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Landwirtschaft:

Pferde und Kühe lässt der Winter kalt

08.01.2010 | 17:08 Uhr
Pferde und Kühe lässt der Winter kalt

Siegen-Langenholdinghausen. Was macht der Bauer, wenn es kalt ist? Die einfache Antwort: Härter und länger arbeiten als sonst.

Wärmelampen heizen die Ställe ein.

So geht es zumindest zu auf dem Hof Heckseifen in Langenholdinghausen. „Wir müssen während des Frosts im Schnitt zweieinhalb Stunden pro Tag dranhängen”, sagt Landwirtin Petra Ohrndorf. Insbesondere die zugefrorenen Wasserleitungen machen ihr zu schaffen. Ein ausgeklügeltes System von Tränken, die über den Hof verteilt sind, ist während der strengen Kälte unbrauchbar. „Wir müssen das Wasser über Schläuche aus einem Schuppen neben dem Haus holen”, so die Bäuerin, „also sozusagen von Hand tränken”. Und das dauert: Jedes der 80 Rinder säuft täglich gut 80 Liter.

Güllekanäle frieren ein

Eiswasser ist aber nicht das Einzige, mit dem die Bauern zu kämpfen haben. Die Langenholdinghauser erzeugen mit einer Biogas-Anlage selbst Strom. Der Apparat wird mit den Ausscheidungen der Hoftiere betrieben. Die Güllekanäle, die für Nachschub sorgen, sind jedoch auch zugefroren. „Das macht sich schon bemerkbar”, sagt die junge Landwirtin.

Bleibt die Frage nach den Tieren: Wie verkraften die Vierbeiner die strenge Kälte mit teilweise zweistelligen Minusgraden? Immerhin warnte eine Mitteilung des Rheinischen Landwirtschaftsverbands vor Problemen in modernen Ställen, die nach allen Seiten offen sind.

Der Hund traut sich nicht heraus

Selbst der "Sabber" friert bei den Tieren ein. Fotos: Jens Plaum

„Der Frost ist für die Rinder gar kein Problem”, sagt Petra Ohrndorf, „die Kühe fühlen sich sogar wohler als im Sommer, wenn es richtig warm wird.” Auch den Pferden macht die Kälte nichts aus. Ihr dickes Winterfell schützt sie vor Frost. Und so können sie – offenbar ganz entspannt – auf der Koppel am Heu knabbern.

Einzig die neuen Kälbchen müssen sich langsam an die Eistemperaturen gewöhnen. Sind sie frisch zur Welt gekommen, bleiben sie ein paar Tage im Stall unter einer warmen Infrarot-Lampe. Wenig später schon geht es nach draußen, in ein so genanntes Iglu. Das ist ein halb geschlosssene, zeltartige Konstruktion, die den jungen Rindern Schutz vor schneidendem Wind bietet.

Nur der Hofhund scheint sich unter Null nicht wohlzufühlen. Geduckt drückt er sich in einer wärmeren Ecke im Stall herum und setzt keine Pfote vor die Tür, hinaus in den Schnee.

Jens Plaum

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