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Lerche fühlt sich auf den Halden wohl

27.04.2007 | 17:31 Uhr

Bergkamen. (hb) Die intensive Nutzung von Wiesen hat sie aus der "freien Landschaft" vertrieben. Doch auf den Bergkamener Bergehalden haben die in dieser Region inzwischen selten gewordenen Wiesen- und Laubenpieper sowie die Lerche inzwischen ei

Dort oben auf den Haldenplateaus gibt es noch Wiesen, die den Namen verdienen und die nicht schon Ende April zur Futtergewinnung abgemäht werden. Sie bieten diesen Vögeln fast paradisische Verhältnisse. Der bekannte Ornithologe Karl-Heinz Kühnapfel hofft, dass sie auch nach Abschluss der jetzt laufenden Umgestaltung des "Großen Holzes" so erhalten bleiben.

Damals in den 70er Jahren, als das mit 100 Hektar größte zusammenhängende Waldgebiet in Bergkamen, das "Große Holz", allmählich unter den Millionen von Tonnen an Bergematerial zu verschwinden begann, sei der Bergbau rücksichtslos vorgegangen. Selbst in der Brutzeit seien Bäume und Sträucher samt zahlreicher Nester zugekippt worden.

Das ist zwar heute dank einschlägiger Gesetze nicht mehr möglich, doch ganz glücklich ist Kühnapfel über das Vorgehen bei den zurzeit laufenden Arbeiten trotzdem nicht. Inbesondere trauert er den Flotationsteichen auf dem so genannten Kanalband nach. Dort machten einst Zugvögel aus dem kalten Norden Europas auf dem Weg in wärmere Gefilden Station. "Ursprünglich ist uns zugesagt worden, dass sie erhalten bleiben", erklärt das prominente Mitglied des NABU. Plötzlich seien sie aber doch doch verfüllt worden für eine Seifenkistenbahn und andere sportlichen Aktivitäten.

Kühnapfel hofft nun, dass die Montan-Grundstücksgesellschaft und der Regionalverband Ruhr mit den großen Flächen, die jetzt bearbeitet werden, sensibler umgehen. Wiesen sollte es weiter geben und nicht alles, inbesondere die wertvollen Teiche auf dem oberen Plateau, bepflanzt werden. Und die Wege sollten so angelegt werden, dass es für brütende Vögel weiterhin fernab allen Freizeittrubels immer noch ruhige Rückzugsgebiete gibt.

Dass Vögel nicht nur "gefiederte Freunde", sondern durchaus nützliche Helfer sind, haben längst die Planer der neuen Bergehalde erkannt. Auf dem Hochplateau errichteten sie eine Reihe von Stangen, auf denen sich Greifvögel niederlassen können. "Die Bussarde haben von oben einen besseren Überblick auf die Flächen bei ihrer Jagd nach Wühlmäusen", erklärt Kühnapfel. Diese kleinen, gefräßigen Nager, die ebenfalls von den Halden wie magisch angezogen werden, könnten erhebliche Schäden in den Neuanpflanzungen anrichten.

Übrigens: Gegen Bürgerinnen und Bürger, die auf den Bergehalden frische Luft, Erholung, als (Nordic-)Walker oder Jogger sportliche Ertüchtigung suchen oder den bei dieser Witterrungslagen ungetrübten Ausblick bis weit ins Münsterland oder nach Dortmund genießen wollen, hat Kühnapfel überhaupt nichts einzuwenden. "Sie sollten allerdings auf den Wegen bleiben", forderte er sie auf.

Probleme haben aber zurzeit Spaziergänger oder Radler, die auf der Römerroute vom Haldenhaupteingang oder über die ehemalige Zechenbahntrasse in Richtung Kanal, Beversee und Marina Rünthe wollen: Die inzwischen marode gewordene Holzbrücke über die Werksstraße ist abgerissen worden und der Weg an dieser Stelle gesperrt. Möglichst schnell soll nun eine Ersatzquerung erstellt werden. Bis es soweit ist, ist eine Umleitungsstrecke ausgeschildert worden.


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