedarf zu decken. „Das ist aber mit Geld verbunden, das wir ebenso wie konkrete Pläne nicht haben”, sagt Brumberg. Zudem müsse erst einmal geschaut werden, wer überhaupt in der Lage ist, nahezu eigenständig zu wohnen.

Ebenso wie auf das neue Gesetz muss er auf den Lauf der Zeit reagieren: Die ersten fünf der Bewohner, die bislang noch täglich in den Behinderten-Werkstätten gearbeitet haben, gehen im neuen Jahr in Rente. Sie müssen damit auch tagsüber betreut werden, wobei im fortgeschrittenen Alter auch eine Altenpflege von Nöten ist – zwei Stellen sind bei der Lebenshilfe dafür angesetzt. „Wir suchen deswegen noch Fachpflegepersonal.”

Ruben Schulte



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