Wilnsdorf und Burbach arbeiten zusammen
17.12.2010 | 17:31 Uhr 2010-12-17T17:31:00+0100
Wilnsdorf. Die Ergebnisse glichen sich, aber von der Stimmung her gibt es kaum Parallelen zwischen den Räten in Burbach und Wilnsdorf. Während die Burbacher die mögliche Einrichtung einer Gemeinschaftsschule als wichtige Weichenstellung für die Gemeinde und zukunftsweisend für die gesamte Region betrachten, herrscht in Wilnsdorf eher Skepsis über das als zu schnell empfundene Verfahren und die Auswirkungen auf die Zukunft vor.
Die Entscheidung über die Kooperation der beiden Kommunen falle auch erst an diesem Abend „hier im Rat“, ging Bürgermeisterin Christa Schuppler auf Irritationen ein, die nach der Burbacher Sitzung am Dienstag entstanden waren. Nur in Wilnsdorf werde über Wilnsdorfer Belange entschieden.
Im Schulausschuss am Mittwoch hatten sich die Liberalen und Unabhängigen Wähler enthalten, in der Ratssitzung stimmten Andreas Klein und Matthias Rink gegen den Kooperationsvertrag mit der Nachbargemeinde. Bei der CDU enthielt sich Egon Dreisbach.
Keine gymnasiale
Oberstufe in Burbach
Sein Fraktionsvorsitzender Werner Kölsch hatte zuvor das Entgegenkommen der Burbacher gelobt, unter anderem eben auf eine gymnasiale Oberstufe zu verzichten: „Es ist ein Aufeinanderzugehen, ein Geben und Nehmen.“ Die drei „Abweichler“ machten ihre Kritik an der Haltung des Wilnsdorfer Gymnasiums fest. Die Schulkonferenz hatte entschieden, eine Kooperation mit der geplanten Gemeinschaftsschule abzulehnen. Lehrer und Eltern befürchten eine Verschlechterung des schulischen Angebotes, wenn Wilnsdorfer Lehrer bei einer solchen Vereinbarung zum Beispiel Vertretung in Burbach machen müssten.
Das seien keine pädagogischen Gründe, sondern reiner Egoismus, wetterte Klaus Schneider (SPD). Sein Fraktionskollege Johannes Bottländer war gleicher Ansicht. Andere Gymnasien seien angesichts der demografischen Entwicklung dankbar für jeden künftigen Schüler und finanzierten teure Werbekampagnen. Es gehe doch auch darum, den Schulstandort Wilnsdorf zu sichern, da könne er die Reaktion der Schule in keinster Weise verstehen. Mit den Schülern aus Burbach sei die Zukunft des Gymnasiums hingegen gesichert.
Keine automatische Kostenübernahme
Das stimme so nicht unbedingt, entgegnete Christa Schuppler. Wilnsdorf verpflichte sich, die entsprechend qualifizierten Schüler aus Burbach in die Oberstufe des Gymnasiums zu übernehmen. Die Burbacher Eltern seien aber weiterhin frei, ihre Kinder auch nach Neunkirchen oder Haiger zu schicken. Die Entscheidung des heimischen Gymnasiums könne jeder gern kritisieren, aber privat: „Hier im Rat geht uns das nix an.“ Die Kooperation der Kommunen müsse von einer möglichen Zusammenarbeit der Schulen unterschieden werden.
Finanzielle Verpflichtungen jedenfalls fielen für Wilnsdorf nicht an, widersprach sie entsprechender Kritik von Ekkehard Blume (Bündnis 90/Grüne). Eine automatische Übernahme der Fahrtkosten für die Burbacher Schüler sei aus dem Vertrag gestrichen worden. Eine solche Verpflichtung wäre auch aufgrund des Nothaushalts nicht genehmigt worden. Aktuell werde ein Fahrdienst für die aus Burbach pendelnden Schüler bereitgestellt. Wenn in einigen Jahren auch jene von der Gemeinschaftsschule kämen, müsse sicher noch einmal über das Thema gesprochen werden.
Wenn die Schulen nicht zusammenarbeiteten, habe die Kooperation der Kommunen aber keinen praktischen Sinn, blieb Andreas Klein bei seiner Ablehnung.
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