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Gemeinschaftsschule

Jetzt läuten die Alarmglocken

04.03.2011 | 16:52 Uhr
Jetzt läuten die Alarmglocken

Netphen.Nach dem Abschluss des Anmeldeverfahrens zu den weiterführenden Schulen läuten in Netphen die Alarmglocken.

Keinesfalls mehr bis zur Sommerpause soll sich die Stadt Zeit nehmen mit der Entscheidung über eine Gemeinschaftsschule. Bürgermeister Paul Wagener wünscht sich eine Beratung bereits am 28. März im Schulausschuss und am 14. April im Rat.

Nur 14 Anmeldungen hat die Hauptschule Deuz bisher. Rektor Hans Rickes ist sich zwar sicher, dass es dabei nicht bleiben wird – auch die jetzige Klasse 5 ist bis zu ihrem Start von erst 23 Anmeldungen auf 35 Schüler gewachsen. Doch eine Perspektive bietet das nicht mehr, fürchtet Rickes, der selbst nach 41 Jahren Schuldienst zum Schuljahresende in den Ruhestand geht: Eine Form der Gemeinschaftsschule werde kommen, sagte Rickes im Gespräch mit unserer Zeitung. „Ich wünsche mir, dass man das parteiunabhängig entscheidet.“

Arbeitskreis gibt
Auftrag zurück

Am Gymnasium waren bis Freitag Mittag 60 Kinder angemeldet worden. Im Vorjahr konnten 75 Fünftklässler auf drei Klassen verteilt werden, nun werden es wohl nur zwei Eingangsklassen – „leider“, sagt Oberstudiendirektor Thomas Arns, der auch für die Oberstufe nur acht Anmeldungen von Haupt- oder Realschulabsolventen entgegennehmen konnte. Die Realschule am Kreuzberg laviert mit 64 Anmeldungen bereits an der Grenze zur Zweizügigkeit. Im Vorjahr waren dort über 90 Kinder aufgenommen worden.

Unter dem Eindruck dieser Zahlen hat am Donnerstag erstmals der Arbeitskreis mit Vertretern von Elternschaft, Schulleitungen, Schulaufsicht und Stadtverwaltung getagt. Seinen Auftrag, Konzepte sowohl für eine Gemeinschafts- als auch für eine Verbundschule zu entwickeln, hat er allerdings unerledigt an den Rat zurückgegeben. In einer Kampfabstimmung setzte die Mehrheit die Feststellung durch, der Arbeitskreis sehe sich außerstande, die geforderten Konzepte zu erarbeiten. Abgelehnt wurde ein bloßer Verbund von Haupt- und Realschule – wohl auch deshalb, weil die aktuellen Netphener Zahlen einen selbstständigen Hauptschulzweig gar nicht mehr hergeben.

Exodus nicht nur
zur Gesamtschule

„Jetzt ist eine politische Entscheidung gefordert“, sagte Bürgermeister Paul Wagener unserer Zeitung. Und das möglichst schnell.

Druck scheinen dabei auch die Schulaufsichtsbeamten zu machen, die möglicherweise sogar eine Ausnahmegenehmigung erteilen müssen, falls in Deuz eine Klasse nur mit weniger als 18 Schülern gebildet werden kann.

Als Moderator für die Erarbeitung des Gemein­schaftsschulkonzepts hatte die Bezirksregierung Werner Kerski entsandt, den pensionierten Leiter einer Gesamtschule in Hagen. Die hochkarätig besetzte Runde – unter anderem auch mit dem Gesamtschuldezernenten der Bezirksregierung – erlebte die Netphener Not hautnah: Immerhin haben sich nicht nur 62 Viertklässler abwanderungsbereit in Richtung Bertha-von-Suttner-Gesamtschule gezeigt. Dort, auf dem Siegener Giersberg, werden zwar „nur“ 45 Netphener Kinder aufgenommen. Aber weitere 16 haben sich ebenfalls gegen das Angebot in der eigenen Stadt entschieden: acht für das Evangelische Gymnasium, acht für das Gymnasium Stift Keppel, drei für die Christliche Hauptschule in Kaan.

Steffen Schwab

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