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Aufwind für Ökumene

Am Taufbecken dann doch vereint

24.05.2012 | 08:00 Uhr
Am Taufbecken dann doch vereint

Holzwickede. Jetzt geht sie doch, die Ökumene. Nachdem in Opherdicke der Frust nach dem „Nein“ des Bischofs zur gemeinsamen Osternacht groß war, wollten einige Schäfchen schon die Arbeit am religiösen Miteinander einstellen. Nach dem Tiefschlag nutzen Protestanten und Katholiken nun am Pfingstmontag die neue Chance, gemeinsame Sache zu machen.

Am Pfingstsonntag, 27. Mai, startet die Nacht der offenen Kirchen, am Montag um 11.30 Uhr ist der ökumenische Pfingstgottesdienst am Haus Opherdicke. Getauft werden insgesamt neun neue Gemeindemitglieder auf beiden Seiten sogar am selben Taufstein mit dem selben Weihwasser – bei ausdrücklicher Erlaubnis, nein, sogar mit Fürsprache des Erzbischofs in Paderborn.

„Die Art und Weise, wie wir in Opherdicke den Pfingstgottesdienst feiern, hat der Bischof ausdrücklich befürwortet“, sagt Pastor Bernhard Middelanis. Er habe das Konzept sogar beim Katholikentagen in Mannheim vorgestellt. Es sei dort gelobt worden.

Ostern geht nicht zusammen, Pfingsten schon – das mag für theologische Laien schwer zu begreifen sein. Knackpunkt ist die Eucharistie-Feier, also das Abendmahl auf evangelischer, beziehungsweise die Kommunion auf katholischer Seite. Nach katholischem Verständnis ist dort Ökumene nur bei „Kirchengemeinschaft“ erlaubt.

Verbindung zu Christus und Gott

„Bei der Taufe am Pfingstmontag gibt es aber keine Eucharistie-Feier“, erklärt der evangelische Pfarrer Christian Bald. „Außerdem steht dabei im Vordergrund, dass bei der Taufe eine fundamentale Verbindung zu Christus und zu Gott hergestellt wird.“ Erst auf einer zweiten Stufe folge dann die Verbindung zu einer der beiden christlichen Konfessionen. Pastor Middelanis nimmt zwei Sprösslinge (2 und 4 Jahre) in seine Gemeinde auf, Pfarrer Bald und sein Kollege Michael Niggebaum sieben Kleinkinder unter einem Jahr. Getauft wird am Taufstein der St. Stephanus-Gemeinde. „Der ist in gewisser Weise mobil“, sagt Middelanis.

Dass die Taufe gemeinsame Grundlage beider Konfessionen ist, zeige sich auch dadurch, dass in der gesamten Zeremonie nicht zwischen den Konfessionen unterschieden werde. „Wir fragen die Eltern: Wollt Ihr Eure Kinder im christlichen Glauben erziehen?“, sagt Middelanis. Und dennoch gibt es von der katholischen Kirche Auflagen, dass der Pfingstgottesdienst auch liturgisch einwandfrei ist. „Das Konzept wurde geprüft“, so Middelanis. „Wir müssen sicherstellen, dass klar ist, dass es sich nicht um eine ökumenische Taufe handelt.“ Die gebe es schließlich nicht, sondern es sei ein ökumenischer Gottesdienst, bei dem Protestanten und Katholiken neue Gemeindemitglieder aufnehmen.

Neuer Versuch an Ostern

Bei der Planung zum Pfingstmontag hat der ökumenische Arbeitskreis auch das kommende Osterfest noch nicht abgeschrieben. Nach den in diesem Jahr offiziell getrennten Osterfeiern soll künftig wieder eine ökumenische Gedächtnisfeier anvisiert werden: „Das bedeutet natürlich noch viel Arbeit für uns – die Rahmenbedingungen stehen jetzt fest, es geht nun darum, eine gute Form zu finden“, sagt Christian Bald.

Ruben Schulte


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