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Felsenfest im Fahrradsattel unterwegs

07.07.2008 | 19:08 Uhr

Heeren-Werve. Silke ist schon furchtbar aufgeregt. Vor vielen Jahren konnte sie Rad fahren. Inzwischen hat sie es verlernt. Beim Sicherheitstraining des Friedrich-Pröbsting-Hauses will sie es jetzt wieder lernen. ...

Bevor es losgeht mit dem Training, prüft Verkehrssicherheitsberater Uli Kampmann die Räder der Teilnehmer. (Bilder [4]: Katja Burgemeister)

... Die ersten Übungen mit Verkehrssicherheitsberater Uli Kampmann von der Kreispolizeibehörde klappen bereits prima. Einmal im Jahr packt Uli Kampmann seinen Polizei-Bulli und fährt zu dem Wohnheim für geistig und körperlich Behinderte. Das wiederholt sich nun schon im fünften Jahr. Denn die Bewohner des Friedrich-Pröbsting-Hauses und des Hauses am Mühlbach stehen regelmäßig Schlange, um einen Platz in der Fahrrad-Ausbildung zu ergattern. Auch in diesem Jahr sind es wieder 16 hochmotivierte Aspiranten auf einen Fahrradführerschein samt Urkunde. Nicht nur "Neulinge" wie Silke. Wie Herbert sind auch echte Profis dabei, die schon seit Jahren radeln - und auf Nummer sicher gehen wollen.

"Wir haben einerseits den Bedarf gesehen", schildert Michael Dowerg, der diese etwas andere Art der Verkehrserziehung schon vor vielen Jahren sporadisch organisiert hat. "Viele Bewohner sind aber auch auf uns zugekommen und haben ihren Wunsch geäußert, Fahrradfahren zu lernen." Für manche Teilnehmer wird eigens dafür ein Fahrrad angeschafft. Helme verstehen sich von selbst. Und bevor sich überhaupt jemand in den Sattel schwingen darf, prüft Uli Kampmann die Sicherheit der Räder auf Herz und Nieren. Denn ohne Sicherheitsplakette geht gar nichts.

Außerdem steht zunächst ein theoretischer Teil auf dem gut sechsteiligen Übungsprogramm. Wo sind die Bremsen, wie funktionieren sie, was muss ein Fahrrad alles haben, um sicher zu sein? Das sind nur einige der vielen Fragen, die alle Teilnehmer danach im Schlaf beantworten können. Dann geht es auf einen Übungsparcours. Wendemanöver gilt es hier ebenso zu bewältigen wie Schulterblicke und ordnungsgemäßes Abbiegen. Wenn die Standardsituationen sitzen, "geht es ins Gelände", schildert Uli Kampmann. Gemeinsam radelt die Gruppe dann durch das Dorf und nimmt sich vor allem Gefahrenstellen vor. Wie etwa den Kreisel, "wo viele Autofahrer nicht blinken, wenn sie herausfahren", erläutert Michael Dowerg schon aus Erfahrung.

Silke hat es inzwischen geschafft. Felsenfest sitzt sie im Sattel. Auch das Bremsen an der Einmündung klappt schon wie geschmiert. Und vorsichtshalber hält sie auch auf dem Hof des Pröbstinghauses den Arm weit nach rechts, wenn sie einen Rechtsschlenker fährt. Auch für Sarah gehört das Training zu den Höhepunkten nach Feierabend. "Fahrradfahren ist mein Hobby", erzählt sie. Sie fährt auch schon mal mit dem Rad einkaufen. Andere Mitbewohner schwingen sich auch für den Weg zur Arbeit auf den Drahtesel. Oder unternehmen gemeinsame Radtouren. Silke weiß schon genau, wo ihre erste Tour mit dem neuen Fahrrad, das sie bald bekommt, hingegen wird. "Ich fahre dann nach Hause nach Kamen."

Die Fahrradausbildung ist nicht nur wichtig für die Sicherheit im immer hektischeren Straßenverkehr. "Es gibt den Bewohnern auch viel Selbstsicherheit und ein Stück Mobilität", hat Michael Dowerg beobachtet. Und außerdem jede Menge Spaß und Freude. Zum Abschluss wird die Gruppe nach der gut sechswöchigen Ausbildung auch diesmal wieder einen Ausflug machen. In den letzten Jahren ging es gemeinsam zur Feuerwehr oder zu einem Besuch bei der Polizei.

Von Katja Burgemeister



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