Erika Megger: 80 Jahre und kein bisschen leise
12.08.2008 | 18:13 Uhr 2008-08-12T18:13:00+0200Silikosebund, AWO, und AG 60 plus der Königsborner SPD: Erika Megger ist immer noch eine der lokalen Stützen der drei Organisationen. Heute feiert die Königsbornerin ihren 80 Geburtstag.
„Es ist wichtig, dass man auch im Alter noch Aufgaben hat”, sagt Erika Megger. Seit Jahren ist sie zweite Vorsitzender der Königsborner AG 60 plus. Als Emmi Schwarz starb, sollte sie den Vorsitz übernhemen. Das wollte sie aber nicht. „Da sollten mal jüngere ran, die einen Computer für den ganzen Schreibkram haben. Ich wollte mir keinen Computer mehr anschaffen.” Seit 27 Jahren ist sie im Silikosebund. Auch dort war sie mehr als 15 Jahre als zweite Vorsitzende tätig.
Als ihr Mann Paul an der Staublunge erkrankte und die Versicherung Schwierigkeiten bei der Zahlung der Zulage machten, trat sie ein. „Als die merkten, dass ich mein Wort machen kann, wurde ich in den Vorstand gewählt.” Mit ihrem 1994 gestorbenen Mann geriet Erika Megger in die Wirren der unmittelbaren Nachkriegszeit. Paul Megger stammte aus Westpreußen und war Pole. Mit ihm ging sie nach Frankreich, weil er dort in die Armee eintrat. „Auf dem Amt musste ich dann meinen deutschen Pass abgeben”, sagt Erika Megger. Die polnische Staatsbürgerschaft wollte sie nicht annehmen und wurde mit einem französischen Flüchtlingspass staatenlos. Und weil sie bei der Geburt von Sohn Achim im Unnaer Katharinenhospital immer noch keinen deutschen Pass hatte, kam auch er als staatenloser zur Welt. Mit einem polnischen Pass tritt Nachtclubbetreiber Achim Megger bei der nächsten Bürgermeisterwahl in Unna gegen Werner Kolter an.
Diese Aktion ihres Sohnes gefällt ihr nicht wirklich. „Der macht mich verrückt mit seiner Bürgermeisterkandidatur”, sagt sie. Mit Achim Meggers Gewerbe an der Kamener Straße hat sie da weniger Probleme. Im Nachtclub feiert sie heute Morgen ihren runden Geburtstag. „Draußen wird extra ein Zelt aufgestellt.”
Nach der Rückkehr nach Deutschland ließ sich die Familie zunächst in Massen nieder. Ehemann Paul schaffte auf der Zeche. Ende der 60er Jahre trug Erika Megger mehr als zehn Jahre unsere Zeitung in Massen aus. „Erst mit dem Fahrrad, dann bekam ich ein Mofa”, erinnert sie sich. Seit mehr als 30 Jahren wohnt sie in Königsborn. In ihrem Viertel kennt sie jeder. Regelmäßig besucht sie die Altenstube der AWO. „Und jeden Tag fahre ich mit dem Rad.”
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