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Großer Bahnhof für „ICE Siegen“

18.09.2011 | 19:00 Uhr
Großer Bahnhof für „ICE Siegen“
150 Jahre Ruhr-Sieg-Strecke feierte der Zweckverband Personennahverkehr Westfalen-Süd im Sieger Bahnhof und im Lokschuppen. Zugtaufe: Im Bahnhof Siegen, Gleis 54, wurde ein ICE 3 auf den Namen Siegen getauft.

Siegen. Um 13.20 Uhr ist der Auftritt vorbei: Der ICE 3, soeben auf den Namen „Siegen“ getauft, gleitet aus dem Bahnhof heraus. „Ich glaube nicht, dass der hier mit 330 Sachen noch mal durchkommt“, sagt Bürgermeister Steffen Mues ein wenig wehmütig. Immerhin: ein Botschafter mehr für die Krönchenstadt. Nach dem Minensuchboot und dem Lufthansa-Airbus war der Expresszug einfach fällig.

4000 Menschen haben in Siegen den 150. Geburtstag der Ruhr-Sieg-Eisenbahn mitgefeiert, weitere 1000 in Kreuztal. Und um die 2500 Fahrgäste haben sich in den historischen Zügen gedrängt, die zwischen Siegen und Hagen gependelt sind – zwei der angekündigten drei Dampfloks mussten sich durch etwas jüngere Dieselloks vertreten lassen.

Mit neuem Namen auf die Fahrt nach München

Was die vielen kundigen Eisenbahnfreunde nicht hindert, ihre Speicherkarten mit Fotos zu füllen. Dann eben mit der roten V 200 aus Oberhausen. Die Hobby-Bahner mögen es korrekt. Und so geht ein Raunen über den proppenvollen Bahnsteig, als Landrat Paul Breuer auf „Gleis 58“ willkommen heißt. „Der sollte mal öfter mit der Bahn fahren.“ Nein, der Superzug, der seine Taufe im schon etwas reiferen Alter von zehn Jahren empfängt, stand auf Gleis 54. „Sentimental Journey“ spielen die Jungs der Bad Berleburger „Jazzy Edition“, bevor Steffen Mues die leere, aus Zuckerguss gefertigte Sektflasche gegen den Zug schleudert. „Wann gehen wir essen?“, fragt ein Junge ungeduldig seinen Vater. Schließlich gibt es so viel zu sehen: den Lokschuppen, wo die einst in Kirchen gebaute kleine Dampflok die Siegener Dunstglocke mit dem schwefelähnlichen Duft von Tannin anreichert. Das Stellwerk. Die Kreisbahn...

Auf Gleis 54 gibt’s jetzt Sekt und Häppchen. Die Band ist auf „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“ umgestiegen. Jetzt wollen alle in den Zug. Und Bürgermeister Mues hat nun doch einen. „Der fährt wirklich“, sagt Reiner Latsch, NRW-Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn. Fehlt die Infrastruktur. Der ICE 3 im Format H0 fährt am liebsten auf Märklin.

Der 200 Meter lange Täufling rauscht schnell von dannen, schon in Kreuztal erleben die Zuschauer auf dem Bahnsteig nur noch einen Windhauch von dem 12 000 PS starken Zug. Er hat schließlich noch eine Fahrt von Dortmund nach München vor sich. Nicht über Siegen. Die Party geht trotzdem weiter.

Steffen Schwab


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