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„Vernunft wird sich durchsetzen“

15.02.2011 | 17:28 Uhr
„Vernunft wird sich durchsetzen“
Johannlandschule Hainchen

Netphen-Hainchen. Bürgermeister Paul Wagener zeigte sich gegenüber den Lehrern und Eltern der Haincher Johannlandschule überzeugt: „Wir werden den Schulentwicklungsplan noch in diesem Jahr verabschieden.“ Und zwar so, wie ihn die Verwaltung vorgeschlagen hat.

„Wir wollten gestalten und die Schließung nicht dem Zufall überlassen“, begründete Wagener den vom Schulausschuss abgelehnten Vorschlag, die katholische Grundschule in Salchendorf zu schließen und die Grundschulen in Hainchen und Deuz weiterzuführen. „Russisches Roulette“ wäre es, die Schule schließen zu müssen, die als erste die Mindestzahl von 18 Anmeldungen unterschreite.

Der Schulausschuss habe „versagt“, sagte Wagener nach kurzem Zögern deutlich und verteidigte den Vorschlag der SPD, die Bürger in den betroffenen Stadtteilen nach ihrer Meinung zu fragen. Die Ausschussmitglieder hätten geglaubt, mit einem Meinungsbild der Bürger besser entscheiden zu können Er selbst halte den Beschluss für „höchst unglücklich“, bitte aber um Respekt für die Ausschussmitglieder: „Geben Sie ihnen die Chance, selbst zurückzurudern.“ Zunächst werde nun der Hauptausschuss den Beschluss des Schulausschusses revidieren, danach werde der Schulausschuss im Juni neu beraten. „Letzlich wird sich die Vernunft durchsetzen“.

„Ökumenische
Bekenntnisschule“

Schulrätin Ingrid Walder erklärte den Anwesenden die Voraussetzungen für Klassenbildung und Lehrerzuteilung. Die richteten ihren Ärger vornehmlich in Richtung Salchendorf. Dort werde schon seit Jahren geradezu aggressiv um Kinder geworben. Auch privat werde gegen die Johannlandschule intrigiert. Sie selbst sei bei einem Besuch in Salchendorf „angebrüllt“ worden, dass die Haincher Schule nichts tauge, schilderte stellvertretende Schulpflegschaftsvorsitzende Sabrina Loeper.

„Vielleicht können wir uns als Bekenntnisschule bewerben“, suchte Werthenbachs Ortsbürgermeister Herbert Steiner nach Wegen, umgekehrt neue Schüler für Hainchen zu locken. Das erfordere mehr als 200 Anmeldungen der entsprechenden Konfession und einen entsprechenden Schulleiter, erklärte Ingrid Walder und musste sich das Lachen verkneifen, als Steiner mit dem Vorschlag einer ökumenischen Bekenntnisschule nachlegte.

In jedem Falle müssten alle Eltern für die Schule werben und kämpfen, forderte Steiner unter allgemeinem Beifall. dagegen geriet sein Haincher Kollege Franz Kringe unter Druck, weil er im Ausschuss gegen die Verwaltung gestimmt hatte. „Ich habe gleich gesagt, für die Vorlage findest du keine Mehrheit“, warf Kringe Wagener vor. „Davon habe ich aber nichts gehört“, gab der zurück.

Infobox

„Lüge und Verleumdung“ wirft die Schulpflegschaft der katholischen Grundschule Salchendorf der Elternvertretung der Grundschule Hainchen vor. Es werde „gemunkelt“, hieß es in einem Brief aus Hainchen an den Rat der Stadt Netphen, Salchendorf werbe Schüler an, indem die Grundschule bessere Empfehlungen zu weiterführenden Schulen in Aussicht gestellt.

Das „diffamierende“ Haincher Vorgehen sei unverständlich. Schließlich habe die Verwaltung allein Salchendorf zur Schließung vorgeschlagen. Erst durch den Beschluss einer Bürgerbefragung, mit der die SPD das Thema „unverantwortlich emotional angeheizt“ habe, seien Deuz und Hainchen mitbetroffen worden. Nach der vorliegenden Prognose könnten bis 2014/15 alle drei Schulen weitergeführt werden.

In ihrer Erklärung erinnert die Salchendorfer Schulpflegschaft an die Diskussion um einen Grundschulverbund Hainchen/Salchendorf. Haincher Eltern hätten dagegen protestiert. Den Verbund habe die Schulaufsicht zwar nicht genehmigt. „Seitdem wissen aber die Eltern der Grundschule Salchendorf, wie wenig ihre Kinder in Hainchen willkommen sind.“

In einem Schreiben an alle Netphener Grundschulleiter bitten die Eltern um ein gemeinsames Gespräch. „Wir wünschen einen konstruktiven und offenen Dialog.“

Michael Kunz

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