Kultur Pur XXL: Sieben Tage - 90 Veranstaltungen
03.03.2010 | 20:26 Uhr 2010-03-03T20:26:00+0100
Siegen/Hilchenbach. Vor 19 Jahren war es ein Experiment. Nicht Wenigen galt es 1991 als „Unsinn, der zum Scheitern verurteilt ist”.
Doch Kultur Pur hat sich behauptet und ist gewachsen. Heute hat das Festival einen festen Platz im europäischen Kulturkalender und findet zum 20. Mal statt.
Jedes Jahr zu Pfingsten strömen die Besucher zu diesem größten Kulturereignis Südwestfalens: Zum runden „Geburtstag” wird die Veranstaltung auf dem Giller bei Lützel von fünf auf sieben Tage verlängert. Vom 18. bis 24. Mai erwartet die Besucher ein vielseitiges Programm mit vielen Höhepunkten.
Musik in Verbindung mit Natur erleben
„Das Festival ist eine kulturelle Tradition in der Natur”, so Landrat Paul Breuer. Vor 21 Jahren wurde das neu gegründete Kultur!Büro vom Kreistag Siegen-Wittgenstein beauftragt, ein Festival in enger Verbundenheit mit der Natur zu organisieren. „Damals befand sich die Stahlindustrie im Jammertal”, erinnerte Breuer: Mit einem Kulturprogramm sollte daher „Aufbruchstimmung” verbreitet werden. Zur Veranstaltergemeinschaft des Festivals zählt daher neben dem Kreis auch die IG Metall Siegen. „Wir haben über die Jahre die Bodenhaftung nicht verloren”, begründet Gewerkschaftschef Hartwig Durt das Engagement.
Ein Zeltfestival, das alle anspricht
Bis heute hat das Festival an Beliebtheit nichts eingebüßt. Es lockt längst Besucher aus ganz Deutschland an. „KulturPur verdankt seine Beliebtheit nicht nur dem Programm und der Kulisse in idyllischer Lage, sondern auch seinem familiären Charme”, sagt der Landrat.
„Unsere Programmphilosophie hat fünf Säulen”, erklärt Kreis-Kulturreferent und Festivalleiter Wolfgang Suttner: „Rock/Pop, Percussion, Tanz, Klassik und Kabarett.” Damit lockte Kultur Pur seit 1991 rund 800 000 Besucher an. Das Erfolgsrezept erklärt Suttner mit Worten Bob Geldofs: „A place to be right in the middle of nowhere” (frei übersetzt: Ein Ort im Nirgendwo, aber trotzdem mittendrin).
5 000 kleine und große Stars konnten die Veranstalter bisher für das Festival gewinnen, „eine Mischung aus Internationalität und Wir-Gefühl”, erklärt Suttner. Die Künstler kommen wegen der familiären Atmosphäre gerne wieder. Ebenso die Besucher. Generationsübergreifendes Programm für die ganze Familie ist ein Schlüssel zum Erfolg. „Es ist ein Festival, das alle anspricht. Und auch alle Sinne”, so Breuer.
Wolfgang Suttner ist froh, dass auch Hartmut Kriems für den Gebrüder-Busch-Kreis seit 20 Jahren „mit im Boot” sitzt. „Damit erhalten wir für Kultur Pur quasi eine Genehmigung der Hochkultur.”
Möglich wird KulturPur nur durch das finanzielle Engagement des Kreises (250 000 Euro), das Land (75 000 Euro), die IG Metall und zahlreiche Sponsoren. Außerdem bieten die Städte und Gemeinde mit „Hand- und Spanndiensten” technische und personelle Unterstützung.
Die Top-Acts:
- Zum 20. „Geburtstag” wurde das Festival von fünf auf sieben Tage verlängert.
- Vom 18. bis 24. Mai erwartet die Besucher ein spannendes Programm: Am Dienstag gibt es die Eröffnungsgala „Zeltzauber” – sie lässt die letzten 19 Jahre KulturPur Revue passieren. Zu sehen ist unter anderem die Philharmonie Südwestfalen, die beliebte A-cappella-Band „Ganz schön feist” und die „Schlangenfrau” Nina Burri.
- Der ostwestfälische Comedian Rüdiger Hoffmann gastiert am Mittwoch mit seinem neuen Programm „Obwohl...” auf dem Giller. Im Anschluss spielt die schottische Dudelsack-Rock-Combo „Red Hot Chilli Pipers” ihre Interpretationen von Rock-Hits.
- Am Donnerstag präsentiert die Philharmonie Südwestfalen „Best of Classic and Pop”– eine aufregende Mischung aus klassischen Werken und Chartmusik. Moderiert wird der Abend von Kabarettist Herbert Feuerstein.
- Am Freitag wird Hieronymus Boschs „Garten der Lüste” tänzerisch von der französischen „Compagnie Blance Li” interpretiert. Die Mittelalterband „Saltatio Mortis” ist im Anschluss zu sehen.
- Am Samstag gastiert Culcha Candela mit „Schöne neue Welt” im Zelttheater. Mit „Hamma” und „Monsta” machen sie Zwischenstation auf dem Giller und lassen bei KulturPur die Grenzen zwischen HipHop-, Dance Hall- und Latino-Rythmen verschwimmen.
- Am Sonntag gibt es ein Wiedersehen mit „Power!Percussion”, die mit Mülltonnen, Ölfässern und anderen „Instrumenten” auf dem Giller musizieren. Im Anschluss daran spielt die Krautrock-Legende der 70er Jahre, „Grobschnitt”.
- Montag, 24. Mai: Das Konzert des belgischen Popstars Milow ist der Abschluss des Festivals.
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Infos und Preise zu den Acts bei KulturPur gibt es im Netz unter www.siwikultur.de/kulturpur
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