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Gemeinschaftsschule

Zehn Schuljahre unter einem Dach

14.01.2010 | 18:27 Uhr
Zehn Schuljahre unter einem Dach

Siegen-Wittgenstein. Mit einem „Bildungspolitischen Manifest” starten die Siegen-Wittgensteiner Grünen in den Landtagswahlkampf.

Unter dem Titel „Eine Schule für alle” werben sie für eine Gemeinschaftsschule, in der die ersten zehn Jahrgänge unterrichtet werden. „Wir verstehen das als ein Angebot an die Schulträger”, sagt Landtagsabgeordneter Johannes Remmel. Attraktiv werden könnte eine solche verlängerte Grundschule dort, wo die Schülerzahlen für ein nach verschiedenen Schulformen gegliedertes Angebot nicht mehr ausreichten. Während die Entwicklung dorthin aus Grünen-Sicht ein Projekt über zwei Jahrzehnte ist, soll auf anderem Gebiet kurzfristig gehandelt werden: „Mindestens” eine weitere Gesamtschule soll errichtet werden. „Die Abstimmung findet mit den Füßen statt”, verweist Remmel auf die Vielzahl der Anmeldungen, die in Siegen und Kreuztal nicht berücksichtigt werden können. In der Stadt Freudenberg gibt es bereits konkrete Bemühungen, in Netphen den Impuls des neuen Bürgermeisters. Für die neue Gemeinschaftsschule wünscht Remmel sich ein „Pilotprojekt” im Kreisgebiet.

Ihr Manifest wollen die Grünen bei ihrem Jubiläumsempfang am Freitag, 22. Januar, in Kreuztal vorstellen. Darin wird auch ein Angebot von Betreuungsplätzen für 40 Prozent der unter Dreijährigen verlangt – zehn Prozent mehr, als gesetzlich verlangt, außerdem die Zulassung von Berufstätigen ohne Abitur zum Studium und ein Angebot für die „Bildung im Alter”.

Alternativen zur Fernstraßenplanung

Während der 47-jährige Remmel dank dem vierten Listenplatz, den er sich in einer Kampfabstimmung gegen Landesvorsitzenden Arndt Klocke erobert hat, mit Sicherheit in den Landtag zurückkehren wird, startet der 24-jährige Lehramtsstudent Florian Kraft als Neuling und Kreissprecher der Jungen Grünen zunächst einmal auf aussichtlosem Posten – da er keinen Listenplatz hat, müsste er seinen Wahlkreis, der neben Wilnsdorf das nördliche Siegerland und Wittgenstein umfasst, direkt gewinnen.

Kraft wird ökologische Landwirtschaft, Solar- und Bio-Energie und „sanften Tourismus” zum Thema machen. Und natürlich die Fernstraßenplanung, zu der die Grünen Alternativen sehen: Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs sowie zur besseren Anbindung Wittgensteins die Verbreiterung der B 62 in einzelnen Abschnitten um eine dritte Spur und den Ausbau der L 719 über die Siegquelle.

Zehn Jahre lang war Johannes Remmel bis 2005 Abgeordneter der rot-grünen Regierungskoalition – und das würde er auch gern wieder werden. „Jamaika” könne er sich „persönlich nicht vorstellen”, sagte Remmel am Donnerstag in einem Pressegespräch, eine Tolerierung von Rot-Grün durch die Linke allerdings auch nicht.

Orientierung zur Umweltwirtschaft

Handungsbedarf sieht Remmel in der Industriepolitik: Geführt werden müsse der „Diskurs” über eine Orientierung zur Umweltwirtschaft. Gerade mit ihrem starken Maschinenbau habe die Region „sehr gute Voraussetzungen, da eine wichtige Rolle zu spielen”. In der derzeitigen Wirtschaftskrise seien in Siegen-Wittgenstein und Olpe 37 000 Menschen in Kurzarbeit: „Ein schlechtes Omen.”

Steffen Schwab

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