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Beim Spielen sind sie alle gleich

30.10.2012 | 17:28 Uhr
Beim Spielen sind sie alle gleich
Foto: Dietmar Wäsche

Methler. Der kleine Lennox schnappt sich einen knallgrünen dieser irgendwie flauschigen, kleinen Bälle, setzt sich auf die Bank und zielt auf einen der sechs weißen Eimer, die vor ihm aufgebaut sind.

Gleich der erste Wurf ein Treffer. Eine Station weiter in der Turnhalle in der Jahnstraße in Methler hängt die 13-jährige Michelle kopfüber an den Ringen, während nebenan Elias und zwei andere Jungs auf dem Trampolin herumhüpfen. Svea (12) hat die Ruhe weg und rollt gekonnt mit dem Pedalo um Matten, Geräte und herumwuselnden und spielenden Kinder herum.

Niemand hört auf Hanebeck

Mittendrin steht Willi Hanebeck, Übungsleiter und Chef der Reha- und Behinderten-Sportgemeinschaft, und startet einen Versuch sich Gehör zu verschaffen. „Jetzt mal zuhören hier“, ruft er – ohne Erfolg. Ein paar Minuten brauchen die Mädchen und Jungs noch, um sich nach Schule und Hausaufgaben einfach mal ein bisschen auszutoben und das zu machen, wozu sie Lust haben.

Rund 20 Kinder nehmen an diesem Montagnachmittag teil. Mit seinen eineinhalb Jahren ist Lennox der Jüngste. Die ältesten sind schon fast aus dem Teenager-Alter heraus. Doch nicht nur das macht diese Kinder- und Jugend-Sportgruppe so besonders. Hier trainieren und spielen behinderte und nichtbehinderte Kinder zusammen. Und was noch hervorzuheben ist: Ob behindert oder nicht spielt in Methler einfach keine Rolle.

„Das Tolle an dieser Gruppe ist die Gemeinschaft“, sagt Sabrina Bonas. Seit zwei Jahren kommen sie und ihr Mann so gut wie jede Woche mit ihren drei Kindern zu dem Training. „Erst war unsere älteste Tochter dabei, dann wollten unsere beiden Söhne auch immer mit“, sagt Sabrina Bonas.

Das Ehepaar schaut nicht nur zu, sondern gehört zu den Eltern, die Willi Hanebeck bei der Aufsicht und beim Auf- und Abbauen helfen. „Ohne die Mithilfe könnte ich das hier gar nicht mehr machen“, sagt Hanbeck. Auch die Erzieherinnen der Methleraner Kinderwohngruppe packen jeden Montag mit an. Sie betreuen vor allem die acht körperlich- und geistig behinderten Jugendlichen der Wohngruppe, die auch jedes Mal mit dabei sind. „Es ist einfach schön, dass jeder hier so mitmachen kann, wie er möchte“, sagt Erzieherin Sandra Wilke.

Mittlerweile geht es auf halb sechs zu. „Jetzt kommt ein Wort, das hier keiner gerne hört“, sagt Willi Hanebeck und ruft laut und deutlich „Feierabend!“

Carmen Radeck

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