Überhaupt nichts gelernt
03.02.2011 | 18:02 Uhr 2011-02-03T18:02:00+0100Man liest, stockt und wird zornig: „Zentralrat der Luden“ heißt die Mannschaft, die beim Sparkassen- „Planspiel Börse“ ins Rennen gegangen ist.
Die Verballhornung, die die von Deutschen ermordete Minderheit der Juden mit Zuhältern in Verbindung bringt, ist an sich schon an Geschmacklosigkeit nicht zu überbieten. Dass die Mannschaft ausgerechnet vom „Städtischen Gymnasium Kreuztal“ entsandt wurde, das bis 2008 den Namen „Friedrich-Flick-Gymnasium“ trug, macht die Sache allerdings noch schlimmer.
Über Jahrzehnte wurde in Kreuztal gestritten, wie sich die Stadt zu ihrem Ehrenbürger verhalten soll, der als Großindustrieller das Nazi-Regime gestützt und davon profitiert hat. Schülergenerationen mussten sich mit der Frage auseinandersetzen, ob der verurteilte Kriegsverbrecher der richtige Namensgeber für das von ihm gestiftete Gymnasium ist. Glaubhaft vermittelte die Schulgemeinde, wie intensiv sie sich mit der Nazi-Diktatur auseinandersetzt. Und nun das.
„Der Zentralrat der Luden“: Jugendliche, die in Kreuztal so antreten, haben entweder nichts gelernt – oder sie wollen provozierend vorführen, dass sie nichts gelernt haben wollen. Den Lehrerinnen und Lehrern sowie den Sparkassen-Repräsentanten, die solches durchgehen lassen, scheint dafür jegliches Gespür abzugehen. Und das Interesse wohl auch. Zum Artikel
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