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Stadtsanierung

Kostenexplosion bei Sanierungsarbeiten im Oberen Schloss in Siegen

03.06.2012 | 15:00 Uhr
Kostenexplosion bei Sanierungsarbeiten im Oberen Schloss in Siegen
Die Balken in der Wand des Oberen Schlosses sind morsch. Feuchtigkeit, Flechte und Insekten haben sie zerfressen. Foto: WR

Siegen.   Die Kosten der Sanierungsarbeiten im Oberen Schloss explodieren: Im vergangenen Jahr hatte man ursprünglich mit 30 000 bis 40 000 Euro für die Sanierung des Grafentrakts gerechnet. Im März ging Museumsleiterin Prof. Ursula Blanchebarbe von einer Verzehnfachung der Kosten aus. Allerdings kommt es noch schlimmer: Auf 872 000 Euro beziffern die Experten die Gesamtkosten.

Dabei ist der Grafentrakt nur eine der Baustellen im Schloss. Auch im Rubens- und im Oraniersaal wird gearbeitet – ganz zu schweigen von der ebenfalls sehr aufwendigen Sanierung der Schlossmauer.

Rückblick: Bei den Sanierungsarbeiten an der Putzfassade des Grafentrakts wurde im Herbst 2011 festgestellt, dass große Teile des Fachwerks und der zugehörigen Gefache sanierungsbedürftig sind. Es wurden verschiedene Pilze und Schädlinge lokalisiert, insbesondere auch der „Echte Hausschwamm“. In einer weiteren Untersuchung ist bestimmt worden, welche Fachwerkhölzer, Decken- und Dachbalken ersetzt werden müssen. In Zusammenarbeit mit zwei Sachverständigen und dem Denkmalschutz ist daraufhin ein Sanierungskonzept erarbeitet worden.

Gesamtkosten von 872 000 Euro ausgewiesen

Die im Sanierungskonzept vorgesehenen Maßnahmen weisen Gesamtkosten in Höhe von 872 000 Euro auf. Bisherige Vergaben, wie Gutachter, Demontagen etc. haben bislang 53 000 Euro gekostet. Rohbau-, Rückbau-, Zimmer-, Holzschutz- und Schieferarbeiten – also alle Arbeiten an Dach und Fassade – müssen zwingend in einem Zug ausgeführt werden: Sie schlagen mit rund 592 000 Euro zu Buche. Hinzu kommen Ausbauarbeiten wie Putz-, Schreiner-, Maler- und Parkettarbeiten, die später erledigt werden können. Die geschätzten Kosten dafür: rund 227 000 Euro.

Stadt kann mit Zuschüssen rechnen

Allerdings muss die Stadt Siegen die Kosten nicht allein tragen. Sie hat verschiedene Förderanträge gestellt, unter anderem bei der Unteren Denkmalbehörde und dem Denkmalschutz-Sonderprogramm des Bundes. Die Stadt rechnet bei den eigentlichen Baukosten mit bis zu 614 250 Euro an Zuschüssen. Der Eigenanteil läge dann bei 204 750 Euro.

Dann könnte die Sanierung allerdings erst im Jahr 2013 fortgeführt werden. Ab dem 11. Juni geht die Vorlage in die politischen Gremien – den Anfang macht eine gemeinsame Sitzung von Kultur- und Bauausschuss. Das letzte Wort dazu hat der Rat am 27. Juni.

Alexander Völkel

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