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Der ehemalige Präsident von Sambia unterstützt die Arbeit...

Ein Camp am Sambesi

18.01.2008 | 18:31 Uhr
Ein Camp am Sambesi

Sepiso strahlt über das ganze Gesicht. Das hübsche Mädchen ist trotz seiner Behinderungen immer fröhlich. „Wenn ich schlecht drauf bin, schau ich mir ihr Foto an”, sagt Andreas Wörster. Der Weidenauer Physiotherapeut kümmert um Menschen wie Sepiso.

Mittlerweile findet seine Arbeit im südlichen Afrika auch „vor Ort” immer mehr Anerkennung. Gerade hat Dr. Kenneth Kaunda, erster Präsident Sambias, die Schirmherrschaft über Wörsters Verein „Utho Ngathi” übernommen. Der Kontakt zu einem der „großen alten Männer Afrikas” kam über Wörsters Mitarbeiter Masauso Phiri zustande. Der Weidenauer hat den über 80-jährigen Politiker zweimal besucht: „Er war sehr betroffen, dass es in Sambia so viele Menschen gibt, die an einer körperlichen oder geistigen Behinderung leiden – von 12 Millionen Einwohnern sind das etwa zwei Millionen.” Schuld sind Hirnhautentzündungen oder die noch weit verbreitete Kinderlähmung. Von der Unterstützung des Ex-Präsidenten, der nach dem Abzug der Kolonialmacht England Präsident wurde, verspricht sich Andreas Wörster viel: „Das wird unsere Aufklärungsarbeit erleichtern.” Er und Masauso Phiri fahren mit ihrem Geländewagen in die entlegendsten Dörfer. Sie machen den Bewohnern klar, dass auch Menschen mit Behinderungen zur Gemeinschaft gehören: „Oft liegen sie völlig vernachlässigt in den Hütten.” Allmählich trägt die Aufklärungsarbeit Arbeit Früchte: „Die Leiter der Dorfgemeinschaft setzen sich schon mal testweise in den Rollstuhl.” Lehrer und Pfarrer unterstützen den Deutschen. Inzwischen bekommt Andreas Wörster auch Hilfe von anderen Organisationen. Man hat ihm bereits ein Stück Land am Sambesi zur Verfügung gestellt. Er will es gemeinsam mit einer Frauengruppe, die sich um Aidswaisen kümmert, bewirtschaften. Eine schickte 350 Süßkartoffelpflanzen, die bereits gesetzt wurden: „Das ist Nahrung und Einnahmequelle zu´ gleich.” Hier will Andreas Wörster ein Camp aufbauen, in dem Menschen mit Behinderungen zeitweise wohnen können: „Ich mache mit ihnen eine Therapie und sie können auf dem Feld helfen. Außerdem sind die Familien eine Zeitlang entlastet.” Der Acker wird zurzeit eingezäunt: „Wegen der Nilpferde, die vom nahen Sambesi rüberkommen.” Eine Pumpe, die die nahrhaften Süßkartoffeln auch bei Trockenheit mit Flusswasser versorgt, wurde mit einer Geldspende aus dem Siegerland angeschafft: „Hannelore Flender aus Beienbach hat bei ihrem 60. Geburtstag auf Geschenke verzichtet und für uns gesammelt.” Demnächst wird die Vereinigung der Staaten im Südlichen Afrika, ein Beratungsorgan für die Regierungen, die Patenschaft für „Utho Ngathi” übernehmen: „Wir können unser Projekt den Gesundheitsministern aus den Mitgliedländern vorstellen.” Andreas Wörster soll für die Organisation die Behinderten-Arbeit in mehreren Staaten koordinieren: „Gut ist, dass wir uns nicht um die Finanzierung kümmern müssen.”   Vielleicht, meint Andreas Wörster, könnten er und Masauso irgendwann auch weitere Mitarbeiter einstellen, die ihnen helfen.

Brigitte Wambsganß

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