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Ratskeller-Skandal

Mauern bis zum bitteren Ende

05.11.2010 | 18:05 Uhr
Mauern bis zum bitteren Ende
Ratskeller am Rathaus in Holzwickede Foto: Henryk Brock

Holzwickede. Beim ehemaligen Ratskeller-Wirt Pino Dota wird für die Gläubiger kaum etwas zu holen sein: Die Insolvenzverwalterin hat am 29. Oktober beim zuständigen Amtsgericht die Masseunzulänglichkeit erklärt. Im Klartext: Das Insolvenzverfahren gegen Dota wird mangels Masse nicht eröffnet.

Damit ist auch für die Gemeinde Holzwickede, bei der der ehemalige Ratskeller-Wirt mit über 100 000 Euro Gewerbesteuer und Pacht in der Kreide steht, der Verlust offenkundig. Wie zu Beginn und eigentlich während des ganzen Ratskeller-Skandals, den unsere Zeitung aufdeckte, mauert Bürgermeister Jenz Rother auch zum schlechten Abschluss weiter.

Wie berichtet, hat die Gemeinde Holzwickede den ihr entstandenen Schaden von über 100 000 Euro bei ihrer Eigenschadenversicherung geltend gemacht – wobei zweifelsfrei feststeht, dass dieser Schaden durch eine grobe Fahrlässigkeit in der Verwaltung entstanden ist.

Schließlich wurde fast zehn Jahre lang im Rathaus versäumt, Gewerbesteuer- und Pachtforderungen gegen den Rathauswirt geltend zu machen. Erst auf Druck des Finanzamtes wurde schließlich das Ordnungsamt der Gemeinde tätig und setzte eine Gewerbeuntersagung gegen Dota durch – gegen den erklärten Willen des Bürgermeisters. Warum die Forderungen gegen den Rathaus-Wirt jahrelang nicht eingetrieben wurden, konnte nicht geklärt werden und blieb im Dunkeln.

Nach uns vorliegenden Informationen will der Gemeindeversicherungsverband nur einen Bruchteil des Gesamtschadens, den die Gemeinde geltend gemacht hat, übernehmen: Von den insgesamt über 100 000 Euro Gesamtschaden möchte die Versicherung lediglich 5 000 Euro bei der Pacht sowie 20 000 Euro bei der Gewerbesteuer übernehmen. Im kleinen Kreis und hinter verschlossenen Türen soll Bürgermeister Jenz Rother dies auch schon bestätigt haben. Gegenüber der Öffentlichkeit mauert er allerdings wie gehabt: „Wir prüfen noch“, erklärte er auf Nachfrage unserer Redaktion, ob eine Mitteilung der Eigenschadenversicherung vorliege.

Der Schaden in Höhe von rund 80 000 Euro ist allerdings auch ohne Bestätigung durch den Bürgermeister immer offenkundiger. Spannend wird nun die Frage sein, wie die Fraktionen mit diesem Umstand umgehen. Dazu gehört auch die Frage nach den Konsequenzen aus dem Ratskeller-Skandal.

„Werde den Teufel tun“

So ist nach wie vor offen, ob und wenn ja wer für die grobe Fahrlässigkeit zur Verantwortung gezogen wird. In diesem Zusammenhang ganz offen ist auch die Frage, ob die Gemeinde gegen einen Verantwortlichen Haftungsansprüche geltend machen will. Auch gegenüber der eigenen Versicherung wird die Gemeinde einen Verantwortlichen benennen müssen, wenn diese auch nur eine minimale Zahlung leisten soll.

Bürgermeister Jenz Rother scheint dagegen mit dem Fall Ratskeller schon abgeschlossen zu haben. Fragen zur Schadensregulierung blockt er rigoros ab. Der Bürgermeister wörtlich: „Ich werde den Teufel tun und dazu etwas sagen.“

Peter Gräber

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Kommentare
14.11.2010
16:33
Mauern bis zum bitteren Ende
von Heino der 2 | #11

....und nun wird es weitrhin unter den Tisch gekehrt und weiter nach dem Motto ``Eine Krähe kratzt der Anderen kein Auge aus``oder Gauner gegen Gauner ?

08.11.2010
20:59
Mauern bis zum bitteren Ende
von Grüne_sonne | #10

Also debiel als niederländisches Fremdwort für geistesschwach bzw. für GeldHai ist richtig.

08.11.2010
14:34
Mauern bis zum bitteren Ende
von gelber | #9

Grenz-Debiel X-D
Dem ist nun wirklich nichts hinzuzufügen!

08.11.2010
13:44
Mauern bis zum bitteren Ende
von GeldHai | #8

@Jeff Gerder bzw. Cafell

Ach soooo, die ganzen interna stehen in den öffentlichen Rats-Vorlagen.
Na, hätte ich das gewußt, hätte ich nicht so doof gefragt.

übrigens: debil, nicht debiel, wonnich :-)

07.11.2010
22:50
Mauern bis zum bitteren Ende
von Bobby Sands | #7

@6
sehr hilfreicher Beitrag, Bravo, weiter so!!!

07.11.2010
17:18
Mauern bis zum bitteren Ende
von Jeff Gerder | #6

@ GeldHai:
Immer dieses Grenz-Debiele fragen nach: Wissen Sie mehr.
Man ließ einfach die öffentlichen Rats-Vorlagen, dann weißte auf jeden Fall auch schon mal mehr.
Allerdings sind die nicht aufgebaut wie die Bildzeitung. Nackte Frauen zb wirst du da umsonst suchen!

06.11.2010
13:10
Mauern bis zum bitteren Ende
von GeldHai | #5

@#3

Wer immer Sie sind ...
Wissen Sie mehr als wir ?
erzählen Sie doch mal .....

06.11.2010
08:42
Mauern bis zum bitteren Ende
von Franz W. | #4

Hoffentlich werden die Holzwickeder bei der nächsten Wahl ebenfalls den Teufel tun und den Rother-Verein wählen. Als Bürger komme ich mir hir nur noch verhöhnt vor.

06.11.2010
02:05
Mauern bis zum bitteren Ende
von Cafell | #3

Diese Zeitung zieht leider durch ihren Stil immer mehr Polemiker an.Es ist ja mittlerweile schon fast Bildzeitungsniveau,was hier so veröffentlicht wird.Unter dem Deckmantel von investigativen Journalismus werden hier Halbwahrheiten verbreitet oder Vermutungen als Tatsachen dargestellt.Was soll das?Ein Zeitungsartikel soll objektiv informieren und nicht nur die subjektive Meinung des Autors wiederspiegeln.Wenn ich die Meinung des Autors lesen will,dann lese ich einen Kommentar.
Das ist nicht unbedingt alles auf diesen Artikel bezogen aber es fällt in letzter Zeit immer mehr auf.

05.11.2010
19:59
Mauern bis zum bitteren Ende
von Bobby Sands | #2

Er wird den Teufel tun....und hoffentlich wird der Teufel ihn tun !

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