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„Salut Salon“

Vier Talente auf einen Streich

23.01.2011 | 16:43 Uhr
Vier Talente auf einen Streich
„Salut Salon“: Musik und Unterhaltung auf höchstem Niveau.

Kreuztal. Sie spielen mit ihrem Publikum und haben Spaß dabei. Die Leute auch. Entsprechend gab es am Freitagabend rund um die Kreuztaler Stadthalle wieder reichlich Parkprobleme, als die Damen vom Quartett „Salut Salon“ einmal mehr zu Besuch kamen.

Ihre Tour führt sie weiter nach Köln und Hamburg, dann in die ganze Welt. „Wir starten an der, äh, Ferndorn, fahren dann über die, uhm, Sieg, vorbei an Donau und Moldau immer weiter nach Osten“, erzählt Pianistin Anne von Twardowski und lugt bei den heimischen Gewässern auffällig unauffällig auf einen Spickzettel.

Von der Donau zur
chinesischen Mauer

Sie und ihre drei Kolleginnen Angelika Bachmann (Geige), Iris Siegfried (Geige und Gesang) und Sonja Lena Schmid (Cello) präsentieren Salon-Musik mit einem heftigen Augenzwinkern und pfeffern sie mit komischen Einlagen.

Dabei kann sich das Publikum aber auf Eines verlassen: Das quirlige Quartett hat vor allem auch eine grundsolide musikalische Ausbildung genossen, seit frühesten Kindertagen schon, und kann zudem auf außerordentliches Talent zurückgreifen. Diese Mischung ist es, die „Salut Salon“ international auf die musikalische Landkarte gebracht hat.

Das spiegelt sich bewusst im neuen Programm „Um alles in der Welt“ wider, nicht zuletzt bei der bereits angedeuteten Reise gen Osten, die mit musikalischen Oden an Moldau und Donau beginnt, sich mit immer orientalischer werdenden Tönen fortsetzt und schließlich unüberhörbar an der chinesischen Mauer endet. Oder besser jenseits davon. Da werden dann zum großen Vergnügen der Zuhörer auch mal kurz die „drei Chinesen mit dem Kontrabass“ eingebaut.

„Damit haben wir aber nicht unseren größten Erfolg in China erzielt, vielmehr mit einem chinesischen Popsong von vor 20 Jahren“, erzählt Iris Siegfried. Und schon stimmen die vier einen „Chingchong“-Song an, der verdächtig danach klingt, dass kein Sohn des Reiches der Mitte ihn tatsächlich verstehen kann.

Hommage an die
Universalität der Musik

Gleich in vier Sprachen präsentieren die talentierten jungen Damen eine Eigenkomposition über die Bedeutungslosigkeit von Worten und die Universalität der Musik, um Letzteres dann gleich mit unheimlicher Virtuosität auf den verschiedenen Instrumenten unter Beweis zu stellen. Dazu gehören nicht nur die genannten; Cellistin Sonja Lena Schmid ist auch mit der singenden Säge eine Nummer für sich.

Die Kreuztaler sind schon nach fünf Minuten kaum noch auf den Plätzen zu halten. Schon gar nicht mehr, als Iris Siegfried einen Besucher in der ersten Reihe nach seinem Namen fragt und anschließend eine Liebeserklärung an „Helmut mit den drei blauen Augen“ zirpt. Die anderen fallen ein und der Kreuztaler Helmut kann sich vor schmachtenden Blicken – und Stimmen – nicht mehr retten.

Ähnlich dürfte es höchstens noch „Oscar“ gehen. Die befrackte Stoffpuppe ist der „fünfte Mann des Damenquartetts“, darf unter anderem mit Anne von Twardowski am Steinway sitzen und sie begleiten. Die beiden intonieren eine Melodie, die Elvis Presley mal als „Today, Tomorrow and Forever“ gesungen hat, die den meisten im Saal aber vielleicht doch eher als „Sommernachtstraum“ von Franz Liszt bekannt sein dürfte. Erinnerungen an die Salon-Musik von einst, Klassisches und Ohrwürmer von gestern modern und unterhaltsam verpackt, ohne zu sehr dem Zeitgeist zu frönen – mit diesem Mix hat „Salut Salon“ eine sehr erfolgreiche Nische gefunden. Und die wurde am Freitag in Kreuztal wieder bestens ausgefüllt!

Michael Kunz

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